Fachbereich Praktische Theologie - Liturgiewissenschaft & Sakramententheologie

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Zweites Kapitel

Die Feier der Kirchweihe

Pastorale Einführung

I. Sinn und Würde des Kirchengebäudes
II. Der Titel der Kirche und die Heiligenreliquien, die in ihr beigesetzt werden sollen
III. Die Kirchweihe
Der Zelebrant der Kirchweihe
Der Tag der Kirchweihe
Die Messe der Kirchweihe
Das Stundengebet der Kirchweihe
Der Aufbau der Feier
A. Der Einzug in die Kirche
B. Der Wortgottesdienst
C. Das Weihegebet und die Salbung der Kirche und des Altares
D. Die Eucharistiefeier
IV. Die Anpassungen der Feier
Anpassungen, die den Bischofskonferenzen zustehen
Anpassungen, die dem Zelebranten der Kirchweihe zustehen
V. Die pastorale Vorbereitung
VI. Die für die Kirchweihe vorzubereitenden Gegenstände
VII. Das Jahresgedächtnis der Kirchweihe
Am jährlichen Weihetag der Kathedrale
Am jährlichen Weihetag der eigenen Kirche

 

I. Sinn und Würde des Kirchengebäudes

1. Christus ist durch seinen Tod und seine Auferstehung der wahre und vollkommene Tempel des Neuen Bundes1 geworden und hat ein Volk um sich versammelt als sein Eigentum2.
Dieses heilige Volk ist die Kirche. Der dreieinige Gott ist der Ursprung ihrer Einheit. Sie ist der aus lebendigen Steinen erbaute Tempel, in dem der Vater im Geist und in der Wahrheit angebetet wird3.
Mit Recht wird daher seit alters auch jener Bau "Kirche" genannt, in dem sich die christliche Gemeinde versammelt, um das Wort Gottes zu hören, gemeinsam zu beten, die Sakramente zu empfangen und die Eucharistie zu feiern.

2. Als sichtbarer Bau ist dieses Haus in besonderer Weise Zeichen der auf Erden pilgernden Kirche und zugleich Bild der Kirche, die bereits im Himmel weilt.
Wenn ein fester Kirchenbau ausschließlich und auf Dauer dazu bestimmt ist, daß das Volk Gottes sich darin versammelt und Gottesdienst feiert, dann soll er gemäß uraltem christlichen Brauch in einer feierlichen Handlung dem Herrn geweiht werden.

3. Die Kirche soll, ihrer Aufgabe entsprechend, für die heiligen Feiern geeignet und würdig sein. Sie zeichne sich mehr durch vornehme Schönheit aus als durch unnötigen Aufwand und sei Zeichen und Symbol überirdischer Wirklichkeit. Sie soll so gestaltet sein, daß sie gleichsam den Aufbau der versammelten Gemeinde widerspiegelt, ihre richtige Gliederung ermöglicht und jedem die rechte Ausübung seines Dienstes erleichtert. Außerdem sollen hinsichtlich der Ausstattung des Presbyteriums, des Altars, des Priestersitzes, des Ambo und des Aufbewahrungsortes für die Eucharistie die Normen der Allgemeinen Einführung des Römischen Meßbuches eingehalten werden4.
Ebenso beachte man sorgfältig die Vorschriften hinsichtlich der Dinge und Orte für die Spendung der übrigen Sakramente, besonders der Taufe und des Bußsakramentes5.

II. Der Titel der Kirche und die Heiligenreliquien, die in ihr beigesetzt werden sollen

4. Jede Kirche, die geweiht werden soll, muß einen Titel haben. Titel der Kirche können sein: die heiligste Dreifaltigkeit; unser Herr Jesus Christus mit Nennung einer seiner liturgisch gefeierten Mysterien oder seines Namens; der Heilige Geist; die selige Jungfrau Maria mit einem ihrer liturgischen Titel; die heiligen Engel; schließlich jeder in das Römische Martyrologium oder in dessen approbierten Anhang aufgenommene Heilige, ein Seliger jedoch nur mit Genehmigung des Apostolischen Stuhles. Die Kirche soll nur einen Titel haben, außer es handelt sich um Heilige, die im Kalender gemeinsam aufgeführt werden.

