LehrveranstaltungsleiterIn:

Univ.Ass. Mag. Dr. Christian Rohr

LV-Nummer:

312011

 

Lehrveranstaltungstitel:

 

Lehrveranstaltungstyp:

 

 

 

PS Mittelalterliche Geschichte: Burgund und die Niederlande bis 1648

 

Anrechenbar für:

 

ECTS-Credits:

6

Mittelalterliche Geschichte, Interdisziplinäre Mittelalterstudien

 

 

 

Anmeldung persönlich oder online notwendig:

 

 

 

Kurzbeschreibung:

 

Kaum eine topographische Bezeichnung in Europa war im Laufe der Geschichte so großen Wandlungen unterworfen wie "Burgund": Während heute darunter nur mehr eine Region im Osten Frankreichs zu verstehen ist, erstreckte sich das Burgund der Völkerwanderungszeit zunächst am mittleren Rhein, danach entlang der französischen Flüsse Rhone und Saone. Im Mittelalter wurde mit Burgund zumeist der gesamte zweisprachige Bereich zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich bezeichnet, der von der Schweiz bis zu den Niederlanden reichte. An diesem Schnittpunkt der Kulturen entwickelte sich vor allem im Spätmittelalter ein Zentrum der Kultur und Wirtschaft, dessen einstige Bedeutung noch heute an der Städtekultur der Niederlande, Belgiens und Ostfrankreichs ablesbar ist. Durch den Erwerb großer Teile Burgunds durch die Habsburger (1477) ist auch die österreichische Geschichte eng mit dieser zentralen Region Europas verbunden. Den Beginn der Betrachtung bildet die Völkerwanderungszeit, das Ende der Westfälische Friede von 1648, mit dem das Vereinigte Königreich der Niederlande seine volle Souveränität erhielt.

Im Proseminar sollen in gleicher Weise politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen zum Tragen kommen; die Beteiligung von Studierenden verwandter Studienrichtungen (z.B. Romanistik, Kunstgeschichte) ist ausdrücklich erwünscht. Die Lehrveranstaltung dient auch zur Vorbereitung für die Exkursion in die Niederlande (gemeinsam mit V.Ass. Mag. Dr. Ewald Hiebl), die im Sommersemester stattfinden wird (voraussichtlich 19.-27. Mai 2006, Voranmeldung ab Ende Juni 2005 im Sekretariat bei Frau Stoiber, Zimmer 1040, möglich). Die vorbereitende Teilnahme am Proseminar ist anzuraten, aber nicht verpflichtend.

 

Anforderungen/Prüfungsmodalitäten:

 

Regelmäßige Mitarbeit

Erarbeitung ausgewählter Basisliteratur in Kleingruppen

Referat und PS-Arbeit (ca. 20 Seiten) zu einem gewählten Thema

Verpflichtendes Reflexionsgespräch

 

Einführende Literatur:

 

Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden, Stuttgart 1987 (Klassiker aus dem Jahr 1919)

Michael Erbe, Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen Raumes, Stuttgart u.a. 1992

Reinhold Kaiser, Die Burgunder, Stuttgart 2004 (Urban-Taschenbücher 586)

Michael North, Geschichte der Niederlande, München 1997 (Beck'sche Reihe 2078)

Franz Petri/Ivo Schöffer/Jan Juliaan Woltjer, Geschichte der Niederlande: Holland, Belgien, Luxemburg, München 1991 (Handbuch der europäischen Geschichte, dtv 4571)