Fachbereich Praktische Theologie - Liturgiewissenschaft & Sakramententheologie

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5. Kapitel

Beschreibung der Leseordnung

92. Im folgenden wird die Leseordnung kurz beschrieben, wenigstens hinsichtlich der wichtigeren Feiern und der einzelnen Zeiten des Kirchenjahres. die man bei der Auswahl der Lesungen nach den oben genannten Regeln berücksichtigt hat. Diese Beschreibung soll den Seelsorgern helfen, den Aufbau der Leseordnung zu verstehen und mit ihr richtig umzugehen, so daß die Gläubigen daraus Nutzen ziehen können.

1. Der Advent

a) Die Sonntage
93. Die Evangelien sind geprägt durch ihren Bezug auf die Wiederkunft des Herrn (Erster Adventssonntag), auf Johannes den Täufer (Zweiter und Dritter Adventssonntag) und auf die Geschehnisse. die der Geburt des Herrn unmittelbar vorausgingen (Vierter Adventssonntag).

Die Lesungen aus dem Alten Testament bestehen aus prophetischen Texten (hauptsächlich aus Jesaja) über den Messias und die messianische Zeit.
Die Lesungen aus den Apostelbriefen bieten Weisungen und Ankündigungen entsprechend der Eigenart des Advents.

b) Die Wochentage
94. Für die Wochentage gibt es zwei Reihen: eine für die Tage vom Beginn des Advents bis zum 16. Dezember, eine für die Tage vom 17. bis zum 24. Dezember.

Im ersten Abschnitt des Advents wird Jesaja in der Reihenfolge des Buches gelesen, wobei wichtige Texte, die auch an Sonntagen vorkommen, nicht ausgelassen werden. Die Evangelien dieser Tage sind auf die Erste Lesung abgestimmt.

Am Donnerstag der 2. Adventswoche beginnen die Evangelien über Johannes den Täufer. Die Erste Lesung ist eine Fortsetzung von Jesaja oder ein Text, der einen Bezug zum Evangelium aufweist.

In der letzten Woche vor Weihnachten werden aus Matthäus (1. Kapitel) und Lukas (1. Kapitel) die Begebenheiten verkündet die der Geburt des Herrn unmittelbar vorausgingen. Für die Erste Lesung sind mit Bezug auf das Evangelium Texte aus verschiedenen Büchern des Alten Testaments ausgewählt, u. a. einige bedeutsame messianische Weissagungen.

2. Die Weihnachtszeit

a) Die Hochfeste, Feste und Sonntage
95. Für die Vigilmesse und die drei anderen Weihnachtsmessen sind die prophetischen und die übrigen Lesungen entsprechend der römischen Tradition ausgewählt.

Am Sonntag in der Weihnachtsoktav, dem Fest der Heiligen Familie, handeln das Evangelium von der Kindheit Jesu und die anderen Lesungen von den Tugenden des Familienlebens.

Am Oktavtag von Weihnachten, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, beziehen sich die Lesungen sowohl auf Maria als auch auf die Namengebung Jesu.

Am Zweiten Sonntag nach Weihnachten handeln die Schriftlesungen vom Geheimnis der Menschwerdung.

An Erscheinung des Herrn wahren die alttestamentliche Lesung und das Evangelium die römische Tradition; als Lesung aus den Apostelbriefen wird ein Text über die Berufung der Heiden zum Heil gelesen. Für das Fest der Taufe des Herrn sind die Texte mit Bezug auf dieses Mysterium ausgewählt.

b) Die Wochentage
96. Am 29. Dezember beginnt die fortlaufende Lesung in Auswahl des ganzen ersten Johannesbriefes, aus dem bereits am 27. Dezember, dem Fest des heiligen Johannes, und am folgenden Tag, dem Fest der Unschuldigen Kinder, gelesen wird. Die Evangelien handeln von den Offenbarungen des Herrn. Es werden gelesen: Abschnitte aus der Kindheitsgeschichte nach Lukas (29. und 30. Dezember), das erste Kapitel des Johannesevangeliums (31. Dezember bis 5. Januar) und andere wichtige Offenbarungsperikopen aus den vier Evangelien (7. bis 12. Januar).

3. Die Fastenzeit (Österliche Bußzeit)

a) Die Sonntage
97. Die Evangelien sind folgendermaßen ausgewählt: Am Ersten und Zweiten Sonntag bleiben wie bisher die Perikopen von der Versuchung und von der Verklärung des Herrn. Allerdings werden sie nach allen drei Synoptikern gelesen.