5. Der überlieferte Brauch der römischen Liturgie, Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen unter dem Altar beizusetzen, soll nach Möglichkeit beibehalten werden6. Jedoch ist dabei folgendes zu beachten:
a) Die Reliquien sollen so groß sein, daß man sie als Teile menschlicher Körper erkennt. Die Beisetzung zu kleiner Reliquien eines oder mehrerer Heiliger ist deshalb zu vermeiden.
b) Mit größter Sorgfalt ist auf die Echtheit der Reliquien zu achten. Es ist besser, einen Altar ohne Reliquien zu weihen, als zweifelhafte Reliquien darunter beizusetzen.
c) Das Reliquiengefäß soll weder auf dem Altar noch in der Altarmensa beigesetzt werden, sondern unterhalb der Mensa an einer Stelle, die sich von der Form des Altares her dafür eignet.

III. Die Kirchweihe

Der Zelebrant der Kirchweihe
6. Für die Weihe der neuen Kirche im Bistum ist der Bischof zuständig, dem die sorge für die Teilkirche anvertraut ist. Ist er verhindert, der Feier selbst vorzustehen, soll er diese Aufgabe einem anderen Bischof übertragen, vornehmlich jenem, der ihm in der seelsorglichen Betreuung der Gläubigen beisteht, für die die neue Kirche erbaut wurde; unter ganz besonderen Umständen auch einem Priester, dem er einen speziellen Auftrag dazu erteilt.

Der Tag der Kirchweihe
7. Für die Weihe einer neuen Kirche wähle man einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können, vor allem einen Sonntag. Da die Kirchweihe die ganze Feier in all ihren Teilen prägt, kann die Weihe einer neuen Kirche nicht an Tagen stattfinden deren liturgische Gedächtnisfeier unter keinen Umständen unterbleiben darf: an den drei österlichen Tagen, an Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Christi Himmelfahrt, am Pfingstsonntag, Aschermittwoch, in der ganzen Heiligen Woche und an Allerseelen.

Die Messe der Kirchweihe
8. Die Meßfeier hängt mit der Kirchweihe aufs engste zusammen. Deshalb werden bei einer Kirchweihe an Stelle der Texte aus der Tagesliturgie für den Wortgottesdienst und für die Eucharistiefeier eigene Texte verwendet.

9. Es ist angebracht, daß der Bischof die Messe konzelebriert mit den bei der Weihehandlung assistierenden Priestern sowie mit den Seelsorgern der Pfarrei oder der Gemeinschaft, für die die Kirche erbaut wurde.

Das Stundengebet der Kirchweihe
10. Der Tag der Kirchweihe wird in der betreffenden Kirche selbst als Hochfest begangen. Es wird das Offizium der Kirchweihe gefeiert, das mit der Ersten Vesper beginnt. Wo eine Beisetzung der Reliquien stattfindet, wird sehr empfohlen, eine Vigil bei den Reliquien zu feiern, die unter dem Altar beigesetzt werden sollen. Das geschieht am besten in Form der Lesehore aus dem Proprium oder Commune der betreffenden Heiligen. Um die Teilnahme der Gläubigen zu fördern, können dabei unter Beachtung der geltenden Bestimmungen7 geeignete Anpassungen vorgenommen werden.

Der Aufbau der Feier

A. Der Einzug in die Kirche

11. Der Weiheritus beginnt mit dem Einzug in die Kirche, der in dreifacher Form erfolgen kann. Man möge die Form wählen, die den zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten am besten entspricht:
- Prozession zur Kirche, die geweiht werden soll: Alle versammeln sich in einer Nachbarkirche oder an einem anderen geeigneten Ort, von wo der Bischof, seine Assistenz und die Gläubigen betend und Psalmen singend zu der neuen Kirche ziehen;
- feierlicher Einzug: Wenn eine Prozession nicht stattfinden kann oder nicht angebracht erscheint, versammelt sich die Gemeinde am Portal der Kirche;
- einfacher Einzug: Die Gläubigen versammeln sich in der Kirche selbst; Bischof, Konzelebranten und Assistenten ziehen in gewohnter Weise ein.
Zwei Riten sind beim Einzug in die neue Kirche von besonderer Bedeutung:
a) Die Übergabe der Kirche: Vertreter der beim Bau der Kirche Beteiligten übergeben sie dem Bischof.
b) Die Besprengung der Kirche: Der Bischof segnet Wasser und besprengt damit die Gemeinde als den geistigen Tempel, ferner die Mauern der Kirche und den Altar.

B. Der Wortgottesdienst

12. Im Wortgottesdienst werden drei Lesungen vorgetragen. Sie werden den Texten entnommen, die das Lektionar für die Kirchweihe zur Auswahl vorlegt.
Als erste Lesung wird jedoch immer, auch in der Osterzeit, der Abschnitt aus dem Buch Nehemia vorgelesen, der schildert, wie das Volk von Jerusalem sich um den Schreiber Esra versammelt, um die Verkündigung des Gesetzes Gottes zu hören (Neh 8,1-4a.5-6.8-10).

