Universität Salzburg/ AUSTRIA

GeWi Institut für mittelalterliche Geschichte

 

Diese Web-Site wurde nach Abschluß eines Seminars am Institut für mittelalterliche Geschichte erstellt. Es ist eine Zusammensetzung aus verschiedenen Referaten und den daraus resultierenden Thesenblättern. Falls Interesse an weiterführenden Informationen bestehen sollte, so können Sie sich an Frau Dr. Janotta (siehe unten email Adrese) wenden.

 

 

 

1. Die Anfänge der modernen Mittelalterforschung

2. Das Mittelalter in der NS – Zeit

3. Das Mittelalter in Kinder.- und Jugendbüchern

4. Das Mittelalter im Schauspiel

5. Das Mittelalter im Roman vor Umberto Eco

6. Das Mittelalter im Roman nach Umberto Eco

7. Das Mittelalter in den neuen Medien "CD- Rom: Die Stadt im Mittelalter"Spiel und Computerspiel für das Mittelalter

8. Das Mittelalterbild im Kriminalroman

9. Das Filmangebot für Schulen über das Mittelalter

10. Das Mittelalter im Internet

11. Das Mittelalter und seine Repräsentation im Spielfilm

12. Das Mittelalter in der Esoterik

13. Das Mittelalter in der Ausstellung

14. Das Mittelalter aus theologischer Sicht

15. Eine Erhebung der Mittelaltererkenntnisse

Unter der Leitung von

Univ. Doz. Dr. phil. Christine Janotta

e- mail: christine.janotta@sbg.ac.at

Sämtliche Nachbearbeitungen der Referate für das Layout:

Harald Grundner und Philipp Graninger

Gescannt mit Hilfe von

Gerald Sprengnagel

 

  1. Die Anfänge der modernen Mittelalterforschung
  2. Kein Referat

     

  3. Das Mittelalter in der NS – Zeit

Referat: Das Mittelalterbild in der NS- Zeit

Referent: Franz Müllegger

"Wenn wir in diesem Zusammenhang die politischen Erlebnisse

unseres Volkes seit über tausend Jahren überprüfen, alle die

zahllosen Kriege und Kämpfe vor unseren Augen vorüberziehen

lassen, und das durch die geschaffene, heute vor uns liegende

Endresultat untersuchen, so werden wir gestehen müssen, daß

aus diesem Blutmeer eigentlich nur drei Erscheinungen hervor-

gegangen sind, die wir als bleibende Früchte klar bestimmter

außenpolitischer und überhaupt politischer Vorgänge ansprechen

dürfen.

      1. Die hauptsächlich von Bajuwaren betätigte Kolonisation der
        Ostmark
      2. die Erwerbung und Durchdringung des Gebietes östlich der
        Elbe
      3. die von den Hohenzollern betätigte Organisation des
        brandenburgisch preußischen Staates als Vorbild und
        Kristallisationskern eines neuen Reiches." (Zitat 1)

Hitlers Auffassung zu Geschichtsunterricht und Geschichte wird in Mein Kampf

relativ ausführlich behandelt. Geschichte ist für ihn insofern interessant, als er sie

für die Gegenwart nutzbar machen kann. Man lernt Geschichte um eine bessere

Beziehung zur Politik zu erreichen. Die gegenwärtige politische Interessenslage

sollte bestimmend sein für das Bedeutende in der Geschichte.

Hitlers Ansicht nach kam es beim geschichtlichen Lernen darauf an, die Vergangenheit

für politisch vorgegebene Zwecke auszuwerten. Geschichte soll politisches Handeln

legitimieren und man soll sich ihrer im Kampf gegen politische Gegner bedienen

können.

Das nationalsozialistische Geschichtsbild beinhaltete den Totalitarismus des

Führerprinzips und der Volksgemeinschaft ( der Einzelne gilt nichts, die Gemein-

schaft alles! ).

Lebensraumerweiterung und Weltmachtstreben

das Rassenideal vom nordischen Menschen

und Judenvernichtung

waren weitere Bausteine dieser Geschichtsauffassung.

Geschichte wird als Heilsgeschichte verstanden, als Werk der Vorsehung.

Das Dritte Reich wird als geschichtliche Erfüllung angesehen und die Geschichte

sehr bewußt parteiisch kommentiert.

Das neue Geschichtsbild läßt sich am leichtesten in der Schule durchsetzen. Das Dritte

Reich ist der Höhepunkt und der Endpunkt der deutschen Geschichte. Das Volk ist nun

endlich geeint.

Die Ostsiedlung wird großgeschrieben, sie liefert schließlich eine Rechtfertigung für

zukünftige Eroberungspläne. Hitler ist der Vollender der geschichtlichen Bestrebungen

nach imperialer Größe Deutschlands. Die heldenhaften Taten großer Männer, die

Heroisierung der Opferbereitschaft zugunsten des Volkes und der Machtwille werden

großgeschrieben.

Der nationalsozialistischen Geschichtsschreibung stehen sehr oft historische Fakten

entgegen, die ein in sich stimmiges Geschichtsbild ermöglichen. Selbst bei Karl dem

Großen und der karolingischen Reichsgründung war man sich nicht im Klaren darüber

ob dieser nun eine positive Figur im Sinne der nationalsozialistischen Geschichtssicht

sei oder nicht. Viele NS - Größen sahen in ihm den Sachsenschlächter und Vernichter

germanischer Ursprünglichkeit, wie Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler, letzterer

beging sogar alljährlich einen eigenen "Verdentag".

Diese Uneinigkeit ermöglichte allerdings, daß je nach Opportunität die eine oder andere

Version zur Legitimation politischer Entscheidungen herangezogen werden konnte.

Karl der Große wurde schließlich doch ein eher positiver Platz in der deutschen Geschichte

eingeräumt, obwohl er nicht als der strahlende Held erscheint. Schließlich darf er doch

als Gründer eines germanischen Reiches gelten, wenn auch mit schädlichem christlich -

orientalischem Einfluß.

Ab 1942 wurde mehr seine Rolle als Schirmherr des Abendlandes gegen die Völker

aus dem Osten, wie Awaren und Slawen, hervorgehoben, gleichsam als Parallele zum

damaligen Kampf gegen den Bolschewismus.

Widukind hingegen durfte sich von Anfang an als Vertreter urgermanischem Wesens

und Kämpfer gegen die ungermanische Religion des Christentums uneingeschränkter

Verehrung erfreuen.

Das Mittelalter im Schulunterricht sollte als Zeit größter deutscher Machtentfaltung

dargestellt werden. Nach der Völkerwanderung habe sich nur dort eine neue Kultur-

blüte entwickelt, wo sich germanische Völker dauernd niederließen. Die Wiedergewinnung

der ostelbischen Gebiete sei als "größte Tat des deutschen Mittelalters" herauszustreichen.

Einige Merkmale der nationalsozialistischen Mittelalterbetrachtung:

Dem Germanentum erwächst ein gefährlicher Feind in der christlichen Religion.

Christliche Religion wird übereinstimmend als artfremd angesehen und verächtlich

als Mittelmeerkultur bezeichnet.

,Man hat die Kaiserkrönung Karls des Großen mit Recht als den Sieg der Kirche über

das Germanentum gekennzeichnet und mit scharfen Worten Kritik daran geübt, daß die

Karolinger sich vom romanisch - katholischem Universalismus der Päpste einfangen

und zum Handlanger der Unterwerfung der Welt unter dem maßlosem Herrschafts-

anspruch der Kirche erniedrigen ließen." ( Zitat 2 )

Der römisch – christliche Universalismus wird zutiefst abgelehnt und dem urwüchsigen

Germanentum ( in diesem Zusammenhang wird auch gerne der Begriff bodenver-

wurzelt verwendet ).

Der rein germanisch deutsche Reichsgedanke wird angeblich vom christlichen

Universalismus überdeckt.

Das Führerprinzip wird bereits in diese Zeit hineininterpretiert und in Verbindung zur

eigenen Zeit gesetzt. Dem Volk erwächst in Zeiten der Not nicht selbstverständlich

ein Führer, sondern nur in glücklichen Ausnahmefällen.

Ganz wichtig ist die Ostkolonisation im Mittelalter, so wichtig, daß sie auch in Mein

Kampf Erwähnung findet. Sie möchte ich sagen nimmt geradezu die beherrschende

Stellung im NS Bild vom Mittelalter ein. Klarerweise um die damalige Eroberungs-

politik in diese Richtung zu legitimieren. Was die mittelalterliche Ostkolonisation

betrifft, so wird sie als Rückeroberung altgermanischen Bodens dargestellt. Nach dieser

Sichtweise strömten die Slawen erst in die Gebiete des europäischen Ostens als die

Germanen diese zum großen Teil verlassen hatten um sich in den Gebieten des

Römischen Reiches niederzulassen.

Die kulturelle Überlegenheit ging über den Slawen ( deren Name von Sklaven herge-

leitet wird, aber wohl nicht nur von der nationalsozialistischen Geschichtsschreibung,

wird betont ), sie erscheinen oft als gesichtslose und geschichtslose Masse.

In die Weite des Ostens dringt der "pflugführende Bauer", der vom Schwert des

deutschen Ritters geschützt wird, stetig vor. Schwert und Pflug sind sehr gern ge-

brauchte Worte nationalsozialistischer Geschichtsschreibung.

Der deutsche Ostsiedler, sei es nun Bürger oder Bauer, kommt als Kulturbringer zu

einem dumpfen, auf niedriger Kulturstufe verharrendem Ostvolk

Das Rittertum in seiner Frühzeit wird als nordisch - heldisch angesehen, während das

cluniazensische Mönchtum als orientalisch - romanisiert verdammt wird und als

unnatürlich angesehen wird.

Der Italienpolitik der Kaiser steht man meiner Meinung nach nicht ganz einheitlich

gegenüber. Man lehnt zwar auf der einen Seite die Vergeudung deutschen Blutes in der

Fremde ab, aber dennoch sehe ich keine einheitliche Sichtweise gegeben. Das mag daran

liegen, daß man sich nicht traut gegen ein Nationaldenkmal wie Friedrich Barbarossa

anzugehen, oder aber die Italienzüge gleichsam als Feldzug gegen das Papsttum darzu-

stellen versucht.

In jedem Falle wird das Wirken Heinrichs des Löwen als nationale Großtat gefeiert, die

dem Reich bleibende Macht gesichert hat, während die Italienpolitik der mittelalterlichen

Kaiser keinen Bestand hatte und im Gegenteil dem Reich mehr geschadet als genützt

hat.

Die Nation wird gerne ins Mittelalter hineingetragen, obwohl es in gewisser Weise

"patriotische Anwandlungen", wie zum Beispiel bei Walther von der Vogelweide,

gegeben haben mag, scheint es mir doch überbetont zu sein.