An den drei folgenden Sonntagen sind für das Lesejahr A die Evangelien von der Samariterin, vom Blindgeborenen und von der Auferweckung des Lazarus wieder eingeführt worden. Da diese Perikopen für die Eingliederung in die Kirche von großer Bedeutung sind, können sie auch in den Lesejahren B und C verwendet werden, besonders wenn es in der Gemeinde Katechumenen gibt.

Für die Lesejahre B und C werden jedoch auch andere Texte angegeben: für Lesejahr 13 johanneische Stellen über die kommende Verherrlichung Jesu durch Kreuz und Auferstehung und für das Lesejahr C lukanische Texte über die Umkehr.

Am Palmsonntag wurden für die Prozession Texte aus den Synoptikern über den feierlichen Einzug des Herrn in Jerusalem gewählt, im Lesejahr B zusätzlich "ad libitum" der entsprechende Text aus dem Johannesevangelium; in der Messe aber wird die Leidensgeschichte des Herrn gelesen.

Die alttestamentlichen Lesungen beziehen sich auf die Heilsgeschichte, die eines der Hauptthemen der Verkündigung in diesen vierzig Tagen ist. In jedem Jahr ist eine Reihe von Lesungen mit den wichtigsten Etappen der Heilsgeschichte von ihrem Beginn bis zur Verheißung des Neuen Bundes vorgesehen.

Die Lesungen aus den Apostelbriefen sind jeweils auf das Evangelium und die alttestamentliche Lesung abgestimmt, so daß eine möglichst enge Verbindung zwischen ihnen zustande kommt.

b) Die Wochentage
98. Die Evangelien und die Lesungen aus dem Alten Testament sind aufeinander bezogen. Sie behandeln verschiedene Themen der Verkündigung entsprechend dem geistlichen Sinn der Fastenzeit (Österlichen Bußzeit). Mit dem Montag der 4. Fastenwoche beginnt eine Bahnlesung des Johannesevangeliums mit Texten, die besonders gut zur Fastenzeit (Österlichen Bußzeit) passen.

Da die Lesungen von der Samariterin, dem Blindgeborenen und der Auferweckung des Lazarus jetzt auf Sonntage fallen aber nur im Lesejahr A (in den übrigen nach freier Wahl) -, ist die Möglichkeit vorgesehen, sie auch an Wochentagen zu verwenden. Daher sind zu Beginn der 3., 4. und 5. Woche "Messen zur Auswahl" mit diesen Texten eingefügt. Sie können anstelle der Texte vom Tage an jedem Wochentag der betreffenden Woche gebraucht werden.

An den ersten Tagen der Heiligen Woche handeln die Lesungen vom Mysterium des Leidens. Die Lesungen der Chrisam-Messe sprechen vom Erlösungswerk Christi und seiner Fortsetzung in der Kirche durch die Sakramente.

4. Die Drei Österlichen Tage und die Osterzeit

a) Die Drei Österlichen Tage
99. Am Gründonnerstag, in der Messe vom Letzten Abendmahl, wirft die Erinnerung an das Mahl, das dem Auszug vorausging (Erste Lesung), ein besonderes Licht auf das Tun Christi, der seinen Jüngern die Füße wusch (Evangelium), wie auch auf die Worte des Paulus über die Einsetzung des christlichen Pascha in der Eucharistie (Zweite Lesung).

Der Karfreitagsgottesdienst erreicht seinen Höhepunkt im Bericht des Johannes vom Leiden Jesu. Im Buch des Jesaja als Gottesknecht angekündigt, hat Jesus sich selbst dem Vater dargebracht und wurde in Wahrheit zum einzigen Priester.

Für die Feier der Osternacht sind sieben Lesungen aus dem Alten Testament vorgesehen, die von den Wundertaten Gottes in der Heilsgeschichte berichten. Zwei Lesungen sind dem Neuen Testament entnommen, nämlich die Botschaft von der Auferstehung nach den drei synoptischen Evangelien und eine Lesung aus dem Römerbrief über die christliche Taufe als Sakrament der Auferstehung Christi.

Am Ostersonntag ist das Evangelium der Messe "Am Tag" dem Johannesevangelium entnommen und handelt vom Auffinden des leeren Grabes. Man kann jedoch auch die für die Osternacht vorgesehenen Evangelientexte nehmen. In einer Abendmesse kann man aus dem Lukasevangelium den Bericht von der Erscheinung Jesu vor den Jüngern in Emmaus lesen. - Im deutschen Sprachgebiet ist dort, wo der Ostermontag als Feiertag begangen wird, das Emmausevangelium für diesen Tag vorgesehen. - Die Erste Lesung am Ostersonntag ist aus der Apostelgeschichte, die in der Osterzeit anstelle der alttestamentlichen Lesung gelesen wird. In der Lesung aus den Apostelbriefen geht es um das Pascha-Mysterium, das in der Kirche gelebt werden soll.

b) Die Sonntage
100. Bis zum Dritten Sonntag der Osterzeit handeln die Evangelien von den Erscheinungen des Auferstandenen. Die Lesungen vom Guten Hirten werden am Vierten Sonntag der Osterzeit verwendet. Am Fünften, Sechsten und Siebten Sonntag der Osterzeit werden Abschnitte aus den Abschiedsreden und dem Gebet des Herrn nach dem Abendmahl gelesen.