13. Nach den Lesungen hält der Bischof eine Homilie, in der er die biblischen Texte auslegt und den Sinn der Kirchweihe erschließt. Darauf folgt immer das Glaubensbekenntnis. Die Fürbitten entfallen jedoch, da an ihrer Stelle die Allerheiligenlitanei gesungen wird.

C. Das Weihegebet und die Salbung der Kirche und des Altares

Die Beisetzung der Reliquien
14. Nach dem Gesang der Litanei werden gegebenenfalls Märtyrerreliquien beigesetzt zum Zeichen dafür, daß im Opfer des Hauptes auch die Opfer der Glieder ihren Ursprung haben8. Sind keine Märtyrerreliquien vorhanden, können im Altar auch die Reliquien eines anderen Heiligen eingeschlossen werden.

Das Weihegebet
15. Die Eucharistiefeier ist die wichtigste und allein notwendige Handlung bei der Weihe einer Kirche. Dennoch wird nach der gemeinsamen Überlieferung der Kirche des Ostens und des Westens auch ein besonderes Weihegebet gesprochen. Es bringt zum Ausdruck, daß die Kirche für immer dem Herrn geweiht wir, und es bittet um den Segen Gottes.

Die Salbung und Beräucherung des Altares, das Auflegen der Altartücher und das festliche Anzünden der Lichter
16. Salbung, Beräucherung, Auflegen der Tücher und festliches Anzünden der Lichter machen etwas sichtbar von dem Unsichtbaren, das der Herr durch die Kirche wirkt, wenn sie die heiligen Geheimnisse, besonders die Eucharistie feiert.

a) Die Salbung des Altares und der Kirchenwände:
- Durch die Salbung mit Chrisam wird der Altar zum Symbol Christi, der vor allen anderen "der Gesalbte" ist und heißt. Denn ihn hat der Vater mit dem Heiligen Geist gesalbt und zu jenem Hohenpriester eingesetzt, der auf dem Altar seines Leibes das Opfer des Lebens für das Heil aller Menschen darbringen sollte.
- Die Salbung der Kirche ist ein Zeichen dafür, daß sie vollständig und für immer dem christlichen Gottesdienst dienen soll. Gemäß altem liturgischem Brauch werden zwölf Salbungen vorgenommen. Sie weisen darauf hin, daß die Kirche ein Abbild der heiligen Stadt Jerusalem ist.
b) Das Verbrennen des Weihrauchs auf dem Altar weist darauf hin, daß Christi Opfer, das auf dem Altar unter heiligen Zeichen fortdauert, wie lieblicher Wohlgeruch zu Gott aufsteigt. Es ist aber auch ein Zeichen dafür, daß die Gebete der Gläubigen Gott angenehm sind und zu seinem Thron emporsteigen9.
Die Beräucherung des Kirchenraumes bedeutet, daß dieser durch die Weihe zum Haus des Gebetes wird. Vor allem aber wird das Volk Gottes beräuchert. Denn es ist der lebendige Tempel Gottes, und jeder Gläubige ist ein geistiger Altar10.
c) Das Auflegen der Altartücher weist darauf hin, daß der christliche Altar die Stätte des eucharistischen Opfers und der Tisch des Herrn ist. Priester und Gläubige umstehen ihn, wenn sie in ein und derselben Handlung, jedoch mit verschiedenen Aufgaben, die Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung Christi begehen und das Herrenmahl genießen. Deshalb wird der Altar als Tisch des Opfermahles bereitet und festlich geschmückt. Dies weist deutlich darauf hin, daß er Tisch des Herrn ist, an dem alle Gläubigen freudig zusammenkommen, um hier mit der göttlichen Speise, dem Leib und Blut des geopferten Christus gestärkt zu werden.
d) Das festliche Anzünden der Lichter am Altar und anschließend im Kirchenraum erinnert an Christus, "das Licht zur Erleuchtung der Heiden"11, von dessen Glanz die Kirche und durch sie die gesamte Menschenfamilie widerstrahlt.

