Fachbereich Praktische Theologie - Liturgiewissenschaft & Sakramententheologie

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IV. Kapitel

Verschiedene Formen der Messfeier

74. Wegen ihrer Zeichenhaftigkeit soll innerhalb der Ortskirche jener Messfeier der erste Rang zukommen, die der Bischof, umgeben von Priestern der Ortskirche und anderen Mitwirkenden56, leitet und an der das heilige Volk Gottes voll und tätig teilnimmt. Denn hier wird in besonderer Weise die Kirche sichtbar.

75. Eine bedeutende Stellung kommt auch der Messe zu, die mit einer Gemeinschaft, vor allem mit einer Pfarrgemeinde, gefeiert wird, da in ihr die Gesamtkirche an einem bestimmten Ort und zu bestimmter Zeit gegenwärtig wird; das gilt besonders vom gemeinsamen Sonntagsgottesdienst57.

76. Unter den Messen, die von bestimmten Gemeinschaften gefeiert werden, haben die "Konventsmesse", die Teil des täglichen Offiziums ist, und die "Kommunitätsmesse" eine besondere Stellung. Obwohl diese Messen keine eigene Form der Feier erfordern, sollen sie nach Möglichkeit mit Gesang gehalten werden und unter voller Teilnahme jener, die zur betreffenden Ordens- oder Kanonikergemeinschaft gehören. In dieser Feier sollen alle das ihrer Weihestufe oder Beauftragung entsprechende Amt ausüben. Alle Priester sollten also in diesen Messen womöglich konzelebrieren, soweit nicht seelsorgliche Erfordernisse entgegenstehen. Dabei können alle Priester, die zu dieser Gemeinschaft gehören und aus seelsorglichen Gründen einzeln zelebrieren müssen, am selben Tag bei der Konvents- oder der Kommunitätsmesse konzelebrieren58.

I. Die Messfeier mit Gemeinde

77. Unter "Messfeier mit Gemeinde" ist eine Messe zu verstehen, die mit Teilnahme von Gläubigen gehalten wird. Besonders an Sonn- und Feiertagen soll sie nach Möglichkeit mit Gesang und unter Beteiligung entsprechend zahlreicher Mitwirkender gefeiert werden59. Sie kann jedoch auch ohne Gesang und mit nur einem, der einen besonderen Dienst versieht, gehalten werden.

78. Außer dem Priester sollten in der Regel ein Akolyth, ein Lektor und ein Kantor mitwirken; diese Form wird im Folgenden als "Grundform" bezeichnet. Der nachstehend beschriebene Verlauf der Messfeier sieht auch die Möglichkeit einer größeren Anzahl von Mitwirkenden vor.
In jeder Form der Feier kann ein Diakon seinen Dienst ausüben.

Die Vorbereitung

79. Der Altar soll mit wenigstens einem Tuch bedeckt werden. Auf dem Altar oder in seiner Nähe sollen das Kreuz und zwei oder vier oder sechs oder, wenn der Ortsbischof die Messe feiert, sieben Leuchter mit brennenden Kerzen aufgestellt werden. Leuchter und Kreuz können in der Einzugsprozession mitgetragen werden. Das Evangelienbuch kann auf den Altar gelegt werden, falls es vom Lektionar unterschieden ist und nicht in der Einzugsprozession mitgetragen wird.

80. Ebenso sind vorzubereiten:
a) beim Priestersitz das Messbuch und gegebenenfalls ein Buch mit den Gesängen;
b) auf dem Ambo das Lektionar;
c) auf dem Kredenztisch Kelch, Korporale, Purifikatorium, Palla (falls sie verwendet wird), Patene und Hostienschalen (falls erforderlich) mit dem Brot für die Kommunion des Priesters, der Mitwirkenden und der Gemeinde, je ein Kännchen mit Wein und Wasser, wenn dies nicht von den Gläubigen zur Gabenbereitung herbeigebracht wird; die Kommunionpatene für die Gläubigen; außerdem, was zur Händewaschung nötig ist. Der Kelch sei mit einem Tuch bedeckt, das immer weiß sein kann.