In Verbindung mit der deutschen Nation treten auch gerne Treue, deutsche Redlichkeit

und Kraft auf, andererseits auch welsche Tücke.

Römisches Recht wird vehement abgelehnt und dessen zunehmender Einfluß bedauert.

Die germanischen auf Pflichtbewußtsein aufgebauten Rechtsansichten, treten dem

gegenüber. So wird der Bauernkrieg auch gerne als Versuch der Wiederherstellung

germanischen Rechtsdenkens gedeutet.

Eine mittelalterliche Einrichtung steht in ihrer Wichtigkeit und Attraktivität für die

Nationalsozialisten kaum hinter der deutschen Ostsiedlung zurück, und das ist der

Orden, der eine zentrale Rolle in der Vorstellungswelt von führenden Nationalsozialisten,

wie Himmler aber auch Rosenberg spielt.

"So sind wir angetreten und marschieren nach unabänderlichen Gesetzen als ein

soldatischer, nationalsozialistischer Orden nordisch bestimmter Männer und als

verschworene Gemeinschaft. Wir gehen den Weg in eine ferne Zukunft und wünschen

und glauben: Wir möchten nicht nur die Enkel sein, die es ausfochten, sondern darüber

hinaus die Ahnen spätester, für das Leben des deutschen und germanischen Volkes

notwendiger Geschlechter." ( Zitat 3 )

Auf sogenannten Ordensburgen sollte auch die nationalsozialistische Elite herange-

bildet werden, wie in der Ordensburg Vogelsang.

Die Kultur wird zwar als kirchlich geprägt anerkannt dahinter konstruiert man aber

eine ursprüngliche, lebendige starke germanische Sehnsucht, die nach Art eigener,

wesensgemäßer Darstellung und Offenbarung ihrer starken Eigenkräfte drängte.

 

    1. Literatur:
  1. Erich Reimers, Der Kampf um den deutschen Osten, Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig 1942
  2. Adolf Hitler, Mein Kampf, 1. Band München,1925
  3. Alfred Rosenberg, Gestaltung der Idee, 15. Auflage,1943
  4. Theodor Stiefenhofer, in Kämpfer, Künder, Tatzeugen, hg. v. Ernst Adolf Dreyer und Heinz W, Siska, Wien 1942
  5. Walter Görlitz, in Kämpfer, Künder, Tatzeugen, hg. v. Ernst Adolf Dreyer und Heinz W. Siska, Wien 1942
  6. Guido Knopp, Hitlers Helfer, C. Bertelsmann Verlag, München 1996

 

    1. Zitate:

Zitatl: Adolf Hitler, Mein Kampf, 1. Band München, 1925, Seite 643

Zitat2: Erich Reimers, Der Kampf um den deutschen Osten, Wilhelm Goldmann Verlag,

Leipzig 1942, Seite 80

Zitat3: Guido Knopp, Hitlers Helfer, C. Bertelsmann Verlag, München 1996

Seite 165

  1. Das Mittelalter in Kinder.- und Jugendbüchern
  2. Referat: Das Mittelalter im Kinder- und Jugendbuch

    Referentin: Ecker Maria

    1. Entwicklungspsychologisches
    2. ab welchem Alter sind Kinder fähig zu begreifen, was "Geschichte" ist?

      - Vorschulkind: Vorstellung von Zeit noch an sichtbare Veränderungen gebunden

      - um das 8. Lebensjahr: Kind entwickelt beweglicheres Denken, kann die Zeit

      "objektivieren"

      Erwachen des "historischen" Interesses

      länger in der Vergangenheit zurückliegende Zeiträume sind der Zeitvorstellung noch

      nicht zugänglich

      - zunehmendes Alter: zeitliche Perspektive weitet sich, wachsendes Verständnis von "Zeit"

    3. Das Mittelalter im Kinder- und Jugendbuch: vorläufige Bestandsaufnahme
    4. bisher: 27 Kinder- und Jugendbücher über das Mittelalter

      davon: 6 geeignet für Kinder unter 8 Jahre

      21 geeignet für Kinder ab 8 Jahre

      Themen: Ritter/Burgen = 14

      Herrschergestalten = 4

      andere Themen (Randgruppen, Kinderkreuzzug,...) = 9

      1. "Das will ich wissen: DIE RITTER"
      2. Bilderbuch für Erstleser. Hauptfigur ist der achtjährige Karl, der wie sein Vater Ritter werden will. Er und seine Eltern sind auf den Weg auf die Burg Wildenfels, wo er zum Ritter ausgebildet werden soll. Es folgen einzelne Kapitel, in denen das Ritter- und Burgleben geschildert wird.

        Inhalt einfach, aber fachlich richtig aufbereitet (keine "Verherrlichung" des Ritter- und Burglebens), "nur" das Leben der Ritter steht im Mittelpunkt

         

      3. "So lebten sie zur Zeit der Ritter und Burgen"
      4. ab 10 Jahre. In mehreren Kapiteln wird das Leben in der Zeit von 1250-1350 beschrieben (nicht nur das Leben der Ritter), im Anhang befindet sich eine Chronik der Tiere jener Zeit.

        Das Buch enthält viel Fachinformation, reich bebildert.

        Inhalt einfach, doch manche Begriffe nicht erklärt, fachlich nicht immer richtig aufbereitet

         

      5. "Brun, Geisel des Königs"
      6. Abenteuerroman für Jugendliche, der im Zeitalter Karls des Großen spielt. Held der Geschichte ist der junge Brun, in dem sein Leben (von der Geisel des Königs über das Kennenlernen des Frankenreiches bis hin zum Grafen) beschrieben wird.

        Sehr spannend und interessant, unglaubliche Fülle von Sachinformationen

        Umfang- und inhaltsreicher Anhang: Worterklärungen, Personenverzeichnis, Zeittafel, Literaturhinweise, Quellenhinweise - Geschichte kann interessant UND wahrheitsgetreu vermittelt werden

         

      7. "Unter Gauklern"

      Abenteuerroman für Jugendliche. Held der Geschichte ist Martis, ein Schafsjunge aus dem Kloster, der fliehen muß und sich daraufhin Fahrenden und Gauklern anschließt. Dort trifft er das Zigeunermädchen Linori wieder, dem er das Leben gerettet hat. Gemeinsam erleben sie ein Stück mittelalterlicher Geschichte (der Roman spielt Mitte des 13. Jhdts) - in einer Welt voll von Aberglauben, Zauberei und Ketzerei.

      Nicht nur für Jugendliche spannend zu lesen.

      Im Anhang: Nachwort des Autors, in dem er seine Quellen angibt. Ausdrücke, die heute nicht mehr gebräuchlich sind, werden erklärt

       

    5. Literatur

    Entwicklungspsychologisches:

    - SCHENK-DANZINGER, Lotte: Entwicklung. Sozialisation. Erziehung. Schul- und Jugendalter. - Wien: 1991

    - GLÖCKEL, Hans: Geschichtsunterricht. - Bad Heilbrunn: 1979

    Kinder- und Jugendbücher:

    - MIQUEL, Pierre: So lebten sie zur Zeit der Ritter und Burgen. - Nürnberg: 1996

    - STEPHAN-KÜHN, Freya; KOCK, Hauke: Das will ich wissen. Die Ritter. -

    Würzburg 1995

    - VON THADDEN, Wiebke: Brun, Geisel des Königs. Vom Frankenreich zum Reich von Aachen. - München: 1993

    - ZITELMANN, Arnulf: Unter Gauklern. Abenteuerroman aus dem Mittelalter. -

    Weinheim: 1987

     

  3. Das Mittelalter im Schauspiel
  4. Referat: Das Mittelalter im Schauspiel

    Referentin: Cornelia Grüneisen

    1. Zur Gattung
    2. Anhaltspunkte zur Rezeption des Mittelalters im Schauspiel finden sich vor allem unter der literarischen Gattung des "Historischen Dramas" / "Geschichtsdramas", welche Geschichtsdichtung in dramatisierter Form entweder tatsachengetreu oder auf verschiedenste Weise nach künstlerischen Erfordernissen abgewandelt auf der Bühne erscheinen läßt. Bis ins 18.Jahrhundert hinein bilden Dramatisierungen von Geschichte und Mythos fast die einzigen Stoffquellen für die Tragödie. Während man sich in der Renaissance- und Aufklärungszeit verstärkt antiken Stoffen zuwandte und das Mittelalter eher als `dunkle Vergangenheit´ betrachtete, trat spätestens mit der Romantik, insbesondere dann gegen Ende des 19.Jahrhunderts, eine verstärkte Besinnung auf die nationale Vergangenheit ein, und man versuchte, das Mittelalter neu zu entdecken und zu verstehen. Nach dem Mißbrauch unter dem Nationalsozialismus findet sich in den ab 1945 verfaßten Stücken fast keine mittelalterliche Thematik mehr, erst ab den 80er Jahren nimmt das Interesse wieder merklich zu.

       

    3. Art und Weise der Rezeption
    4. Für die dramatische Rezeption des Mittelalters gibt es verschiedene Möglichkeiten in Bezug auf die Stoff- und Themenkreise:

      é Darstellung historisch belegter Figuren oder Ereignisse

      é Übernahme mittlealterlicher literarischer Themen, Sagen oder Mythen

      é Bezugnahme auf das mittelalterliche Theater an sich

      Die meisten Dramen rezipieren mittelalterliche Thematik auf eine `produktive´ Art und Weise, d.h. Stoffe, Themen, Werke oder auch nur einzelne Bestandteile davon werden in einem kreativen Akt durch den Autor zu einem neuen Werk verarbeitet.

       

    5. Das Mittelalter im `modernen´ Schauspiel
    6. Eine Betrachtung der moderneren Mittelalter-Dramen (ab ca. 1980) zeigt eine zunehmende Tendenz zur Ver- und Bearbeitung von Sagen und mystischen Stoffen, wobei die Thematik um König Arthus, Parzival, Merlin etc. besonders beliebt ist. Die wenigsten Autoren geben bei ihren Schauspielen historische Quellen an und rezipieren häufig aus anderen literarischen Werken, die bereits eine eigene Rezeption und Interpretation des Mittelalters darstellen. In den meisten Schauspielen dient die mittelalterliche Thematik lediglich als Rahmen zur Darstellung bestimmter Intentionen und Ideale des Autors, zum Beispiel um (Sozial-)Kritik an der eigenen Zeit und Gesellschaft zu üben. So dient die `Tafelrunde´ um König Arthus häufig als Symbol für eine bestimmte Gesellschaftsordnung mit bestimmten Werten und Normen, während die Gestalt des Parzival gerne benutzt wird, um die Sehnsucht und Suche des Menschen nach Identität und Erlösung zu verbildlichen.