D. Die Eucharistiefeier

17. Nach der Zurüstung des Altares feiert der Bischof die Eucharistie. Sie ist der wichtigste Teil der gesamten Feier12. Die Eucharistiefeier hängt nämlich aufs engste mit der Kirchweihe zusammen:
- Denn der eigentliche Zweck, für den die Kirche erbaut und der Altar errichtet wurden, erfüllt sich in der Feier des eucharistischen Opfers und wird darin zugleich in eindrucksvollen Zeichen offenbar.
- Außerdem heiligt die Eucharistie nicht nur die Herzen der Gläubigen, sondern auch in gewisser Weise die Stätte ihrer Feier, wie die alten Väter der Kirche wiederholt versichert haben: "Dieser Altar ist zu bewundern. Denn von Natur aus ist er ein gewöhnlicher Stein. Er wird aber heilig, nachdem er den Leib Christi aufgenommen hat." 13
- Schließlich geht der enge Zusammenhang zwischen Kirchweihe und Eucharistiefeier auch daraus hervor, daß die Kirchweihmesse eine Eigenpräfation hat, die wesentlich zur Feier der Kirchweihe gehört.

IV. Die Anpassung der Feier

Anpassungen, die den Bischofskonferenzen zustehen
18. Die Bischofskonferenzen können die Feier der Kirchweihe den Bräuchen der einzelnen Länder anpassen, soweit dies angebracht erscheint. Dabei soll die Feier jedoch nichts von ihrem Glanz und ihrer Festlichkeit verlieren. Außerdem beachte man folgendes:
a) Die Feier der Messe mit ihrer Eigenpräfation und das Weihegebet dürfen niemals unterlassen werden.
b) Die Riten, denen von der liturgischen Tradition her ein besonderer Sinn und eine besondere Aussagekraft zukommen (vgl. oben Nr. 16), sollen beibehalten werden, falls nicht schwerwiegende Gründe dagegensprechen. Die Texte können, soweit nötig, in geeigneter Weise angepaßt werden.
Bei der Durchführung von Anpassungen ziehe die zuständige kirchliche Autorität den Apostolischen Stuhl zu Rate und führe dann mit seiner Zustimmung die Anpassung ein14.

Anpassungen, die dem Zelebranten der Kirchweihe zustehen
19. Dem Bischof und denen, die für die Kirchweihe verantwortlich sind, steht es zu:
- die Form des Einzugs in die Kirche festzulegen (vgl. oben Nr. 11); - Die Art und Weise der Übergabe der neuen Kirche an den Bischof näher zu bestimmen (vgl. oben Nr. 11);
- darüber zu befinden, ob die Beisetzung von Heiligenreliquien angebracht ist. Dabei ist vor allem das geistliche Wohl der Gläubigen zu berücksichtigen und das unter Nr. 5 Gesagte zu beachten.
Dem Rektor der zu weihenden Kirche kommt es zu, zusammen mit seinen pastoralen Mitarbeitern Lesungen und Gesänge auszuwählen und pastorale Hilfen bereitzustellen, die eine fruchtbare Teilnahme der Gemeinde und einen würdigen Vollzug der Feier gewährleisten.

V. Die Pastorale Vorbereitung

20. Um den Gläubigen eine fruchtbare Teilnahme an der Feier der Kirchweihe zu ermöglichen, sollen der Seelsorger der zu weihenden Kirche und andere pastoral erfahrene Männer ihnen den Sinn dieser Feier und ihre geistliche, ekklesiale und missionarische Dimension erschließen.
Man soll also die Gläubigen einführen in die Bedeutung der verschiedenen Teile der Kirche und ihre Verwendung, in den Sinn des Kirchweihritus und seine wichtigsten liturgischen Symbole. Man soll ihnen geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stellen, damit sie beim Vollzug der Riten und Gebete den Sinn der Kirchweihe gut verstehen und an der heiligen Handlung bewußt, andächtig und aktiv teilnehmen können.

VI. Die für die Kirchweihe vorzubereitenden Gegenstände

21. Für die Kirchweihe ist folgendes vorzubereiten:
a) Am Ausgangspunkt der Prozession
- die "Feier der Kirchweihe"
- das Prozessionskreuz;
- wenn Heiligenreliquien in der Prozession mitgetragen werden, die unter Nr. 24a genannten Dinge.
b) In der Sakristei, im Presbyterium oder im Kirchenraum, je nach den Erfordernissen:
- das Meßbuch und das Lektionar;
- ein Gefäß mit Wasser für die Wasserweihe und ein Aspergill;
- Gefäße mit Chrisam;
- Tücher für die Reinigung der Altarmensa;
- gegebenenfalls gewachste Leinentücher oder ein undurchlässiges Tuch in der Größe der Altarmensa;
- eine Schüssel und eine Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung; - ein linnenes Gremiale; - eine Schale zum Verbrennen von Weihrauch oder aromatischen Kräutern; oder Weihrauchkörner und Wachsdochte zum Verbrennen auf dem Altar;
- Rauchfässer, Schiffchen mit Weihrauch und Löffel;
- Kelch, Korporale, Purifikatorien und ein Handtuch;
- Brot, Wein und Wasser für die Meßfeier;
- das Altarkreuz, falls nicht im Presbyterium bereits ein Kreuz angebracht ist oder das Prozessionskreuz in der Nähe des Altares aufgestellt wird;
- Altartuch, Kerzen und Leuchter;
- gegebenenfalls Blumen.