81. In der Sakristei sollen die liturgischen Gewänder für Priester und Mitwirkende bereitliegen, wie sie für die jeweilige Form der Feier benötigt werden:
a) für den Priester: Albe, Stola und Messgewand;
b) für den Diakon: Albe, Stola, Dalmatik; von der Dalmatik kann man, falls notwendig oder falls der Gottesdienst nicht so feierlich gehalten wird, absehen;
c) für alle anderen: Albe oder andere rechtmäßig zugelassene Gewänder. Alle, die eine Albe anziehen, können auch Zingulum und Schultertuch verwenden.

A. Die Grundform

Die Eröffnung

82. Ist die Gemeinde versammelt, ziehen Priester und Mitwirkende in liturgischer Kleidung in dieser Reihenfolge zum Altar:
a) ein Altardiener mit dem Weihrauchfass, falls Weihrauch verwendet wird;
b) die Altardiener (falls üblich mit Kerzen) und zwischen ihnen gegebenenfalls der Kreuzträger;
c) die Akolythen und die übrigen Mitwirkenden;
d) der Lektor, der das Evangelienbuch tragen kann;
e) der Priester, der die Messe feiert.
Wird Weihrauch verwendet, legt der Priester vor Beginn des Einzugs Weihrauch ein.

83. Während des Einzugs zum Altar wird der Gesang zur Eröffnung vorgetragen (vgl. Nr. 25–26).

84. Am Altar angelangt, ehren ihn Priester und Mitwirkende, das heißt, sie machen eine tiefe Verneigung oder, wenn dort die Eucharistie aufbewahrt wird, eine Kniebeuge.
Wird das Kreuz in der Prozession mitgetragen, stellt man es neben dem Altar oder an einer anderen passenden Stelle auf. Die Altardiener stellen die Leuchter neben den Altar oder auf den Kredenztisch; das Evangelienbuch wird auf den Altar gelegt bzw. gestellt.

85. Der Priester tritt an den Altar und ehrt ihn durch einen Kuss; dann kann er ihn umschreiten und inzensieren.

86. Anschließend geht der Priester zum Sitz; alle stehen, und nach Beendigung des Gesangs zur Eröffnung macht der Priester gemeinsam mit der ganzen Gemeinde das Kreuzzeichen und spricht: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Die Gemeinde antwortet: "Amen."
Dann begrüßt der Priester die Gemeinde. Er wendet sich ihr zu, breitet die Hände aus und spricht eines der vorgesehenen Grußworte. Er oder ein geeigneter Mitwirkender kann in kurzen Worten die Gläubigen in die Tagesmesse einführen.

87. Nach dem Allgemeinen Schuldbekenntnis folgen entsprechend den Rubriken Kyrie und Gloria (Nr. 30–31). Das Gloria kann entweder vom Priester oder von den Vorsängern angestimmt oder von allen gemeinsam begonnen werden.

88. Der Priester lädt dann die Gemeinde zum Gebet ein; er faltet die Hände und spricht: "Lasset uns beten." Alle beten kurz unter Stillschweigen gemeinsam mit dem Priester. Dann breitet er die Hände aus und spricht das Tagesgebet; am Schluss stimmt die Gemeinde mit "Amen" zu.

Der Wortgottesdienst

89. Ist das Tagesgebet beendet, geht der Lektor zum Ambo und trägt die erste Lesung vor; alle hören sie sitzend an und sprechen am Ende die Akklamation.

90. Der Psalmsänger beziehungsweise der Kantor oder auch der Lektor trägt nach der Lesung den Psalm vor; die Gemeinde beteiligt sich mit dem Kehrvers (vgl. Nr. 36).

91. Kommt vor dem Evangelium noch eine zweite Lesung, trägt sie der Lektor wie oben angegeben vom Ambo aus vor. Alle sitzen und hören zu; am Schluss sprechen sie die Akklamation.