       

    7. Einige Beispiele für Dramen und Musiktheater mit mittelalterlicher Thematik (im weiteren Sinn):

 

    1. Literaturhinweise (Auswahl):

@-mail: Cornelia.Grueneisen@mh.sbg.ac.at (bis August `98)

cgruenei@ix.urz.uni-heidelberg.de (ab September `98)

 

  1. Das Mittelalter im Roman vor Umberto Eco
  2. Referat: Ds Mittelalter im Roman vor Umberto Eco

    Referentin: Christine Mayer

    1. Der historische Roman:
    1. Berühmte Vertreter:

 

    1. Die mittelalterlichen Romane von 1945 bis 1981 lassen sich in drei verschiedene Kategorien einteilen:

1. Romane, die durch das Mittelalter versuchen Zeitgeschichte zu kritisieren oder bestimmte Schicksale darzustellen.

Friedrich Torberg: 'Süßkind von Trimberg'

Der Roman schildert das Schicksal des Juden Süßkind von Trimberg, der versucht sich im mittelalterlichen Deutschland so gut wie möglich durchzuschlagen, Als Jude bekommt er aber immer wieder die Vorurteile der Bevölkerung zu spüren.

2. Mittelalterliche Romane die das Leben einer geschichtlichen Person schildern:

Lion Feuchtwanger: 'Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch'

Das Leben der Tiroler Herzogin Margarete Maultasch wird von ihrer Kindheit an

beschrieben, besondere Beachtung schenkt der Autor ihrer sprichwörtlichen Häßlichkeit.

Herbert Mumelter: 'Zwei ohne Gnade'

Roman über das Leben des letzten Minnesängers Oswalt von Wolkenstein, der von 1377 bis

1445 in Tirol lebte. Der Roman schildert seine Liebe zu Sabina Jäger, die aber nie eine

glückliche Erfüllung findet

3. Romane, deren Geschichten rund um die Sagen von König Arthus drehen:

Thomas Berger: 'Die Geheimnisse von Camelot'

Eine Aufzählung sämtlicher Sagen rund um König Arthus, Parcival, Tristan und Isolde, den

Ritter Lancelot und den Zauberer Merlin.

Mary Stewart: 'Flammender Kristall’

Der Roman erzählt das Leben des berühmten Zauberers Merlin, wie sich seine Macht im

Laufe seines Lebens entwickelt und wie er am Ende das Leben des 'größten Königs von

Britannien' vorbereitet, von König Arthus.

 

  1. Das Mittelalter im Roman nach Umberto Eco
  2. Referat: Das Mittelalter im Roman nach Umberto Eco

    Referentin: Martina Zallinger

    1. EINLEITUNG:
    2. Seit dem Welterfolg des Romans Der Name der Rose von Umberto Ecos erlebte der historische Roman eine Renaissance. Ebenso wurde es beliebt, den Roman im Mittelalter handeln zu lassen.

      Der Name der Rose gehört auch zu jenen Romanen, welche in die Periode der Postmoderne fallen. Charakteristisch für diese Strömung in der Literatur ist, vereinfacht gesagt, die Verwischung der Grenzen zwischen Fiktionalität und Faktizität.

      Dementsprechend wollte Eco auch nicht das historisch Gesicherte einer Zeit darstellen, sondern das Sag- und Denkmögliche. Dinge, die in der Geschichtsschreibung nicht überliefert sind, die aber durchaus passiert sein könnten.

       

    3. DAS MITTELALTERBILD IM ROMAN ANHAND VON ZWEI BEISPIELEN:
    4. Da der Versuch, Basisliteratur zu diesem Thema zu finden, bisher erfolglos verlaufen ist, soll an dieser Stelle das Mittelalterbild in zwei Romanen erörtert werden.

       

      1. Die Löwin von Aquitanien von Tanja Kinkel (1989):
        1. Zum Inhalt:
        2. Dieser historische Roman befaßt sich mit der Lebensgeschichte der im 12. Jahrhundert lebenden Eleonore von Aquitanien. Sie ist die Enkelin von Wilhelm IX von Aquitanien, dem ersten Troubadour, von welchem sie auch die Liebe zu Kunst und Kultur geerbt hat.

          Mit fünfzehn Jahren wird sie mit Ludwig VII von Frankreich verheiratet, läßt aber nach fünfzehn Jahren ihre Ehe annullieren, da Ludwig ihrer Meinung nach viel zu fromm sei und sich zu sehr von seinem Berater, Abt Suger, beeinflussen lasse.

          Kurz darauf heiratet sie Heinrich Plantagenet, der später Heinrich II von England wird. An der Seite ihres neuen Mannes, der mit denselben Mitteln wie sie kämpft, mischt sie sich tatkräftig in die Politik ein.

          Eleonore wird als bemerkenswerte Frau beschrieben, die nicht nur am Zweiten Kreuzzug teilgenommen, sondern auch sechzehn Jahre Gefangenschaft ausgestanden hat. Mit ihren zweiundachtzig Jahren hat Eleonore beide Ehemänner und acht ihrer zehn Kinder überlebt.

          Um Eleonore ranken sich viele Legenden, die von "leichtsinnig", "kaltblütig und ehrgeizig", und "wenig besser als eine Dirne", bis zu "eine meisterhafte Politikerin", "romantisch" und "Leitstern der Troubadoure" reichen.

          zentrale Themen:

          Machtkämpfe zwischen Kirche und König:

          starke Präsenz des Klerus

          Einfluß auf König -> Einfluß auf die Politik (z.B. Abt Suger als Erzieher und Berater König Ludwigs VII)

          Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket, läßt nicht zu, eigene Gerichtsbarkeit für Geistliche in England aufzugeben -> Konflikt mit dem König, der sie weltlicher Gerichtsbarkeit unterstellen möchte

          Papst kann den Herrscher exkommunizieren und über dessen Land den Kirchenbann verhängen

          Machtkämpfe der Herrscher untereinander:

          - eine Methode, seine Gegner zu beseitigen ist, sie zu vergiften (z.B. Eleonores Bruder und Vater werden vergiftet)

          ständige Bündniswechsel, je nachdem, welches Ziel gerade verfolgt wird

          geheime Verbindungen zu anderen Höfen (Spione)

          - Verheiratung von Kindern, um Verträge zu besiegeln oder Herrschaftsgebiete zu vergrößern

          Kreuzzug:

          Greuel der Kriege werden geschildert (Plünderung der Dörfer, Brandschatzung, Vergewaltigungen)

          - Motive für die Teilnahme an den Kreuzzügen (Befreiung des heiligen Landes von den Moselms, Ablaß der begangen Sünden, andere Länder besuchen)

          Bild der Normannen:

          Seefahrer, Piraten, Straßenräuber, nicht sehr beliebt

          Feste, Feiern, Turniere:

          Bestandteil des höfischen Lebens

          großes Mahl, Musik, Tanz

          Troubadoure (höfische Dichtkunst, Vorgänger der Minnesänger)

          Wie authentisch ist das im Roman vermittelte Mittelalterbild?

          Die Personen und die grobe Handlungsstruktur sind historisch belegbar. Tanja Kinkel hat gut recherchiert und viele Details entsprechen den Fakten. Davon bezeugt die Bibliograghie der Literatur, welche sie über diese Epoche gelesen hat. Sie enthält literarische wie wissenschaftliche Werke. Die einzige Freiheit, die sich Tanja Kinkel genommen hat, ist die Umbenennung von Heinrichs II zweitem unehelichen Sohn, der eigentlich Gottfried hieß, auf Ralph. Die Erklärung dafür besteht darin, daß es bereits eine große Anzahl von Gottfrieds im Roman gibt und Tanja Kinkel eine Verwirrung ausschließen wollte.

           

        3. Zur Autorin:

        Tanja Kinkel ist eine junge deutsche Autorin, die 1969 in Bamberg geboren wurde und dort aufwuchs. Sie schreibt seit ihrem zehnten Lebensjahr und hat schon während ihrer Schulzeit Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien veröffentlicht. Ihr Studium der Germanistik sowie der Theater- und Kommunikationswissenschaften hat sie mit Auszeichnung an der Universität in München abgeschlossen. Sie hat aber keine historische Ausbildung.

        Jeder ihrer bisher erschienen Romane ist ein historischer Roman.

        Neben Die Löwin von Aquitanien schrieb sie:

        *Wahnsinn, der das Herz zerreißt: Handlungsraum ist das puritanische England.

        *Die Puppenspieler: Dieser Roman spielt sich 1484 und danach ab und befaßt sich mit der Hexenverfolgung

        Mondlaub: Dieser Roman schildert die 1492 zu Ende gehende Maurenherrschaft in Spanien .

      2. Die Schatten von La Rochelle: handelt von dem Höhepunkt der Macht Kardinal Richelieus, der Zeitraum der Handlung ist um 1640.
      3. Der Medicus von Noah Gordon (1986):
      4.  

        1. Inhalt:

        Robert Jeremy Cole ist gerade neun Jahre alt, als er im Jahre 1021 von einem fahrenden Bader als Gehilfe aufgenommen wird. Der Bader lehrt ihm die Grundlagen der Heilkunst. Eines Tages hört Rob von der berühmten Akademie in Isfahan und beschließt nach Persien zu reisen, um Arzt zu werden. Doch seine Reise dauert Jahre und schließlich verbringt er lange Zeit als "Jude" in Isfahan , bevor er als Medicus nach England zurückkehrt.

         

      5. zentrale Themen:
        1. Medizin oder Hexerei:
        2. - Krankheiten und Behandlungsmethoden werden beschrieben (z.B. Pocken, Pest, Seitenkrankheit, Aderlaß, Schröpfen, Amputationen)

          - Bader: Mischung aus heilkundigem Mann und Spielmann, Gefahr als Hexer verbrannt zu werden

          - Medicus: nur für reiche Leute, in Europa wird die Medizin als Geschäft gesehen, im Orient ist der Wissensaustausch von Medizinern wichtig

        3. Reisen:
        4. - sie waren anstrengend und gefährlich, Raubüberfälle waren nicht selten -> Umgang mit Waffen ist wichtig, Reisen in einer Karawane mit mehreren Leuten schützt vor Überfällen

          es ging nur langsam voran

        5. Kulturvergleich:
        6. Vergleich der Lebensweise (Feste, Kleidung, Essen und Denkensweise der Christen, Juden und Moslem

        7. Leben in der Stadt:

  1. Zünfte
  2. London als Stadt, die im Umbruch ist und ständig wächst
  3. Stadtbild: Straßenverhältnisse, Märkte, ...
  4. Wie authentisch ist das im Roman vermittelte Mittelalterbild?
  5. In diesem Roman sind nur zwei Personen historisch belegbar, der Arzt Ibn Sina und sein Assistent al-Juzjani. Gordon dürfte verschiedene Bereiche, die er über das Mittelalter in Erfahrung gebracht hat, in das Frühmittelalter verpackt haben, obwohl sie erst im Hoch- und Spätmittelalter anzusiedeln sind. Man denke nur an die Entstehung der Städte und Zünfte. Er stellte jedoch profunde Recherchen über Kleidung, Geldwesen und Medizin im Mittelalter und im besonderen über das Judentum an, dennoch überwiegt das Fiktionale.
  6. Zum Autor:
  7. Noah Gordon wurde 1926 in Worcester, Massachusetts geboren und arbeitete lange als Journalist beim Bostoner Herald. Auch er hat keine historische Ausbildung. Der Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm mit Der Rabbi.
  8. Neben dem Medicus ist Der Schamane ein weiterer historischer Roman, der die Fortsetzung zum Medicus ist. Einen Nachkommen des legendären Medicus zieht es in die Neue Welt, wo er Indianerhaß, Sklavenwirtschaft udn Bürgerkrieg kennenlernt. Die Trilogie der Ärzteromane der Coles findet ihren Abschluß in Die Erben des Medicus, der in der heutigen Zeit spielt.
  9. Weitere Werke sind Die Klinik und Der Diamant des Salomon, die beide in der Gegenwart spielen.

