Alma Mahler-Werfel
 
1879-08-31 [Wien (A)] bis 1964-12-11 [New York (USA)]

 

A. M. war eine Tochter des österreichischen Malers Emil Jacob Schindler, genoß den Musik- und Kompositionsunterricht bei Alexander von Zemlinsky, war von Kindheit an von den prominentesten Künstlern umgeben, unter ihnen Gustav Klimt, Max Burckhard, Carl Moll.

Früh versuchte sie sich in Kompositionen zu Gedichten von Rilke, Novalis, Heine u. a. Erhalten sind freilich nur zwei Hefte ihrer Kompositionen Fünf Lieder aus dem Jahre 1910.

1902 heiratete sie den Komponisten Gustav Mahler, den sie im Salon von Bertha Zuckerkandl kennengelernt hatte. Ihre Aufgabe war es, die Noten des Gatten eigenhändig zu kopieren. A.M. brachte zwei Töchter zur Welt, von denen allerdings nur die zweite, Anna Mahler (1904 - 1988) überlebt hat. (Bildhauerin, bedeutende Persönlichkeit auch der Salzburger Festspiele 1988).

1910 lernte Alma den Bauhaus-Architekten Walter Gropius kennen. Diese Bekanntschaft führte Gustav Mahler bis zur Therapie bei Sigmund Freud.

1911 starb G. Mahler, 1912 begann A. M. eine intensive dreijährige Beziehung zu Oskar Kokoschka, den sie intensiv bei seinen künstlerischen Ambitionen förderte. Unter ihrem Einfluss ist Kokoschkas Meisterwerk Windsbraut entstanden.

1915 heiratete sie Gropius; aus dieser Ehe ist die - gleichfalls früh verstorbene - Tochter Manon hervorgegangen. Almas Beziehung zu Franz Werfel ab 1917 wurde zum Grund für die Scheidung von Gropius 1919.

Unterdessen und danach pflegte A. M. auf der Hohen Warte, im Wiener Nobelbezirk Döbling, in ihrem berühmten Salon die geselligen Kontakte zu vielen Intellektuellen und Künstlern der damaligen Zeit: Gerhart Hauptmann, Arthur Schnitzler, Koloman Moser, Bruno Walter, Josef Hoffmann, Arnold Schönberg, Adolf Loos, u.a.

1929 heiratete sie Franz Werfel. 1938 flüchteten das Ehepaar vor den Nazis durch Frankreich in die USA. Sie ließen sich in Kalifornien nieder. A.M. pflegte dort weiterhin Kontakte mit den bedeutenden jüdischen Emigranten.

1964 starb sie in New York und wurde neben ihrem ersten Mann Gustav Mahler in Wien auf dem Grinzinger Friedhof beigesetzt.

Leider ist von A. M.-W. nicht viel zurückgeblieben, was von ihrem hohen intellektuellen Niveau und ihrem Überblick über das Kunst-, Kultur- und Politikgeschehen zeugen könnte. Insbesondere ihre Kenntnisse über das kulturelle Leben im Wien der Zwischenkriegszeit dürften einmalig gewesen sein. Schon 1940 hatte sie Gustav Mahler. Erinnerungen und Briefe veröffentlicht, 1960 folgte ihre Autobiographie Mein Leben.

A.M. wurde nicht selten als "Muse" apostrophiert. Ihre Bedeutung liegt aber nicht nur in ihren persönlichen Kontakten zu hervorragenden Gestalten mehrerer Epochen; sie war auch ein "eigenleibiges" Beispiel einer Frau, die ihr Leben selbstbewusst und emanzipatorisch gestalten konnte.




 

Wiss. Gesellsch.

siehe auch

Historischer Scan

Literatur
  • Alma Mahler (Hg.), Gustav Mahler. Erinnerungen und Briefe, 1940 Buchhandlung
  • Alma Mahler-Werfel, Mein Leben, Autobiographie, 1960 Buchhandlung
  • Francoise Giroud, Alma Mahler oder Die Kunst, geliebt zu werden., 1988 Buchhandlung
  • Irma Hildebrand, Hab meine Rolle nie gelernt, 1996 Buchhandlung

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Externe Links



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