92. Es folgt das Halleluja beziehungsweise je nach der liturgischen Zeit ein anderer Gesang (vgl. Nr. 37–39).

93. Während des Halleluja beziehungsweise des entsprechenden Gesangs kann der Priester Weihrauch einlegen. Dann faltet er die Hände, verneigt sich vor dem Altar und betet still das "Heiliger Gott, reinige".

94. Wenn das Evangelienbuch auf dem Altar liegt, nimmt er es nun und geht zum Ambo; vor ihm gehen Altardiener, die Weihrauch und Kerzen mittragen können.

95. Am Ambo öffnet der Priester das Buch und spricht: "Der Herr sei mit euch", dann: "Aus dem heiligen Evangelium." Er macht mit dem Daumen das Kreuzzeichen auf das Buch und auf Stirn, Mund und Brust. Falls Weihrauch verwendet wird, inzensiert er das Buch. Nach der Akklamation der Gemeinde verkündet er das Evangelium. Dann küsst er das Buch und spricht: "Herr, durch dein Evangelium nimm hinweg unsere Sünden." Nach dem Evangelium folgt entsprechend dem jeweiligen Brauch die Akklamation der Gemeinde.

96. Ist kein Lektor da, trägt der Priester selbst alle Lesungen – und notfalls auch die Zwischengesänge – vom Ambo aus vor. Dort legt er gegebenenfalls auch Weihrauch ein und spricht verneigt das "Heiliger Gott, reinige".

97. Die Homilie wird vom Priestersitz oder vom Ambo aus gehalten.

98. Das Glaubensbekenntnis wird vom Priester gemeinsam mit der Gemeinde gesprochen (vgl. Nr. 44). Zu den Worten "hat Fleisch angenommen" bzw. "empfangen durch den Heiligen Geist" verneigen sich alle; am Hochfest der Verkündigung des Herrn und an Weihnachten knien alle nieder.

99. Dann folgen unter Beteiligung der Gemeinde die Fürbitten, die der Priester vom Sitz oder vom Ambo aus leitet (vgl. Nr. 45–47).

Die Eucharistiefeier

100. Nach den Fürbitten beginnt man den Gesang zur Gabenbereitung (vgl. Nr. 50). Die Altardiener bringen Korporale, Purifikatorium, Kelch und Messbuch zum Altar.

101. Es ist wünschenswert, dass die Teilnahme der Gläubigen dadurch sichtbar wird, dass sie Brot und Wein für die Eucharistiefeier oder andere Gaben bringen, die den Bedürfnissen der Kirche und der Armen dienen. Der Priester nimmt unter Mitwirkung der Altardiener die Gaben entgegen; Brot und Wein für die Eucharistiefeier werden zum Altar gebracht, die anderen Gaben an einem geeigneten Platz niedergelegt.

102. Der Priester nimmt am Altar von einem Altardiener die Patene (Hostienschale) mit dem Brot entgegen, hebt sie mit beiden Händen ein wenig empor und spricht die dazugehörenden Worte. Dann legt er die Patene mit dem Brot auf das Korporale.

103. Hierauf geht er an die Seite des Altars. Ein Altardiener reicht dem Priester die Kännchen. Der Priester gießt Wein und etwas Wasser in den Kelch und spricht leise die dazugehörenden Worte. Dann kehrt er zur Mitte des Altares zurück, nimmt den Kelch, hebt ihn mit beiden Händen etwas empor und spricht die dazugehörenden Worte. Danach stellt er den Kelch auf das Korporale; er kann ihn mit der Palla bedecken.

104. Hat er den Kelch auf den Altar niedergestellt, betet er verneigt und still "Herr, wir kommen zu die mit reumütigem Herzen".

105. Anschließend kann der Priester die Gaben und den Altar inzensieren, dann ein Altardiener den Priester und die Gemeinde.

106. Nach dem Gebet "Herr, wir kommen zu dir mit reumütigem Herzen" bzw. nach dem Inzensieren geht der Priester zur Händewaschung an die Seite des Altares; während der Altardiener ihm Wasser über die Hände gießt, betet der Priester still den Psalmvers.