  1. Das Mittelalter in den neuen Medien "CD- Rom: Die Stadt im Mittelalter"Spiel und Computerspiel für das Mittelalter
  2. Referat: Das Mittelalter in den neuen Medien "CD- Rom: Die Stadt im Mittelalter"Spiel und Computerspiel für das Mittelalter

    Referent: Robert Nirnberger

    Die Alltagswelt des Menschen des Mittelalters, aber auch grundlegende historische Wissensvermittlung ist der Inhalt dieser interaktiven Anwendung. Ausgehend von drei unglaublich detailreichen, spannenden Bildern, die der Schweizer Maler Jörg Müller malte, lädt das Programm ein, die städtische Welt per Mausklick zu erforschen und an dem regen Treiben in der Stadt teilzunehmen.

    Der logische Aufbau des Programms, die leicht zu bedienende Oberfläche durch die Maus und die Steuerleiste aber auch die gut recherchierten und zusammenhängend wiedergegebenen Inhalte machen die CD-ROM sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene interessant. Eine Fülle von Animationen, Bilder, Musik und Sprache bereichern die CD in dem Sinne, daß sie eine sowohl fesselnde als auch eine einprägende Wirkung auf den Betrachter hat.

    Die Themen sind zahlreich und nur einige sind hier aufgezählt;

     

    Unterschied von "Stadt" und "Land"Marktrechte und Marktpflichten

    Bevölkerungsentwicklung im Mittelalter

    Die Familie und die Rolle der Frau

    Die Wasserversorgung und Wassernutzen

    Abfallentsorgung

    Essen und Trinken

    Medizin

    Pest, Krankheiten

    Kaufleute, Handwerker,

    Bettler, Minnesänger

    Kirche, Jenseitsvorstellung,

    Aberglaube und Hexenverfolgung

    Strafvollzug, Gericht usw.

     

    Ein weiterer Höhepunkt auf dieser CD ist "Das Rätsel".

    In diesem Spiel wird der Anwender vom Rat der Stadt beauftragt, den rätselhaften Mord am Bürgermeister der Stadt aufzuklären. Dabei gerät man immer tiefer in die Intrigen und Machenschaften der patrizischen Oberschicht. Nur wenn man die Antworten der befragten Personen genau liest, hat man eine Chance, den Täter ausfindig zu machen und in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit einen weiteren Mord zu verhindern. Es werden dabei auf blutrünstige Szenen verzichtet und nur durch logisches Denken, viele Notizen und intensives Betrachten der Stadtbilder kann das Rätsel gelöst werden.

    Systemvoraussetzungen: 486/33, RAM 4MB, CD-ROM, Soundkarte

    Impressum: Freies Historiker Büro, Bergisch Gladbach und MicroMediaArts GmbH, Köln

     

  3. Spiele und Computerspiele für das Mittelalter
  4. Referat: Spiele und Computerspiele für das Mittelalter

    Referent: Gert Hufnagl

    1. EINLEITUNG
    2. Fast alle neuentwickelten Spiele bedienen sich einer Rahmengeschichte bzw. -handlung. Diese dient meist nicht dem besseren Verständnis des Spiels, sondern als Aufhänger, um es interessant zu machen und dem besseren Verkauf.

       

    3. WIE STARK IST DAS THEMA "MITTELALTER" IN SPIELEN VERBREITET?
    4. Ein genereller Trend, daß es in den letzten Jahren zu einem verstärkten Auftreten des Mittelalters am Spielemarkt gekommen ist, ist nicht zu erkennen. Jedes Jahr erscheint jedoch eine Handvoll Spiele, die sich mit dieser Thematik beschäftigen.

       

    5. UNTERSUCHTE SPIELE
    6. Brettspiele

      Computerspiele

       

       

      Avalon; 1995

      Christoph Kolumbus; 1993

      Brabarossa und die Rätselmeister; 1988

      Claim to power; 1995

      Der Feuersalamander; 1987

      Hanse; 1988

      Die Abtei der wandernden Bücher; 1991

      Hexen 1.0; ?

      El Grande – Der König und die Intriganten; 1996

      Warlords 3;?

      Lancelot – Das königliche Spiel; 1990

       

      Löwenherz - Grenzen der Macht; 1997

       

      Rheingold; 1992

       

      Ritter ohne Furcht und Tadel; 1997

       

    7. ZENTRALE THEMEN

    1. Burgen, Ritter, Gebiets- und Machterweiterung(5 Spiele)

    Vermittelt werden traditionelle und bereits bekannte Bilder des Mittelalters, nämlich das der kämpferischen Ritter, die nur auf den eigenen Vorteil sowie Macht- und Gebietszuwachs bedacht sind.

    Geschichtsrelevante Daten und Fakten sowie politische Zusammenhänge fließen nicht ein.

    2. Ritterturniere (2 Spiele)

    Es wird versucht, den Ablauf eines Ritterturniers nachzuvollziehen. Konkrete Zeitangaben fehlen.

    3. Handelssimulationen (3 Spiele)

    Bei diesen Spielen werden am ehesten neue Bilder des Mittelalters vermittelt. Die Spieler bekommen einen guten Einblick in die damaligen Handel- und Wirtschaftssysteme.

    4. Sonstige Spiele (4 Spiele)

    Hier besteht der Bezug zum Mittelalter meist nur durch den Namen oder die Spielfiguren.

    Geschichtsrelevante Daten kommen nicht vor. Vom Mittelalter wird ein düsteres, mystisches Bild vermittelt. Nahe an der Grenze zu "Fantasy-Games

  5. Das Mittelalterbild im Kriminalroman
  6. Referat: Das Mittelalterbild im Kriminalroman

    Referentinnen: Judith Jakob und Doris Haas

     

    1. Einleitung:
    2. Wie der historische Roman erlebt auch der historische Kriminalroman einen regelrechten Boom. Große Verlage wie z. B. Heyne bieten eine große Auswahl an historischen Kriminalromanen an, die Themenbereiche quer durch die Geschichte seit dem Mittelalter behandeln. Diese sehr preisgünstigen Taschenbücher sind leider nicht immer qualitativ hochwertig.

       

      1. Ellis Peters " Der Rosenmord"
        1. Zur Autorin:
        2. Ellis Peters ist ein Pseudonym für Edith Pargenter, die unter ihrem richtigen Namen bereits eine Reihe von historischen Romanen veröffentlicht hat.

          Die Autorin gibt keine Quellen an, wie und warum sie gerade auf diese Zeit bzw. diesen Ort gekommen ist.

          Die Autorin starb im Oktober 1995.

        3. Zum Buch:
        4. Der Kriminalroman "Der Rosenmord" (Originaltitel: "The Rose Rent") kam bereits 1986 auf den Markt und erscheint jetzt bereits in der 12. Auflage.

          Der Roman spielt im hochmittelalterlichen England des Jahres 1142 in der Stadt Shrewsbury, die an der Grenze zu Wales und nordwestlich von Birmingham am Fluß Severn liegt.

        5. Historisch belegbare Personen:
        6. König Stephen à König Stephan von Blois: König von England von 1135 - 1154, seine Regierungszeit war von Bürgerkriegen geprägt, in denen Adel und Kirche erstarkten

          Kaiserin Mathilde à war die Witwe von Heinrich dem V. und vor Stephan Kaiserin

        7. Inhalt:
        8. Eine sehr vermögende und noch junge Witwe Judith Perle vermietet das Haus, in dem sie mit ihrem Mann gelebt hat, an die Abtei des Benediktinerklosters, gegen die symbolische Zahlung von einer weißen Rose aus dem Garten des besagten Hauses. Die Rose wird jährlich von einem jungen Mönch namens Eluric am 22. Juni dem St. Winifred Tag überbracht. Eines Morgens wird dieser ermordet, neben dem zerstörten Rosenstrauch, aufgefunden. Bruder Cadfael und der Sheriff der Stadt Hugh Beringar machen sich auf die Suche nach seinem Mörder. Nach einem weiteren Mordfall und der Entführung Judith Perles und einem Mordanschlag auf sie, können Cadfael und der Sheriff den Verwalter und Cousin Judiths, Miles, als Mörder und Rosenzerstörer überführen, der als nächster Verwandter Judiths Vermögen und ihr Tuchgeschäft im Falle ihres Todes geerbt hätte.

        9. Mittelalterbild:

        Abgesehen von der Einleitung, in der geschichtlich belegbare Personen vorkommen, könnte dieser Roman auch im 16. oder 17. Jahrhundert spielen. Es gibt so gut wie keine Beschreibungen, die auf das Hochmittelalter hindeuten. Insgesamt wird das Leben im England des 12. Jahrhunderts ziemlich verklärt, wenn nicht sogar falsch und äußerst ungenau, dargestellt. Das Mittelalterbild entspricht nicht einmal annähernd den damaligen Zuständen.

         

      2. Paul Harding "Die Galerie der Nachtigallen"
        1. Zum Autor:
        2. Paul Harding ist das Pseudonym eines bekannten englischen Mediävisten, dessen wirklichen Namen wir leider nicht herausfunden haben. Als Paul Harding schrieb der Historiker bereits mehr als 10 Kriminalromane, die alle im Mittelalter spielen. Leider gibt auch er keine Quellen an, wie und warum er gerade diesen Ort und Zeit für seinen Roman gewählt hat.

        3. Zum Buch:
        4. "Die Galerie der Nachtigallen" erschien unter dem Originaltitel " The Nightingale Gallery" 1991 im Eichhorn Verlag. Mit diesem Krimi beginnt eine Romanfolge mit dem dicken Sir John Cranston und seinem Schreiber Bruder Athelstan als Protagonisten.

