Abs: a.Univ.Prof. Dr. Stefan
Galler, FB Zellbiologie, Univ. Salzburg, Hellbrunnerstr.
34, A-5020 Salzburg
Tel.:
0043 662 8044 5618, Homepage: http://www.sbg.ac.at/aggaller/
An den Bundesminister
Herrn Dr. J. Hahn
Salzburg, am 10. Juni 2008
Sehr geehrter Herr Bundesminister!
Lieber Herr Dr. Hahn!
Als Sprecher der Initiativgruppe
„Einheitskurie“ erlaube ich mir hiermit, Sie auf den gerade im STANDARD
erschienenen Artikel Standesschranken auf der Untertanen-Uni hinzuweisen
(Printausgabe, Mi. 11. Juni 08). Im Internet hier nachzulesen: http://derstandard.at/?id=3370662.
Bei der Publikation sind leider einige Inhalte verloren gegangen. Deswegen
erhalten Sie in der Anlage (Anm. siehe hier) die
ungekürzte Originalversion des Artikels.
Aus Ihrem Ministerium wurde jüngst ein
Vorschlag verlautbart, der auf die Ausweitung der Mittelbau-Verantwortung zielt
(STANDARD, 6. Juni 08). Wir sind der Meinung, dass dieser Vorschlag das wahre
Problem nicht einmal in Ansätzen trifft. Bitte lesen Sie hierzu die unten
stehende Begründung, die wir auch auf unserer Homepage (http://www.sbg.ac.at/aggaller/EK/)
veröffentlicht haben.
Für weiteren Gedankenaustausch sind wir
selbstverständlich jederzeit bereit. Falls Sie unsere Argumente immer noch
nicht überzeugen, würden wir es begrüßen, wenn ein runder Tisch mit uns
Befürwortern und mit Gegnern zum Thema „Einheitskurie“ zustande käme, an dem
auch Sie und die Wissenschaftssprecher teilnehmen. Diese Gesprächsrunde kann
aber wohl nur zustande kommen, wenn Sie hierzu einladen.
Hochachtungsvoll,
Ihr
Stefan Galler
z.K. Wissenschaftssprecher Brinek
und Broukal
Absender: a.
Univ. Prof. Dr. Stefan Galler, FB Zellbiologie, Univ. Salzburg, Hellbrunnerstr.
34, A-5020 Salzburg
Tel.:
0043 662 8044 5618, Fax: 0043 662 8044-144
Homepage: http://www.sbg.ac.at/aggaller/
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Ausschnitt aus unserer Homepage (http://www.sbg.ac.at/aggaller/EK/)
6.
Juni 2008: Meldung des STANDARD
(siehe: http://derstandard.at/?id=3365252)
Ausschnitt:
„Neu geplant ist, dass auf Vorschlag der Uni-Professoren "eine
entsprechend qualifizierte Person" mit einem aufrechten Dienst- bzw.
Arbeitsverhältnis zur Uni vom Rektor zum Leiter einer Organisationseinheit
bestellt werden kann. Solche Funktionen waren bisher Professoren vorbehalten,
sollen damit künftig aber auch "Mittelbau"-Angehörigen offen stehen.
Auswirkungen hat dies auch auf die Zusammensetzung des Senats: Zu den
Vertretern der Uni-Professoren, welche weiterhin die absolute Mehrheit im Senat
haben sollen, zählen auch die Leiter von Organisationseinheiten, womit
theoretisch auch "Mittelbauer" in diese Gruppe aufgenommen werden
können“.
Unser Kommentar:
Dieser Änderungsvorschlag trifft das
wahre Problem nicht einmal in Ansätzen. Selbst dann nicht, wenn kein
Einverständnis der Professorenschaft für Leitungsfunktionen notwendig wäre. Das
Resultat wäre in jedem Fall lediglich eine sehr marginale Erhöhung der Mitbestimmungsrechte
für den Mittelbau. Der Kern des Problems liegt im universitären Alltag, wo die
Ungleichverteilung von Rechten und Pflichten zwischen den verschiedenen ProfessorInnengruppen das Prinzip der Chancengleichheit
massiv verletzt und den nötigen Wettbewerb verhindert. Der allgemeine Grundsatz
„Gleiche Pflichten, gleiche Rechte“ muss auch an den Unis zur Anwendung kommen,
wenn Leistung zählen soll. Allen ProfessorInnen von
den AssistenzprofessorInnen über die
außerordentlichen ProfessorInnen bis hin zu den KurienprofessorInnen (1/3 aus Nachwuchs, 2/3 über
Ausschreibung/Berufung rekrutiert) müssen die gleichen Rechte zuerkannt werden,
weil auch ihre Pflichten im Wesentlichen dieselben sind. Ein Abweichen von
diesem Grundsatz wäre nicht einmal dann gerechtfertigt, wenn tatsächlich
Unterschiede in der Leistungsfähigkeit zwischen den verschiedenen ProfessorInnengruppen bestünden.