107. Der Priester kehrt zur Mitte zurück, wendet sich zur Gemeinde, breitet die Hände aus und lädt zum Gebet ein mit den Worten: "Betet, Brüder." Dann faltet er wieder die Hände. Nach der Antwort der Gemeinde breitet er die Hände aus und spricht das Gabengebet. Die Gemeinde bekräftigt es mit "Amen".

108. Dann beginnt der Priester das eucharistische Hochgebet. Zu den Worten: "Der Herr sei mit euch" breitet er die Hände aus. Zu den Worten "Erhebet die Herzen" hebt er die ausgebreiteten Hände empor und spricht: "Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott." Nach der Antwort der Gemeinde "Das ist würdig und recht" trägt der Priester die Präfation vor. Hat er sie beendet, faltet er die Hände, und alle, Priester, Mitwirkende und Gemeinde, singen oder sprechen das "Sanctus-benedictus" (vgl. Nr. 55b).

109. Der Priester setzt das eucharistische Hochgebet entsprechend den Anweisungen in den einzelnen Hochgebeten fort. Wenn der Zelebrant Bischof ist, fährt er nach den Worten "in Gemeinschaft mit deinem Diener, unserem Papst N.", fort: "und mir, deinem unwürdigen Diener." Der Ordinarius wird mit folgenden Worten genannt: "in Gemeinschaft mit deinem Diener, unserem Papst N., und unserem Bischof (Kapitularvikar, Prälat, Präfekten, Abt) N." Die Koadjutoren und Weihbischöfe dürfen im Hochgebet genannt werden. Wenn es mehrere sind, werden sie zusammenfassend erwähnt: "... und unserem Bischof N. und seinen Weihbischöfen"60. Diese Formulierungen sind dem betreffenden Text der verschiedenen Hochgebete anzupassen.
Kurz vor der Konsekration kann ein Altardiener ein Glockenzeichen geben; wo es Brauch ist, auch beidemal, wenn der Zelebrant dem Volk die konsekrierten Gestalten zeigt.

110. Nach der Schlussdoxologie des eucharistischen Hochgebetes faltet der Priester die Hände und spricht die Einleitung zum Gebet des Herrn. Alle beten dann gemeinsam das Vaterunser, wobei der Priester die Hände ausbreitet.

111. Nach dem Gebet des Herrn trägt der Priester den Embolismus vor: "Erlöse uns, Herr", wobei er die Hände ausbreitet. Die ganze Gemeinde spricht die Doxologie: "Denn dein ist das Reich."

112. Der Priester spricht vernehmlich: "Der Herr hat zu seinen Aposteln gesagt." Zum Friedensgruß: "Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch" breitet er die Hände aus und faltet sie wieder. Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste." Der Priester kann dann zum Friedensgruß auffordern, worauf alle entsprechend den örtlichen Gewohnheiten in einem Zeichen einander Frieden und Bruderliebe bezeugen. Der Priester kann den Altardienern den Friedensgruß geben.

113. Der Priester nimmt die Hostie, teilt sie über der Hostienschale, senkt ein Teilchen in den Kelch und betet still: "Das Sakrament des Leibes und Blutes Christi". Inzwischen wird von Sängerchor und Gemeinde das "Agnus Dei" gesungen oder gesprochen (vgl. Nr. 56 e).

114. Der Priester betet dann still: "Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes" oder "Herr Jesus Christus, der Empfang deines Leibes und Blutes".

115. Hat der Priester das Gebet beendet, macht er eine Kniebeuge, nimmt die Hostie, hält sie etwas über die Schale empor und spricht zur Gemeinde gewandt: "Seht das Lamm Gottes." Gemeinsam mit der Gemeinde spricht er dann einmal: "Herr, ich bin nicht würdig."

116. Zum Altar gewandt, betet er still: "Der Leib Christi" und empfängt ehrfürchtig den Leib Christi. Dann nimmt er den Kelch und spricht dabei: "Das Blut Christi" und empfängt ehrfürchtig das Blut Christi.