        5. Historisch belegbare Personen und Fakten:
        6. König Edward à König Edward III., der England von 1327 bis 1377 regierte

          Krieg mit Frankreich à Hundertjähriger Krieg (1339 - 1453)

          Edward der Schwarze Prinz à Edward der Schwarze Prinz, Sohn König Edwards dem III., Vater von Richard II. , dem Nachfolger Edwards des III. auf den Thron

          John von Gaunt à Herzog von Lancaster, Regent während der ersten Jahre der Königszeit Richard des II., weil dieser noch ein Kind war

          Richard II. à König von England von 1377 bis 1399

        7. Inhalt:
        8. Die eigentliche Geschichte handelt aber nicht vom Königshaus, sondern von einem Mord im spätmittelalterlichen London des Jahres 1377, den der Coroner der Stadt Sir John Cranston gemeinsam mit seinem Schreiber dem Mönch Athelstan aufklären soll. Sir Thomas Springfield, ein reicher Goldschmied und guter Freund des Herzogs von Gaunt, wird vergiftet in seinem Haus aufgefunden. Sein Leibdiener Branston findet man erhängt auf dem Dachboden desselbigen Hauses. Alles deutet auf Mord und Selbstmord hin. Doch dann geschehen weitere mysteriöse Morde im Hause Springfield und die beiden Detektive glauben nicht mehr an Zufall. Am Ende können sie die Morde aufklären, die den Oberrichter der Stadt, Lord Fortescue als Auftraggeber entlarven und sogar den Regenten Englands John v. Gaunt in eine peinliche Situation bringen.

        9. Mittelalterbild:

        Durch genaue, detaillierte Schilderungen zeigt uns der Autor ein Mittelalterbild, wie es in einer mittelalterlichen Großstadt am Beispiel Londons Ende des 14. Jahrhunderts wahrscheinlich wirklich zuging. Ich finde das mittelalterliche Bild des Kriminalromans sehr treffend und realistisch, wenn auch das grausame, uns äußerst fremde Bild der mittelalterlichen Stadt stark hervorgehoben wird.

         

      3. E. W. Heine "Toppler"
        1. Zum Autor:
        2. E.W. Heine hat bereits 11 Bücher geschrieben, doch nur Toppler befaßt sich mit einer mittelalterlichen Thematik. Als Quellen für sein Buch nennt der Autor die städtischen und staatlichen Archive von Rothenburg, Würzburg, Nürnberg und Prag. Der Abdruck der Pläne von Rothenburg erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Komission für geschichtliche Landeskunde Stuttgart.

        3. Zum Buch:
        4. "Toppler - Ein Mordfall im Mittelalter" erschien erstmals 1990 im Diogenes Verlag. Im Unterschied zu den beiden vorigen Romanen ist "Toppler" eigentlich eine auf Fakten basierende Biographie Heinrich Topplers, der in Rothenburg ob der Tauber, als mächtiger Kaufmann und zeitweise als Bürgermeister der Stadt wirkte.

        5. Historisch belegbare Personen und Fakten:
        6. Eigentlich sind alle in dem Roman vorkommenden Personen und Fakten historisch belegbar und deshalb erübrigt sich eine Aufreihung derselbigen.

        7. Inhalt:
        8. Das Leben Heinrich Topplers, der ungefähr um 1340 geboren ist und 1408 unter mysteriösen Umständen im Kerker der Stadt Rothenburg den Tod fand, zieht sich wie ein roter Faden durch die 33 Kapitel des Buches, die aber jeweils einen Schwerpunkt auf ein gewisses Thema haben, wie zum Beispiel Ritter, Burgen, die mittelalterliche Stadt, Klöster, Bauern, etc. Der Autor versucht zum Schluß das Mysterium von Topplers Tod zu enthüllen und gibt verschiedene Lösungsvorschläge an, was wirklich im Jahre 1408 geschehen sein könnte. Trotzdem sind es letzlich nur Vermutungen, die auf eine Ermordung Topplers durch die eigenen Ratsmitglieder hindeuten, da alle Akten aus diesem Jahr verschwunden sind.

        9. Mittelalterbild:

        Das Mittelalterbild entspricht, meiner Meinung nach, sehr genau den tatsächlichen Begebenheiten und Lebensumständen des 14. Jahrhunderts in der Reichsstadt Rothenburg. Bei der Überprüfung der Daten konnte ich keinen Fehler finden.

         

      4. Helene Nolthenius "Wenn der Wolf den Wolf frißt"
        1. Zur Autorin:
        2. Helene Nolthenius ist eine pensionierte Professorin für Musikgeschichte mit Schwerpunkt italienische Renaissance. Sie ist niederländische Schriftstellerin.

        3. Zum Inhalt:
        4. Die Geschichte spielt im Jahr 1352 in der Toscana. Hauptperson ist der Bettelmönch Lapo Mosca, der bevor er Mönch wurde als Spielmann seinen Lebensunterhalt bestritt. In dieser Geschichte ist Lapo Mosca im Auftrag des Bischofs von Fisole unterwegs um scheinbar schwere Fälle von Hexerei zu untersuchen. Als eines Tages der Rentenmeister Strozzi ermordet wird begibt sich Lapo Mosca auf die Suche nach dem Mörder.

        5. Zentrale Themen:
        6. - Aberglaube: ein zentrales Thema im Buch ist der Aberglaube der mittelalterlichen

          Bevölkerung

          - Blutrache: Auch die Problematik der Blutrache wird angesprochen. (Der "Giftengel" will

          den Tod seines Vaters rächen)

        7. Historisch belegbare Personen:

        Rentenmeister Strozzi und der Giftengel Angelo Moronti

        Bemerkenswertes: genaue Recherche über die Ereignisse in der Toscana zu dieser Zeit. Die Gedichte und Rondelli im Stück, die zusammenfassende Übersetzungen von Originaltexten sind.

      5. Edward Marston "Schwarze Narren, Rote Teufel"
        1. Zum Autor:
        2. Ist Autor einer Vielzahl historischer Romane, Theaterstücke und Biographien.

        3. Zum Inhalt:
        4. Der Roman spielt im England des Spätmittelalters. Die Hauptperson ist Nicholas Bracewell, der Regisseur der Theatergruppe "Lord Westfield’s Men". Bei der Erstaufführung eines neuen Theaterstücks, den "Lustigen Teufeln", erscheinen anstelle von 2 Teufel 3. Der dritte Teufel wirkt zudem erschreckend echt. Als das Stück zum 2. Mal aufgeführt wird findet man einen der Schauspieler ermordet unter der Bühne. Nun ermittelt Nicholas Bracewell.....

        5. Zentrale Elemente:
        6. - Aberglaube der Bevölkerung: Teufel, Hexen, Magier, Teufelbeschwörer und

          Teufelaustreiber treten auf.

          - komplexes Wissen über mittelalterliches Theater

          - Stellung der Frau: 3 zentrale Frauenfiguren

          die Frau wird als selbstbewußt, attraktiv, willensstark und begehrenswert beschrieben

        7. Schwachpunkt:

        der Roman ist nicht unbedingt ein Kriminalroman des Mittelalters. Obwohl er im ausgehenden Mittelalter spielt könnte er überall und auch viel später spielen. Historisch belegbare Personen gibt es keine. Nur die Bekleidung der Personen läßt auf das ausgehende Mittelalter schließen.

         

      6. Paul Harding "Die Hitze der Hölle"
        1. Zum Autor:
        2. (siehe oben)

        3. Zum Inhalt:
        4. Kriminalroman zur Zeit Edwards von England und Philipp von Frankreich. Als ein Anschlag auf Edward von England gemacht wird und der Attentäter durch ein unheimliches Feuer verzehrt wird. Beginnt eine Reihe von misteriöser Mordfälle. Der Vertraute des Königs Lord Crighton soll die geheimnisvollen Vorfälle rund um den Templerorden aufklären.

        5. Zentrale Elemente:

    - Mystik und Aberglaube: "teuflisches" Feuer das Mönche tötet

    - Templerorden: militärischer Mönchsorden, der sich auf Kreuzzüge begab und 1307

    aufgelöst wurde

    Bemerkenswertes: die Verschwörungstheorie des Autors

    die sehr bildliche Sprache

    spannend zu lesen

     

  7. Das Filmangebot für Schulen über das Mittelalter
  8. Referat: Das Filmangebot für Schulen über das Mittelalter

    Referentin: Sabine LEHNER

    Abschrift erstellt von: Harald W. Grundner

     

    1. 1. Filmeinsatz in der Schule

a) Juristisches Problem:

Eigentlich ist das öffentliche Vorführen von Filmen verboten. Die Justisten sind sich nicht ganz darüber einig, inwiefern die Schule hier einen Grenzbereich darstellt. Aus diesem Grund gibt es auch relativ wenig Literatur zu diesem Thema.

b) Allgemeines zur Macht des Mediums Film:

Der Film vermittelt den Eindruck von Authentizität und unumstrittener Wahrheit, vor allem bei Jugendlichen. Das meiste historische Wissen, welches die Schüler in den Geschichtsunterricht mitnehmen, stammt aus dem Fernsehen.

c) Vorteile und Nachteile des Filmeinsatzes im Geschichtsunterricht:

Vorteile:

Nachteile:

 

    1. 2. Filmangebote für die Schule:

a) Landesfilmstelle (Landesstelle für AV-Lehrmittel)

Zum Thema "Mittelalter" gibt es 33 Filme, wobei die meisten in den 80er oder Anfang der 90er Jahre produziert wurden. Das Filmangebot reicht von Dokumentationen über Ausgrabungsstätten, Filme über berühmte Männer der Geschichte bis hin zu den klassischen Themen wie "Ritter und Burgen", "Kreuzzüge", "Leben einer mitteralterlichen Stadt" usw.

Allerdings liegt die Schwachstelle bei Filmen über das Leben der ärmeren Schichten (von 33 Filmen handeln 3 von Bauern bzw. Handwerkern!)

Alte Filme sind kaum mehr zu bekommen, da sie entweder als "kaputt" aussortiert wurden oder den Schulen "vermacht" wurden.

I. "Die Erstürmung einer mittelalterlichen Stadt"

15 min.; Produktionsjahr: ??? - ca. 50er Jahre

Es handelt sich um eine nachgestellte Filmszene, die den Angriff auf eine befestigte Stadt zeigt. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Waffen, Kriegsanlagen und Verteidigungsvorrichtungen. Dürfte sich um das zwölfte oder dreizehnte Jahrhundert handeln.

Natürlich wird die Stadt am Ende eingenommen, obwohl in dieser Zeit (vor der Verwendung des Schießpulvers) selten befestigte Städte erobert werden konnten. Bei den alten Filmen dürfte das Thema "Burg, Kampf und Ritter" im Mittelpunkt gestanden sein.

II. "Bauer und Grundherr" (Bauernkrieg)

17 min.; Produktionsjahr ??? - ca. 80er Jahre

Die gesellschaftlichen Gegensätze auf dem Land vor dem Bauernkrieg 1525 sollen veranschaulicht werden. Die Lebensbedingungen der Bauern und der Grundherrn werden anhand Theaterszenen, Realaufnahmen und Schaubildern gezeigt. Der Film will einen problemorientierten Unterricht ermöglichen.