22. Der alte Brauch, Kreuze aus Stein, Metall oder einem anderen geeigneten Material an den Wänden der Kirche anzubringen oder sie in die Wände einzumeißeln, soll, wenn möglich, beibehalten werden. Man bereite also, der Zahl der Salbungen entsprechen, zwölf Kreuze vor und verteile sie passend an den Wänden in gebührender Höhe. Unter jedem Kreuz bringe man einen Halter an, an dem ein kleiner Leuchter mit Kerze befestigt wird.

23. Die liturgischen Gewänder in der Kirchweihmesse sind weiß oder von festlicher Farbe. Man lege bereit:
- für den Bischof: Albe, Stola, Kasel, Mitra, Stab und das Pallium, wenn es ihm zusteht;
- für die Konzelebranten: Gewänder für die Konzelebration;
- für die Diakone: Alben, Stolen, Dalmatiken;
- für die übrige Assistenz: Alben oder entsprechende liturgische Gewänder.

24. Sollen Reliquien von Heiligen unter dem Altar beigesetzt werden, ist folgendes vorzubereiten:
a) Am Ort der Statio:
- der Schrein mit den Reliquien zwischen Kerzen und Blumen. Wenn der Einzug in einfacher Form erfolgt, können die Reliquien vor Beginn der Feier an einem geeigneten Platz im Presbyterium aufgestellt werden;
- für die Diakone, die die Reliquien tragen: Albe, Stola von roter Farbe, wenn es sich um Märtyrerreliquien handelt, sonst von weißer Farbe, sowie Dalmatiken, falls vorhanden. Wenn die Reliquien von Priestern getragen werden, lege man für sie Kaseln an Stelle der Dalmatiken bereit.
Die Reliquien können aber auch von anderen Helfern in Alben oder entsprechenden liturgischen Gewändern getragen werden.
b) Im Presbyterium
- ein kleiner Tisch, auf dem der Schrein mit den Reliquien während des ersten Teils der Weihe steht.
c) In der Sakristei:
- Mörtel zum Verschließen des Reliquiengrabes. Auch sei ein Maurer anwesend, der zu gegebener Zeit das Reliquiengrab verschließt.

25. Über die Kirchweihe soll man eine Urkunde in zwei Exemplaren ausstellen, die vom Bischof, vom Rektor der Kirche und von den Vertretern der Ortsgemeinde unterschrieben sind. Eines davon soll im Bistumsarchiv, das andere im Archiv der neugeweihten Kirche aufbewahrt werden. Wo Reliquien beigesetzt werden, soll man ein drittes Exemplar ausstellen, das in passender Weise in einem Reliquienschrein eingeschlossen wird.
Die Urkunde nenne Tag, Monat und Jahr der Kirchweihe, den Namen des Bischofs, der die Weihehandlung vollzieht, den Titel der Kirche und gegebenenfalls die Namen der Märtyrer und anderen Heiligen, deren Reliquien unter dem Altar beigesetzt werden. Außerdem bringe man an einem passenden Ort in der Kirche eine Inschrift an, die Tag, Monat und Jahr der Kirchweihe, den Titel der Kirche und den Namen des weihenden Bischofs erwähnt.

VII. Das Jahresgedächtnis der Kirchweihe

Am jährlichen Weihetag der Kathedrale
26. Damit Bedeutung und Würde der Teilkirche deutlicher hervortreten, ist der Weihetag der Bischofskirche alljährlich in der Kathedrale selber als Hochfest zu feiern, in den übrigen Kirchen der Diözese als Fest, und zwar am eigentlichen Weihetag15. Ist die Feier an diesem Tag regelmäßig behindert, wird als Gedächtnisfeier der nächstgelegene freie Tag bestimmt. Es ist sehr zu empfehlen, daß am Jahrestag der Kirchweihe der Bischof in seiner Kathedrale die Eucharistie in Konzelebration mit dem Domkapitel oder mit dem Priesterrat unter möglichst zahlreicher Beteiligung der Gläubigen feiert.

Am jährlichen Weihetag der eigenen Kirche
27. Der Jahrestag der Kirchweihe wird als Hochfest gefeiert16.

Kapitel 3

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