117. Wenn die Kommunion nur unter einer Gestalt ausgeteilt wird, nimmt er die Patene oder Hostienschale, geht zu den Kommunizierenden, zeigt jedem einzelnen die Hostie, indem er sie etwas emporhält, und spricht: "Der Leib Christi." Der Kommunizierende antwortet: "Amen" und empfängt den Leib des Herrn; er hält die Kommunionpatene unter den Mund.

118. Für die Kelchkommunion sind die unten angegebenen Weisungen zu beachten (vgl. Nr. 240–252).

119. Während der Priester kommuniziert, beginnt man den Gesang zur Kommunion (vgl. Nr. 56 i).

120. Nach der Kommunionausteilung kehrt der Priester zum Altar zurück, sammelt, falls nötig, die Hostienteilchen, geht an die Seite oder zum Kredenztisch, reinigt Patene oder Hostienschale über dem Kelch, dann den Kelch, indem er leise spricht: "Was wir mit dem Munde empfangen haben", und trocknet ihn mit dem Kelchtüchlein. Sind die Gefäße am Altar gereinigt worden, bringt sie ein Altardiener zum Kredenztisch. Man kann die Gefäße, vor allem wenn es mehrere sind, auch auf dem Altar oder auf dem Kredenztisch auf einem Korporale entsprechend bedeckt stehen lassen und erst nach der Messe reinigen.

121. Sind die Gefäße gereinigt, kann der Priester zum Priestersitz gehen. Man kann eine längere Gebetsstille halten oder ein Loblied bzw. einen Psalm singen (vgl. Nr. 56 j).

122. Der Priester spricht beim Sitz oder beim Altar stehend und zur Gemeinde gewandt: "Lasset uns beten"; nach einer kurzen Stille – falls eine solche nicht bereits vorher auf die Kommunion gefolgt war – breitet er die Hände aus und spricht das Schlussgebet, dem die Gemeinde mit "Amen" zustimmt.

Der AbSchluss

123. Auf das Schlussgebet folgen gegebenenfalls kurze Mitteilungen an die Gemeinde.

124. Dann breitet der Priester die Hände aus und grüßt die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch." Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste." Dann spricht der Priester: "Es segne euch der allmächtige Gott", und fährt fort – während er das Segenszeichen macht: "der Vater und der Sohn und der Heilige Geist." Alle antworten: "Amen." An bestimmten Tagen und bei besonderen Anlässen wird dieser Segen, falls vorgesehen, durch ein feierliches Segenswort oder durch das Gebet über die Gemeinde erweitert.
Nach dem Segen faltet der Priester die Hände und spricht: "Gebet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

125. Dann ehrt der Priester in der Regel den Altar durch einen Kuss, macht gemeinsam mit den Altardienern das vorgesehene Zeichen der Verehrung und kehrt in die Sakristei zurück.

126. Folgt auf die Messe eine andere liturgische Feier, entfällt der AbSchluss, d. h. Gruß, Segen und Entlassung.

B. Die Aufgaben des Diakons

127. Übt bei der Messe ein Diakon seinen Dienst aus, gelten die Bestimmungen des vorhergehenden Abschnittes mit folgenden Ausnahmen.
Grundsätzliche Aufgabe des Diakons ist es:
a) dem Priester zu assistieren und ihn zu begleiten;
b) am Altar sowohl beim Kelch wie am Buch zu dienen;
c) falls keine anderen Mitwirkenden da sind, deren Aufgaben soweit als notwendig zu übernehmen.

Die Eröffnung

128. Bekleidet mit den liturgischen Gewändern, geht der Diakon – falls er das Evangelienbuch trägt, vor dem Priester, sonst neben ihm - zum Altar.

129. Gemeinsam mit dem Priester erweist er dem Altar das entsprechende Zeichen der Verehrung; dann tritt er mit dem Priester zum Altar und legt dort das Evangelienbuch nieder. Er ehrt zusammen mit dem Priester den Altar durch einen Kuss. Wird Weihrauch verwendet, assistiert er dem Priester beim Einlegen des Weihrauchs und beim Inzensieren des Altars.