Meiner Meinung nach ist der Film zu oberflächlich. Er will mit Gewalt allen Ansprüchen eines "modernen" Unterrichtsfilms genüge tun. Es werden zwar in bewundernswerter Weise die verschiedensten Darstellungsmethoden verwendet, wobei die Auswahl des Dargestellten aber anscheinend eher willkürlich vorgenommen wurde.

b) Filmangebot des BG II (Franz-Josef-Kai 41)

Die Schule bietet ein sehr großes Filmangebot für das Mittelalter (fast 100 Filme auf Video!!).

Es handelt sich hier zum größten Teil um Filme, die von Lehrern aus dem Fernsehen auf Viedo aufgenommen wurden. Das "Filmarchiv" ist, was die Themen und v.a. die neueren Beiträge betrifft, sehr gut sortiert (siehe beigefügte Liste).

III. "Die Welt der Babenberger" (1. Teil: "Das Land der Väter")

45 min.; im ORF gezeigt 1996;

Der Film überraschte mich, da ich mir hauptsächlich politische Geschichte erwartete. Doch dem war nicht so. Der Film beinhaltet meiner Meinung nach alles was man zum Verständnis dieser Zeit braucht. Er beginnt mit der Zeit der Völkerwanderung, wobei der irische Pilger Koloman durch den Film und das Land, so wie er es erlebt haben könnte, führt. Es werden auf anschauliche Weise alle Bereiche berührt: Landschaft, Leben der Menschen [arm und reich], Nahrungsmitttelgrundlage, Bedeutung der Religion, Jenseitsglaube, Missionierung, Anfänge der Babenberger, Quellenkritik, Bezug zur Gegenwart [Computereinsatz, Leopoldi Tag]. Dabei bedient sich der Film auch der verschiedensten Darstellungsmethoden (nachgestellte Szenen, Realaufnahmen, zeitgenössische Bilder, Musikeinlagen usw. ).

Zitat des Hr. Prf. Freh: "Anhand dieser dreiteiligen Filmreihe kann man das gesamte Mittelalter behandeln".

Nachteil: sehr lang! (für die gesamte Reihe müßten 3 Unterrichtseinheiten eingeplant werden). Damit das Gezeigte auch in Wissen transformiert wird, müßte sich der Lehrer zur Wissenssicherung einiger didaktischer Methoden bedienen z.B. Fragenkatalog, Gruppenarbeit)

 

  1. Das Mittelalter im Internet
  2. Referat: Das Mittelalter im Internet

    Referenten: Grundner Harald, Graninger Philipp

     

    1. Einführung in das Medium Internet.
    2. Voraussetzungen: Computer 486 und höher, Modem, Provider

      Zwei bekannte Zugangsprogramme (Browser) zum Internet:

      Netscape Navigator (Lesezeichen-Bookmark)

      MS-Internet Explorer Favoriten

      Mit diesen Browsern wir der Zugang zu den Web-Servern hergestellt.

      Die Darstellung der Daten erfolgt mittels der Hypertext-Programmiersprache HTML.

      Internet ist nicht gleich WWW

      Internet besteht aus WWW erst seit Ende der 1980er Jahre (graphische Fähigkeiten)

      objektorientierte Handhabung der Texte

      Gopher Vorläufer ohne Hypertext-Funktionen (zeichenorientiert)

      WAIS ebenfalls Vorläufer und zeichenorientiert

      Protokolle http (hypertext transfer protocol)

      ftp

    3. Einführung in einzelne Suchmaschinen:
    4. Um Begriffe im Internet suchen zu können, benötigt man Suchmaschinen. Es gibt eine Reihe von Suchmaschinen, die teilweise unten angeführt sind.

      Wie auch viele Anwenderprogramme haben die Suchmaschinen ihre eigene Sprache, d. h. aber nichts anderes, als daß man bestimmte formale Richtlinien befolgen muß um gezielt und effizient arbeiten zu können.

      Die wohl bekanntesten und meist gebräuchlichsten sind: Alta Vista, Yahoo, Lycos, Magellan, Hot Bot ( Neu), Excite, Infoseek, etc.

      Weitere deutschsprachig:  Dino, Aladin, Crawler.De, Fireball, Kolibri, NetGuide, Swiss - ...

    5. Adressen für Startseiten ( "Main Page" genannt) von Suchmaschinen:
    6. Alta Vista:

      http://altavista.digital.com/

      Hot Bot:

      http://www.hotbot.com/default.asp

      Lycos

      http://www-german.lycos.com/

      Yahoo!

      http://av.yahoo.com

      Magellan

      http://www.mckinley.com/

       

          1. 2 Beispiele:
          2. Mit Hilfszeichen kann man die Suche bei Alta Vista einschränken:

            1. Alta Vista:
            2. Zuerst "Wort1[ ]Wort2", das heißt alle Begriffe und Namen, die in irgendeiner Form im Internet vorkommen, werden gesucht.

              "+Wort1 +Wort2", das hat zur Folge, daß nur nach Begriffen gesucht wird, die in Kombination vorkommen.

              "+Wort1 -Wort2", das heißt es wird nach allen Begriffen gesucht, außer nach jenen die durch das Wort2 ausgeschlossen werden.

               

            3. Hot Bot:

      Diese Suchmaschine ist eine der Neueren. Sie umfaßt alle notwendigen Bereiche und mit Hilfe der "Search Options" kann man genau definieren, wonach gesucht werden soll.

      Selbständiges praktisches Arbeiten der einzelnen Gruppen

      Anweisung für Gruppenarbeit:

      Bitte schließt Euch zu Gruppen von 2 bis 3 Personen zusammen.

      Wir geben Euch folgende Begriffe vor und Ihr könnt Euch ein oder zwei davon aussuchen und versucht irgend etwas darüber herauszufinden. Ihr könnt ebenfalls zwischen den Suchmaschinen auswählen und wenn Ihr irgendwelche Fragen dazu habt, stehen wir Euch hilfreich zur Seite.

      Chroniken

      Feudalismus

      Frauen im MA

      Genealogie

      Grundherrschaft

      Handschrift

      Heraldik

      Hexen

      Judentum

      Kaiser

      Karolinger oder irgend ein anderes Geschlecht

      Kreuzzüge

      Lexika

      Luther/ Wittenberg

      MGH

      Minnesänger

      Mittelalterliche Kirche

      Orden

      Pest in Salzburg

      Salzburg im MA

      Sozialgeschichte

      Universitäten

      Urkunden

    7. Diskussion über die eben gemachten Erfahrungen
    8. Welche Erfahrung habt Ihr mit de Medium Internet gemacht?

      Welche Probleme sind dabei aufgetreten?

      Was konntet Ihr zu den jeweiligen Begriffen in Erfahrung bringen?

    9. Schlußfolgerungen – "Mittelalterbild im Internet"
    10. Die Herausforderung, die das Internet an den Historiker stellt, besteht darin, aus der Fülle der Informationen die geeigneten auszuwählen und auszuwerten. Dabei sollte man die WWW-Angebote allerdings nicht als ultimative Tatsachen hinnehmen, sondern als Anlaß für weitere Recherchen und Nachforschungen begreifen. In diesem Sinne stellt sich das Internet für Historiker (und andere Wissenschafter) als gigantische Bereicherung der Recherchequellen und –mittel dar.

      Ein Bild des Mittelalters, so kann man wohl sagen, wird in diesem Sinn keines vermittelt. Das Internet kann ausschließlich als Hilfsmittel fungieren. Nur zu bestimmten Themen kann man Erfahrungen sammeln und diese zur eigenen Weiterentwicklung verarbeiten.

    11. Anhang - Internet Adressen:
          1. Universitäten und Lehrveranstaltungen:
          2. Uni-Bamberg www.uni-bamberg.de

            Uni-Düsseldorf www.rz.uni-duesseldorf.de

            Uni-Erlangen www.phil.uni-erlangen.de

            Uni-Essen www.uni-essen.de

            Uni-Freiburg www.uni-freiburg.de

            Uni-Hamburg www.rrz.uni-hamburg.de

            Uni-Heidelberg www.uni-heidelberg.de www.rzuser.uni-heidelberg.de

            Uni-Kiel www.uni-kiel.de

            Uni-Köln www.rrz.uni-koeln.de www.spinfo.uni-koeln.de

            Uni-Regensburg www.uni-regensburg.de

            FH-Hamburg www.fh-hamburg.de

            FU-Berlin userpage.fu-berlin.de

            MGH www.mgh.de

            http://www.phil.uni-erlangen.de/~p1ges/netzvorl/fma_bayern.html

          3. Bibliographien:
          4. http://www.uni-tuebingen.de/uni/g10/mittelalter/körntgen/lit-01.htm

          5. Handschriftenverzeichnisse:
          6. http://www.oeaw.ac.at/~ksbm/k4.htm

          7. Bildquellen zu Vorlesungen
          8. http://www.uni-tuebingen.de/uni/g10/mittelalter/bilder.html

          9. Frauenforschung und Frauengeschichte
          10. http://www.onb.ac.at/ariadne/03fffg22.htm

          11. Qellensammlungen

    http://www.uni-tuebingen.de/uni/g10/mittelalter/quellen.html

     

  3. Das Mittelalter und seine Repräsentation im Spielfilm
  4. Referat Das Mittelalter und seine Repräsentation im Spielfilm

    Referenten: Sandra Moshammer Johannes Stüger

    1. I. Die "seriösen" Filme
    2. The Knights Of The Round Table (USA 1953) mit Robert Taylor, Ava

      Gardner, Mel Ferrer...

      Klassische Holywoodinszenierung der Artuslegende. Durchaus gefällig und mit

      aufwendiger Ausstattung - das Drehbuch läßt nur manchmal zu wünschen übrig.

      Allerdings gute sagengetreue Bearbeitung des Artusstoffes.

      First Knight (Der Erste Ritter) (USA 1995) mit Richard Gere, Sean Connery,

      Julia Ormond...

      Neuverfilmung des bekannten Sagenstoffes mit aufwendiger Besetzung die den Film vor

      dem entgültigen Untergang bewahrte. Fantasyverfilmung der Legende rund um die Ritter

      der Tafelrunde deren Hauptaugenmerk auf der seichten Liebesbeziehung der beiden

      Hauptdarsteller liegt.

      Adventures of Robin Hood (Robin Hood - König der Vagabunden)

      (USA1938) mit Errol Flynn, Basil Rathbone, Olivia de Haviland...

      Ein Hollywood Klassiker der als Vorlage für die meisten zeitgenössischen Robin Hood

      Filme diente. "Errol Flynn at his best" (Lex. des Int. Films).

      Robin Hood - Prince of Thieves (Robin Hood - König der Diebe)

      (USA 1991) mit Kevin Costner, Morgan Freeman, Mary Elizabeth Mastrantonio...

