Fachbereich Praktische Theologie - Liturgiewissenschaft & Sakramententheologie

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II. VON DER LITURGIE BEIM STERBEN UND BEIM BEGRÄBNIS

 

Das Sterben des Christen in der Gliedschaft der Kirche
4. Weil der Christ durch die Taufe Glied des Leibes Christi geworden ist, betrifft sein Sterben nicht nur ihn selbst, seine Familie und seine Freunde, sondern auch die Kirche. Darum begleitet sie nicht nur das Leben, sondern auch das Sterben der Gläubigen mit ihrem Gebet und den Sakramenten.

Die Gemeinschaft mit Christus, in der alle Gläubigen zur Verherrlichung Gottes und zum Gebet füreinander berufen sind, besteht auch mit den Verstorbenen weiter. Die Kirche auf Erden kann daher den Verstorbenen, die der Läuterung bedürfen, durch ihre Fürbitte helfen. Darum ist es ein heiliger und frommer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten (vgl. 2 Makk 12, 45).
Auch mit der himmlischen Kirche sind die Verstorbenen verbunden. Denn die Brüder und Schwestern, die nicht mehr "fern vom Herrn in der Fremde leben und in diesem Leib zu Hause sind", sondern beim Herrn daheim sind (vgl. 2 Kor 5, 6-9), hören nicht auf, durch ihn, mit ihm und in ihm beim Vater Fürbitte einzulegen.
So kommen die Pilgernden auf Erden und die Vollendeten im Himmel, die in Christus geeint sind, jenen zu Hilfe, die durch den Tod hinübergehen zum Leben.

Dienste der kirchlichen Gemeinschaft
5. Die Angehörigen und die Gemeinde stehen dem Kranken und Sterbenden bei, sind ihm nahe und beten mit ihm und für ihn. Die Kirche spendet ihm die Sakramente (Buße, Krankensalbung, Wegzehrung). An den Tagen zwischen Tod und Begräbnis gedenkt sie bei der Eucharistiefeier, beim Stundengebet und bei der Totenwache in besonderer Weise des Verstorbenen.

6. Beim Begräbnis erweist die Gemeinde dem Verstorbenen einen Dienst brüderlicher Liebe und ehrt den Leib, der in der Taufe Tempel des Heiligen Geistes geworden ist. Sie gedenkt dabei des Todes und der Auferstehung des Herrn, sie erwartet in gläubiger Hoffnung die Wiederkunft Christi und die Auferstehung der Toten. So ist die Begräbnisfeier Verkündigung der Osterbotschaft.

7. Das christliche Begräbnis ist ferner Anlaß ernster Besinnung auf das Todesschicksal des Menschen, auf Gottes Gericht und Barmherzigkeit und auf die Erlösung. Da der Christ auch als Erlöster durch seine Sünde und sein Versagen Schuldner vor Gott geworden ist, versammelt sich die Gemeinde, um Fürbitte für den Verstorbenen einzulegen. Mit dem erhöhten Herrn bittet sie den Vater um Vergebung aller Schuld.

8. Die Gemeinde, besonders der Vorsteher, hat die Aufgabe, beim Begräbnis die Angehörigen in der Hoffnung zu stärken und sie durch christlichen Trost aufzurichten. So ist die ganze Feier in gleicher Weise Ausdruck von Trauer und Hoffnung.

9. Besondere Bedeutung kommt der Eucharistiefeier zu. In ihr gedenkt die Gemeinde des Todes und der Auferstehung des Herrn, in ihr sagt sie Dank für die Erlösung, feiert das Opfer Christi und legt Fürbitte für den Verstorbenen ein. Am Tisch des Herrn wird sie aufs tiefste auch mit dem Verstorbenen verbunden.

Aufgaben der Verkündigung
10. Der Sinn des christlichen Sterbens und der Begräbnisliturgie soll in Predigt und Katechese dargelegt und so den Gläubigen bewußt gemacht werden.

Erdbestattung und Einäscherung
11. Die Kirche sieht in der Erdbestattung eine besondere Ähnlichkeit mit dem Begräbnis des Herrn. Doch auch dann, wenn der Gläubige seinen Leichnam zur Einäscherung bestimmt, hat er das Recht auf eine kirchliche Bestattung.

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Bearbeitet: Barbara Scheibner
last modified:
Friday, 09-Jan-2015 13:40:57 CET