130. Dann geht er gemeinsam mit dem Priester zum Sitz, bleibt dort an der Seite des Priesters und hilft ihm, falls es nötig ist.

Der Wortgottesdienst

131. Während das Halleluja oder der entsprechende andere Gesang vorgetragen wird, hilft der Diakon dem Priester gegebenenfalls beim Einlegen des Weihrauchs. Dann verneigt er sich vor dem Priester und erbittet mit den leise gesprochenen Worten den Segen: "Ich bitte um den Segen." Der Priester segnet ihn mit den Worten: "Der Herr sei in deinem Herzen." Der Diakon antwortet: "Amen." Dann nimmt er das Evangelienbuch, sofern es auf dem Altar liegt, und geht zum Ambo. Falls Altardiener da sind, gehen sie ihm voraus; sie können Leuchter und Weihrauch mittragen. Am Ambo angelangt, grüßt er die Gemeinde, inzensiert das Buch und verkündet das Evangelium. Dann küsst er das Buch und betet still: "Herr, durch dein Evangelium" und kehrt zum Priester zurück. Folgt keine Homilie und auch kein Glaubensbekenntnis, kann der Diakon zu den Fürbitten am Ambo bleiben. Die Altardiener gehen an ihre Plätze zurück.

132. Nach der Einleitung des Priesters spricht der Diakon vom Ambo oder einer anderen passenden Stelle aus die einzelnen Gebetsmeinungen der Fürbitten.

Die Eucharistiefeier

133. Zur Gabenbereitung bleibt der Priester zunächst am Sitz. Der Diakon bereitet den Altar unter Mithilfe anderer Altardiener, wobei er für die liturgischen Gefäße zu sorgen hat. Er hilft dem Priester auch beim Entgegennehmen der Gaben der Gemeinde. Dann reicht er dem Priester die Hostienschale mit dem Brot für die Eucharistiefeier, gießt Wein und etwas Wasser in den Kelch, indem er leise spricht: "Wie das Wasser", und reicht den Kelch dann dem Priester. Er kann jedoch den Kelch auch am Kredenztisch bereiten, d. h. Wein und Wasser dort eingießen. Wird Weihrauch verwendet, hilft der Diakon dem Priester beim Inzensieren der Gaben und des Altares; dann inzensiert er oder ein anderer Altardiener den Priester und die Gemeinde.

134. Während des eucharistischen Hochgebetes steht der Diakon beim Priester, jedoch etwas hinter ihm. Falls notwendig, hilft er beim Kelch und Messbuch.

135. Zur Schlussdoxologie des eucharistischen Hochgebetes steht der Diakon neben dem Priester und hält den Kelch empor, während der Priester die Hostienschale emporhält, bis die Gemeinde die Akklamation "Amen" gesprochen hat.

136. Nach dem Friedensgebet des Priesters und den Worten "Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch", auf welche die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste", spricht der Diakon gegebenenfalls die Einladung zum Friedensgruß: "Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung." Der Diakon empfängt vom Priester den Friedensgruß und kann ihn den in seiner Nähe stehenden Altardienern weitergeben.

137. Nach der Kommunion des Priesters empfängt der Diakon die Kommunion unter beiden Gestalten und hilft dann dem Priester bei der Kommunionspendung. Wird auch der Kelch gereicht, obliegt dies dem Diakon: er trinkt als letzter aus dem Kelch.

138. Nach der Kommunionausteilung kehrt der Diakon mit dem Priester zum Altar zurück, sammelt, falls nötig, verstreute Hostienteilchen und trägt dann den Kelch und die anderen Gefäße zum Kredenztisch; dort reinigt er sie und deckt sie wie üblich zu. Währenddessen geht der Priester zum Sitz zurück. Die Gefäße, die zu reinigen sind, können auch verhüllt auf einem Korporale am Kredenztisch niedergestellt und nach der Messe gereinigt werden.

Der AbSchluss

139. Nach dem Schlussgebet macht der Diakon gegebenenfalls der Gemeinde Mitteilungen, sofern der Priester dies nicht selbst übernehmen will.