      Bekannte Neuverfilmung der Legende des heroischen Outlaws. Spannungsgeladener,

      actionreicher Film der zumindest versucht ein authentisches Mittelalterbild zu zeigen.

    3. II. Die Komödien

    Monty Python and the Holy Grail (Die Ritter der Kokusnuß)

    (GB 1974) mit Terry Gillian, John Cleese, Michael Palin...

    Verfilmung des Artusstoffes der bekannten Englischen Komikertruppe. Keinerlei

    Anspruch auf Authentizität aber durchaus von der humoristischen Seite zu sehen.

     

    Time Bandits (GB 1981) mit John Cleese, Michael Palin ...

    Eine Reise durch die Geschichte mit Monty Phyton. Siehe oben.

    Robin Hood - Men in Tights (Robin Hood - Männer in Strumpfhosen)

    (USA 1993) mit Mel Brooks, Cary Elwes, Amy Yasbeck ...

    Mel Brooks Vorstellung eines Robin Hood Films. Wer den Kevin Costner Film nicht

    gesehen hat wird Verständnisschwierigkeiten mit dieser Verfilmung haben. Nimmt die

    traditionelle Hollywood Rezeption des Robin Hood Stoffes auf die Schaufel

     

  5. Das Mittelalter in der Esoterik
  6. Referat: Das Mittelalter in der Esoterik

    Referentin Oberngruber Gudrun

     

    1. Was ist Esoterik?
    2. Esoterik bedeutet in der heutigen Zeit Rückbesinnung auf das kosmische Selbstver-ständnis der Menschen, das durchaus ohne einen religiösen Gottesbegriff im herkömmlichen Sinn auskommt. Bei der Esoterik handelt es sich um ein seit Jahrtausenden überliefertes Urwissen der Menschheit.

       

    3. New Age
    4. Noch vor einigen Jahren war das Wort New Age in aller Munde. Obwohl es mittlerweile um das neue Zeitalter ruhiger geworden ist, existiert das Gedankengut nach wie vor weiter. Die New Age-Bewegung hat keine einheitlichen Denk- oder Organisationsstrukturen. Selbst inhaltlich existieren die verschiedensten Ansätze:

      - der wissenschaftstheoretische Ansatz wird meist von NaturwissenschafterInnen

      vertreten, die ihre jeweiligen Fachgebiete in religiöse Zusammenhänge bringen.

      - beim esoterisch-astrologischen Ansatz werden sogenannte "alte Weisheiten" neu

      entdeckt und in einen Zusammenhang mit New Age gebracht.

      - der schamanische Ansatz versucht Verbindungen zu schaffen, zu "naturreligiösen

      Kraftquellen" und "magischen Kultplätzen" der Indianer, Kelten und Germanen.

      - beim religiösen Ansatz werden die Weltreligionen und kleinere religiöse

      Bewegungenen in Zusammenhang mit dem neuen Zeitalter als Teile einer

      Einheitsreligion gesehen

       

    5. Okkultismus
    6. Okkultismus ist der zusammenfassende Begriff für alle weltanschaulichen Richtungen und Praktiken, die behaupten, nützliche Verbindungen zum Geheimnisvollen, Dunklen und Verborgenen herstellen zu können.

    7. Spiritismus

    Mit Spiritismus versuchen Menschen Kontakt zum Jenseits herzustellen. SpiritistInnen sind Menschen, die an eine jenseitige Geisterwelt glauben. Das Weltbild der SpiritistInnen deutet das menschliche Leben auf der Erde als Anfang und ein menschliches Leben in den "Astralwelten" als Fortsetzung davon.

    Da sich die Esoterik auf das Urwissen der Menschheit stützt, gibt es keine Mittelalterbild in der Gegenwartsliteratur der Esoterik.

    Literaturhinweise:

    QLeuenberger, Hans Dieter: Das ist Esoterik. Eine Einführung in esoterisches Denken und in die esoterische Sprache. Freiburg im Breisgau. 1987.

    QLeuenberger, Hans Dieter: Sieben Säulen der Esoterik. Grundwissen für Suchende. Freiburg im Breigsau. 1989.

    QKeden, Joachim, Hemminger Hansjörg u.a.(Hg.):Gurus Geister Heiler und Propheten. Menschen auf der Suche nach Heil, Gesundheit und Glück. Neukirchen-Vluyn. 1991.

    QDittfurth, Jutta: Feuer in die Herzen. Plädoyer für eine ökologische linke Opposition. Hamburg 1992.

    QHeinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim: Magische Werke. 1. - 4. Band. 1. deutsche Übersetzung. 4. Aufl. Berlin 1921.

     

  7. Das Mittelalter in der Ausstellung
  8. Referat: Das Mittelalter in der Austellung

     

    1. Allgemeine Vorbemerkungen
    2. Das österreichische Publikum begann sich erst in der Nachkriegszeit für Ausstellungen, die sich mit dem Mittelalter auseinandersetzen, verstärkt zu interessieren.

      Die Landesausstellungen (jährlich) haben die Idee geboren, ganze Epochen auszustellen.

      Mit diesem Trend setzte Anfang der 80er Jahre ein Publikumsboom ein.

      Ausstellungen haben wissenschaftlichen Wert für die Nachwelt, vor allem dann, wenn gute Kataloge erstellt werden.

    3. Salzburgspezifische Aspekte
    4. Mittelalterausstellungen sollen einen lokalen und regionalen Bezug haben (weniger Leihgaben notwendig)

      Schwerpunktsetzung: Kunstgegenstände (allerdings sind auch Ausstellungen zum Alltagsleben in Planung!)

      Gotik und Spätgotik (15./16. Jhdt.) sind bezüglich des Quellen- und Objektmaterials am besten erschlossen

    5. Ausstellungstypen

    permanente Ausstellungen mit denkmalpflegerischer Intention

    Bsp. Kapuzinergruft in Wien

    Kunstaustellungen

    Bsp. Europäische Einbandkunst, 1990

    regionale Epochenausstellungen

    Bsp. Wien im Mittelalter, 1975/76

    Ausstellungen mit einer historischen Zentralfigur

    Bsp. Friedrich III, 1966

    Ausstellungen, die sich mit gesellschaftlichen Phänomenen beschäftigen

    Bsp. Tiroler Landesaustellung, 1988

    Ausstellungen, die sich mit alltags- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten auseinandersetzen

    Bsp. "Das andere Mittelalter. Emotionen, Rituale und Kontraste", 1992

     

  9. Das Mittelalter aus theologischer Sicht
  10. Referat: Das Mittelalter aus theologischer Sicht

    1. Teil: Referentin: Monika Heiland

    2. Teil: Referent: Georg Werber

    Medien zum Thema Mittelalter in der AV-Medienstelle der Erzdiözese Salzburg,

    Franz-Josef-Straße 21, 5020 Salzburg

    Öffnungszeiten: werktags 9-12 und 12.30-17 Uhr

      1. Dia-Reihen:
      2. Geschichte der Kirche

        Bildwerk zur Kirchengeschichte

      3. Videofilme:
      4. Achthundert Jahre Franz von Assisi (25 min)

        Teufelsglaube und Hexenverbrennung (20 min)

        Die wahrhaftige Schau - Hildegard von Bingen (45 min)

      5. 16 mm-Filme:
      6. Im Dienen befreit: Katharina von Siena (20 min)

        Die Kreuzzüge (zweiteilige Serie, jeweils 16 min)

      7. Overhead-Transparente:
      8. Die Kirche im frühen Mittelalter

         

        1. Dargestellte Themen
          1. Inquisition (aus Adolf Holl)

          Die Kirche beruft sich bei der Unschädlichmachung der Ketzer auf ein göttliches Gebot. Häresiebegriff: Jedermann wird als Häretiker angesehen, von dem die Volksmeinung behauptet, er sei ein Häretiker.

          Inquisitor war in der Regel der amtierende Bischof.

          Das System der Inquisitionsjustiz war ein "raffiniertes Zusammenspiel von kirchlicher und weltlicher Gewalt".

          1233 wurden die Dominikaner mit dem Inquisitorenamt betraut à Inquisition wird zur "effizienten Unterdrückungsmaschine".

          Die kirchliche Justiz unterschied sich von der weltlichen Justiz dadurch, daß sie keine Taten, sondern Gesinnungen aburteilte.

        2. Hexenverfolgung (aus Adolf Holl)

        In dem Beitrag wird die Frage erörtert, warum der Frauenanteil an Ketzern bzw. Hexen so hoch war (85 %):

        Viele Frauen schlossen sich aufgrund ihrer schlechten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation häretischen Bewegungen an.

        Die allgemeine Frauenverachtung im Mittelalter wurde nachdrücklich durch die abwertende Haltung der Kirche geprägt (die untergeordnete Rolle der Frau wird schon im Schöpfungsakt sichtbar; die Frau als "Verführerin" stellt eine Gefahr für den asketischen Mann dar).

        Die Kirche schuf als Gegenbild zur sündhaften Frau die keusche und jungfräuliche Gottesmutter Maria.

        Medien der Medienstelle der Erzdiözese Salzburg:

      9. Video: Die wahrhaftige Schau, Hildegard von Bingen (45 min)
      10. Diareihe: Geschichte der Kirche
      11. Dargestellte Themen:
        1. Die Kreuzzüge:
          1. Voraussetzungen:
          2. Das Heilige Land war mit Jerusalem 638 in die Hände der Araber und damit in die Hände des Islam gelangt.

            1009 Zerstörung der Grabeskirche.

            Bußpraxis und Bußwallfahren nach Jerusalem besonders 1033 im Milleniumsjahr des Todes Christi.

            In Europa war ständig ein Jerusalem-Bewußtsein vorhanden.

            Die Seldschuk-Türken eroberten 1077 Jerusalem und besiegten 1071 die oströmische Armee bei Manzikert - Kaiser Alexios I (1081-1115) wandte sich um Hilfe an das Abendland.

            Verlauf:

            Papst Urban II. (1088-1099) erklärt auf dem Konzil von Clermont am 27.11.1095 den Kreuzzug - einen bewaffneten Pilgerzug zur Befreiung der Christen im Osten. Mit der Leitung wurde Raimund Graf von Toulouse beauftragt. Daneben bildete sich eine Kreuzzugsbewegung des Volkes. Diese erreichte als erste östliches Gebiet (Konstantinopel Juli 1096), wurde aber im Oktober 1096 bei Nikomedien aufgerieben.

            Die Ritterheere unter der Führung der Fürsten trafen zur Jahreswende 1096/97 in Konstantinopel ein, 1099 wurde Jerusalem erreicht und nach kurzer Belagerung eingenommen (Blutrausch).

            Die folgenden Kreuzüge endeten jeweils mit Niederlagen (Ausnahme Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. 1228/29).

