Fachbereich Praktische Theologie - Liturgiewissenschaft & Sakramententheologie

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Gemeinsame Feier der kirchlichen Trauung

Ordnung der kirchlichen Trauung für konfessionsverschiedene Paare unter Beteiligung der zur Trauung Berechtigten beider Kirchen

herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland
1995

Vorbemerkung

Trauungen konfessionsverschiedener Paare erfolgen in der Regel nach der Ordnung der Kirche, in der nach der Entscheidung des Brautpaares die kirchliche Trauung stattfindet.
Nicht wenige Paare wünschen die Beteiligung der Pfarrer beider Kirchen (ggf. evangelisch: der Pfarrerin) an ihrer Trauung. Im Jahre 1970 trafen die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland die Übereinkunft, für diesen Fall durch eine gemeinsame Kommission zwei Ordnungen erarbeiten zu lassen, von denen die eine dem katholischen, die andere dem evangelischen Trauritus folgt. Die evangelische Ordnung ist für die Trauung in einer evangelischen Kirche, die katholische Ordnung für die Trauung in einer katholischen Kirche gedacht.
Die hier vorgelegte neue Bearbeitung wurde notwendig durch die neueren Trauagenden in der evangelischen Kirche und den Trauritus der katholischen Kirche von 1992. Dabei wurden bewährte Prinzipien und der ersten Ausgabe von 1971 beibehalten, aber auch inzwischen gemachte Erfahrungen berücksichtigt.

Hinweise

Für beide Ordnungen

1. In beiden Ordnungen sind für alle, die in ihrer Kirche berechtigt sind, eine Trauung zu halten, Abkürzungen verwendet, da eine vollständige Aufzählung der Trauungsberechtigten beider Kirchen den Text unübersichtlich macht. Demnach bedeutet: KP (katholisch): Pfarrer, Kaplan, Vikar, Ordenspriester, Diakon u.a.; EP (evangelisch): Pfarrerin, Pfarrer, Vikarin, Vikar, Pfarrdiakonin, Pfarrdiakon, beauftragte Prädikantinnen, Prädikanten u.a.

2. Es ist sehr zu empfehlen, daß die beiden Pfarrer (ggf. evangelisch: die Pfarrerin) ein gemeinsames Vorbereitungsgespräch mit den Brautleuten führen. Dabei sollen frühzeitige Vereinbarungen getroffen werden über die Gestaltung der Feier, insbesondere die Beteiligung der Gemeinde, über die frei zu wählenden Schriftlesungen, Gebetstexte und Lieder.

3. Die beteiligten Pfarrer (ggf. evangelisch: die Pfarrerin) tragen die in ihrer Kirche vorgeschriebene liturgische Kleidung.

4. Es wird den Pfarrern (ggf. evangelisch: der Pfarrerin) empfohlen, sich bei den Predigttexten an die in ihren Kirchen geltenden und eingeführten Bibelübersetzungen zu halten, wenn nicht der Text der Einheitsübersetzung (Neues Testament und Psalmen sind ökumenischer Text) zugrunde gelegt wird.

5. Die in beiden Ordnungen vorgesehenen Formen der Anrede (Du, Sie) können je nach dem Herkommen und den Verhältnissen geändert werden.
Für N. und N.N. sind je nach Situation Vornamen, Nachnamen, gegebenenfalls zusätzlich der Geburtsname, einzusetzen.

6. Dem in Deutschland üblichen Sprachgebrauch gemäß wird in beiden Ordnungen durchgängig die Bezeichnung Brautleute bzw. Brautpaar gebraucht.

7. Die Buchstaben A, B und C bezeichnen Texte, die alternativ zu verwenden sind.

Für die evangelische Ordnung

8. Da in den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland verschiedene Trauliturgien gelten, folgt die evangelische Trauordnung im Wesentlichen der Trauliturgie der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands von 1988, die in der EKD weite Verbreitung gefunden hat. Bei Trauungen ohne Beteiligung eines katholischen Pfarrers gelten die landeskirchlichen Ordnungen.

9. Für die liturgischen Gebärden (z.B. Kreuzzeichen) und das Verhalten des Paares (z.B. Knien) werden in den Ordnungen entsprechende Hinweise gegeben. Wo es angezeigt ist, kann nach örtlichem Brauch abweichend verfahren werden.

10. Die Psalmtexte sind im Wortlaut der ökumenischen Bibelübersetzung, das Gloria Patri ist in der gemeinsamen deutschen Fassung abgedruckt.

Für die katholische Ordnung

11. Der katholischen Ordnung liegt zugrunde "Die Feier der Trauung in einem Wortgottesdienst" aus dem Trauungsrituale "Die Feier der Trauung in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes" von 1992. Sie wurde im Hinblick auf die Situation einer gemeinsamen kirchlichen Trauung in einigen Punkten ergänzt.

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Bearbeitet: Barbara Scheibner
last modified:
Monday, 19-Jan-2015 08:46:12 CET