140. Hat der Priester den Segen erteilt, spricht der Diakon die Entlassungsworte: "Gehet hin in Frieden."

141. Dann ehrt er gemeinsam mit dem Priester den Altar in der Regel durch einen Kuß. Nach dem entsprechenden Zeichen der Verehrung gehen sie in der gleichen Reihenfolge wie beim Einzug in die Sakristei zurück.

C. Die Aufgaben des Akolythen

142. Die Dienste, die der Akolyth auszuüben hat, sind von verschiedener Art. Es kann vorkommen, dass in derselben Feier mehrere dieser Dienste auszuüben sind. Deswegen empfiehlt es sich, sie unter mehrere Altardiener zu verteilen. Ist jedoch nur ein Akolyth anwesend, so soll er die wichtigeren Dienste selber ausüben, die übrigen verteile man unter andere Altardiener.

Die Eröffnung

143. Beim Einzug kann der Akolyth, zwischen zwei Altardienern mit brennenden Kerzen, das Kreuz tragen. Er stellt es neben dem Altar nieder und geht an seinen Platz im Altarraum.

144. Es ist Aufgabe des Akolythen, während der ganzen Feier dem Priester oder dem Diakon das Buch zu halten und ihnen andere notwendige Dienste zu leisten. Deshalb empfiehlt es sich, dass er nach Möglichkeit einen Platz einnimmt, von dem aus er seinen Dienst am Priestersitz oder am Altar leicht ausüben kann.

Die Eucharistiefeier

145. Nach den Fürbitten bleibt der Priester zunächst am Sitz. Ist kein Diakon anwesend, bringt der Akolyth Korporale, Purifikatorium, Kelch und Messbuch zum Altar. Danach hilft er dem Priester bei der Entgegennahme etwaiger Opfergaben der Gemeinde, bringt gegebenenfalls Brot und Wein zum Altar und übergibt sie dem Priester. Wird Weihrauch verwendet, hält er dem Priester das Rauchfass hin und assistiert beim Inzensieren der Gaben und des Altars.

146. Als außerordentlicher Spender kann er dem Priester bei der Austeilung der Kommunion an das Volk helfen61. Bei der Kommunionausteilung unter beiden Gestalten reicht er den Gläubigen den Kelch oder hält ihn, wenn die Kommunion durch Eintauchen gespendet wird.

147. Nach der Kommunionausteilung hilft er dem Priester oder dem Diakon beim Reinigen und Zusammenstellen der Gefäße. Ist kein Diakon anwesend, so bringt der Akolyth die Gefäße zur Kredenz, wo er sie reinigt und zusammenstellt.

D. Die Aufgaben des Lektors

Die Eröffnung

148. Beim Einzug kann der Lektor, wenn kein Diakon seinen Dienst ausübt, das Evangelienbuch tragen. In diesem Fall geht er unmittelbar vor dem Priester, anderenfalls zusammen mit den übrigen Altardienern.

149. Am Altar angekommen, macht er zusammen mit dem Priester das entsprechende Zeichen der Verehrung des Altars, tritt an den Altar heran, legt bzw. stellt das Evangelienbuch darauf und nimmt seinen Platz zusammen mit den anderen Altardienern im Altarraum ein.

Wortgottesdienst

150. Der Lektor trägt die dem Evangelium vorausgehenden Lesungen am Ambo vor. Wenn kein Psalmist zur Verfügung steht, kann der Lektor auch den Antwortpsalm nach der ersten Lesung vortragen.

151. Nach der Einleitung des Priesters kann er, falls kein Diakon anwesend ist, die Gebetsmeinungen der Fürbitten vortragen.

152. Wenn zum Einzug oder zur Kommunion nicht gesungen wird und die im Messbuch vorgesehenen Eröffnungs- und Kommunionverse nicht von den Gläubigen gesprochen werden, trägt der Lektor sie zur entsprechenden Zeit vor.

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Bearbeitet: Barbara Scheibner
last modified:
Friday, 24-Oct-2014 11:03:30 CEST