            1291 Fall von Akkon und Ende der Kreuzzugsperiode.

          3. Frauenbewegung:

      Erst im Hochmittelalter entstanden Frauenklöster in größerer Zahl. Oftmals erfolgte Anlehnung an Männerkonvente anfänglich an die Bendiktiner.

      Unter den herausragenden Einzelgestalten ist insbesondere Hildegard von Bingen zu nennen.

      Daneben bildeten sich Formen des freiorganisierten Zusammenlebens für Frauen auf Basis eines von Papst Honorius III. 1216 erlassenen Dekretes.

      Im Video "Teufelsglaube und Hexenverbrennung" kommt den kirchlichen Vertretern bei den Hexenprozessen lediglich die Rolle von Gutachtern bzw. Sachverständigen zu.

      Das Video zeigt ein insgesamt besseres Bild der Kirche als dies in den Beiträgen des Buches von Adolf Holl der Fall ist. Holl vertritt eine sehr kirchenkritische Einstellung in bezug auf Inquisition und Hexenverfolgung.

    1. Literatur

    Angenendt, Arnold: Geschichte der Religiosität im Mittelalter; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1997.

    Haas, Alois Maria: Todesbilder im Mittelalter. Fakten und Hinweise in der deutschen Literatur, Darmstadt 1989

    Holl, Adolf (Hrsg.): Die Ketzer, 1. Auflage, Hamburg 1994

    Mühlenberg, Ekkehard: Epochen der Kirchengeschichte; Quelle & Meyer Verlag, Heidelberg, 2. Aufl., 1991.

    Schragl, Friedrich: Die Kreuzzüge - ein unheiliges Experiment? in Theologische praktische Quartalschrift 3. Heft, 136. Jg. 1988.

    Winkelmann, Friedhelm: Die Kirchen im Zeitalter der Kreuzzüge (11.-13. Jahrhundert); hrsg. Ulrich Gäbler, Gert Haendler und Joachim Rogge, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig, 1994.

    Zinnhobler, Rudolf: Studien zur Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. In: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz, hrsg. von Johannes Ebner und Monika Würthinger, 10. Jahrgang, Linz 1996

     

  11. Eine Erhebung der Mittelaltererkenntnisse
  12. Referat: Eine Erhebung der Mittelaltererkenntnisse

    Referenten: Roland Daxl und MarkusLeßky

    Berfagt wurden: insgesamt 50 SchülerInnen des BRG Schärding

    Davon : männlich 19 weiblich 31

    3. Klasse 29 6. Klasse 21

    1. Fragebogen:

    Liebe Schülerin, Lieber Schüler !

    Du hast hiermit Gelegenheit, an einer wissenschaftlichen Studie der Universität Salzburg teilzunehmen, und Du wirst aus diesem Grund ersucht, Deine Antworten sorgfältig und ohne Hilfe des Nachbarn zu treffen.

    Zur Fragenbeantwortung sind einfach die gewünschten Antworten anzukreuzen, wobei grundsätzlich bei allen Punkten Mehrfachnennungen möglich sind.

    Vielen Dank für die Mitarbeit

    Um den Fragebogen auswerten zu können, brauchen wir vorerst einige Abgaben zu Deiner Person.

    Geschlecht: ¡ männlich ¡ weiblich

    Alter: ¡ 10 Jahre ¡ 11 Jahre ¡ 12 Jahre ¡ 13 Jahre ¡ 14 Jahre ¡ 15 Jahre ¡ 16 Jahre ¡ 17 Jahre ¡ 18 Jahre ¡ 19 Jahre

    Semesternote im Fach Geschichte und Sozialkunde: ¡ Sehr Gut ¡ Gut

    ¡ Befriedigend ¡ Genügend

    ________________________________________________________________________

    Stellung zur Geschichte an sich

    Was hältst Du vom Unterrichtsgegenstand Geschichte und Sozialkunde ?

    ¡ sehr interessant ¡ eher interessant

    ¡ eher uninteressant ¡ total uninteressant

    ________________________________________________________

    Welche der folgenden Aussagen trifft Deiner Ansicht nach für das Fach Geschichte und Sozialkunde zu ?

    ¡ Geschichte ist ein totes Fach ohne Gegenwartsbezug.

    ¡ Die Erfahrungen aus dem Geschichtsunterricht sind für die Zukunft eines jeden Schülers wichtig.

    ¡ Geschichte beschränkt sich vorwiegend auf das Lernen von Jahreszahlen.

    ¡ Geschichte behandelt wichtige Ereignisse der Menschheitsentwicklung.

    ¡ Gäbe es Geschichte als eigenen Gegenstand nicht, würde es mir nichts ausmachen.

    ¡ Die Erfahrungen aus dem Geschichtsunterricht helfen den heutigen Menschen, die Fehler früherer Generationen nicht zu wiederholen.

    Was interessiert Dich an vergangenen Zeiten ?

    ¡ Burgen, Kirchen, Schlösser

    ¡ Die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen

    ¡ Herrschaftsverhältnisse

    ¡ Kriege

    ¡ Das alltägliche Leben der einfachen Menschen

    ¡ Bedeutende Persönlichkeiten (Könige, Feldherrn)

    ¡ Kunstgegenstände (Gemälde, Schmuck, Statuen)

    ¡ Arbeitstechniken

    ¡ Entdeckungsreisen

    ¡ Der Kampf von Menschen für eine bessere Zukunft

    ¡ Ausgrabungen von frühen Kulturen

    ¡ Wirtschaftsordnung

    ________________________________________________________________________

    Welche Rolle spielt Geschichte für Dich ?

    ¡ Ich interessiere mich für das Schulfach Geschichte und Sozialkunde.

    ¡ Ich finde, Geschichte ist für mein zukünftiges Leben wichtig.

    ¡ Mit Geschichte kann ich einfach nichts anfangen.

    ¡ Ich rede gern mit meiner Familie über geschichtliche Themen.

    ¡ Ich beschäftige mich auch außerhalb der Schule mit Geschichte (Reisen, Bücher, Fernsehen)

    ¡ Es fällt mir schwer, an Gesprächen über geschichtliche Themen teilzunehmen.

    ________________________________________________________________________

    Was macht Dir Spaß ?

    ¡ Das Schulbuch im Fach Geschichte

    ¡ Historische Romane und Comics

    ¡ Historische Spielfilme

    ¡ Geschichtliche Dokumente

    ¡ Geschichtliche Erzählungen meines Lehrers

    ¡ Besichtigungen von Museen und Schlössern

    ¡ Spiele mit geschichtlichem Inhalt

    Kenntnisse über das Mittelalter

    Woran denkst beim Begriff "Mittelalter" ?

    ¡ Glanzvolle Turniere und tapfere Ritter

    ¡ Finsterer Aberglaube und grausame Hexenverfolgung

    ¡ Rücksichtslose Adelsherrschaft über leibeigene Bauern

    ¡ Starker Glaube und eindrucksvolle Kirchenbauten

    ________________________________________________________________________

    Welche Eigenschaften treffen Deiner Meinung nach am ehesten auf das Mittelalter zu ?

    ¡ freundlich

    ¡ gefährlich

    ¡ hell

    ¡ dunkel

    ¡ stinkend

    ¡ fröhlich

    ¡ düster

    ¡ finster

    ¡ kriegerisch

    ¡ friedlich

    ________________________________________________________________________

    Welche der folgenden Aussagen treffen Deiner Meinung nach zu ?

    ¡ Im Mittelalter war das Leben viel interessanter und abwechslungsreicher als heute.

    ¡ Der Großteil der mittelalterlichen Menschen lebte in Burgen oder Schlössern.

    ¡ Die einfachen Menschen des Mittelalters ernährten sich hauptsächlich von Brei und Gemüse.

    ¡ Im Mittelalter gab es viele Hexen und Magier, welche die Menschen verzauberten oder ihre ¡ Handlungen und Taten sonstwie beeinflußten.

    ¡ Das Leben der einfachen mittelalterlichen Menschen war geprägt von Religion und Arbeit.

    ¡ Den mittelalterlichen Menschen ging es besser als uns, denn es gab weder Umweltverschmutzung noch die Gefahr eines Atomkrieges.

    ________________________________________________________________________

    In welche Zeitperiode würdest Du das Mittelalter einordnen ?

    ¡ 357 bis 869

    ¡ Habe keine Ahnung.

    ¡ 500 bis 1500

    ¡ Dies ist nicht genau eingrenzbar.

    ¡ 800 bis 1789

    ¡ Völkerwanderung bis Entdeckung Amerikas

    Welche der folgenden Personen würdest Du zum Mittelalter rechnen ?

    ¡ Albrecht von Wallenstein

    ¡ Alexander der Große

    ¡ Asterix

    ¡ Christoph Columbus

    ¡ Friedrich I. Barbarossa

    ¡ Hägar der Schreckliche

    ¡ James Cook

    ¡ Johann Hus

    ¡ Karl der Große

    ¡ Maria Theresia

    ¡ Martin Luther

    ¡ Napoleon Bonaparte

    ¡ Odoaker

    ¡ Papst Gregor VII.

    ¡ Ramses III.

    ¡ Rudolf von Habsburg

    ¡ Theoderich der Große

    ¡ Xerxes von Sardes

    ________________________________________________________________________

    Welche der folgenden Geschehnisse passen ins Mittelalter ?

    ¡ Deutsche Bauernkriege

    ¡ Erster Weltkrieg

    ¡ Reformation

    ¡ Entstehung der Zünfte

    ¡ Inquisition

    ¡ Erfindung der Dampfmaschine

    ¡ Zweiter Punischer Krieg

    ¡ Interregnum

    ¡ Aufkommen von Städten + Bürgertum

    ¡ Globales Weltwirtschaftssystem

    Herkunft dieser Kenntnisse

    In welchen Zusammenhang hast Du außerhalb der Schule schon über das Mittelalter gehört ?

    ¡ Ich habe Spielfilme über das Mittelalter gesehen.

    Wenn ja, welche ?

    ...............................................................................................................................................................................................................................................................................................

    ¡ Ich habe in Kinder- und Jugendbüchern über das Mittelalter gelesen

    Wenn ja, welche ?

    ...............................................................................................................................................................................................................................................................................................

    ¡ Ich habe mittelalterliche Romane oder Krimis gelesen

    Wenn ja, welche ?

    ...............................................................................................................................................................................................................................................................................................

    ¡ Ich kennen mittelalterliche Brett- oder Computerspiele

    Wenn ja, welche ?

    ...............................................................................................................................................................................................................................................................................................

    ¡ Ich habe oder hatte Spielsachen zu Hause, die sich auf das Mittelalter beziehen.

    Wenn ja, welche ?

    ...............................................................................................................................................................................................................................................................................................

    ¡ Meine Eltern haben mit mir über das Mittelalter gesprochen.

    Ich habe in Kindergarten und Volksschule schon über das Mittelalter gehört.

  13. Schlußbesprechung