Die Erste Lesung ist der Apostelgeschichte entnommen. Die Auswahl ist in den drei Jahren verschieden, stimmt jedoch im Aufbau überein: Jedes Jahr bringt Texte über Leben, Zeugnis und Wachstum der Urkirche.

Die Lesung aus den Apostelbriefen bzw. aus der Offenbarung ist entnommen: im Lesejahr A dem ersten Petrusbrief, im Lesejahr B dem ersten Johannesbrief, im Lesejahr C der Offenbarung. Diese Texte passen sehr gut in die Osterzeit, die ja voll ist von Glaubensfreude und fester Hoffnung.

c) Die Wochentage
101. Die Erste Lesung ist eine fortlaufende Lesung in Auswahl und wie an den Sonntagen der Apostelgeschichte entnommen. Als Evangelium werden in der Osteroktav Perikopen über die Erscheinungen des Herrn gelesen. Dann folgt eine Bahnlesung des Johannesevangeliums mit den mehr österlichen Texten; dadurch wird die in der Fastenzeit begonnene Lesung dieses Evangeliums abgerundet. Den Hauptbestandteil der Lesungen in der österlichen Zeit bilden die Abschiedsreden und das Gebet Jesu nach dem Abendmahl.

d) Christi Himmelfahrt und Pfingsten
102. Als Erste Lesung am Hochfest Christi Himmelfahrt wurde der Bericht über dieses Ereignis nach der Apostelgeschichte beibehalten. Dieser Text wird ergänzt durch die Lesungen aus den Apostelbriefen über Christus, der zur Rechten des Vaters erhöht ist. Für das Evangelium aber bietet jedes Lesejahr einen passenden Text entsprechend der Eigenart des jeweiligen Evangelisten.

Für die Messe "Am Vorabend" von Pfingsten stehen vier Texte aus dem Alten Testament zur Auswahl, die die Bedeutung dieses Hochfestes in ihrer Vielfalt herausstellen. Die Lesung aus den Apostelbriefen zeigt auf, wie die Gabe des Geistes in der Kirche zur Wirkung kommt. Das Evangelium erinnert daran, daß Christus schon vor seiner Verherrlichung den Geist verheißen hat.

In der Messe "Am Tag" wird nach überkommenem Brauch der Bericht der Apostelgeschichte vom großen Pfingstereignis als Erste Lesung genommen. Die Texte aus den Apostelbriefen zeigen, wie die Gabe des Heiligen Geistes im Leben der Kirche zur Wirkung kommt. Das Evangelium ruft in Erinnerung, wie Jesus seinen Jüngern am Abend des Ostertages den Geist mitgeteilt hat. Weitere Texte, die zur Auswahl stehen, handeln vom Wirken des Geistes an den Jüngern und an der Kirche.

5. Die Zeit im Jahreskreis

a) Die Einteilung und die Auswahl der Texte
103. Die Zeit im Jahreskreis beginnt mit dem Montag, der auf den Sonntag nach dem 6. Januar folgt, und dauert bis einschließlich Dienstag vor dem Ersten Fastensonntag. Sie setzt wieder ein mit dem Montag nach Pfingsten - in Teilen des deutschen Sprachgebietes hat der Pfingstmontag ein eigenes Meßformular und endet vor der Ersten Vesper des Ersten Adventssonntages.

Die Leseordnung bietet Lesungen für die 34 Sonntage des Jahreskreises und die dazugehörigen Wochen. In manchen Jahren kommen jedoch nur 33 Wochen vor. Einige Sonntage gehören außerdem zu einer anderen Zeit des Kirchenjahres (der Sonntag, an dem das Fest der Taufe des Herrn gefeiert wird, und der Pfingstsonntag) oder werden durch ein Hochfest verdrängt (z. B. Dreifaltigkeitssonntag, Christkönigssonntag).

104. Zum richtigen Gebrauch der Leseordnung für die Zeit im Jahreskreis ist folgendes zu beachten

1) Der Sonntag, an dem das Fest der Taufe des Herrn gefeiert wird, gilt als Erster Sonntag im Jahreskreis: daher beginnen die Lesungen der ersten Woche im Jahreskreis am Montag, der auf den Sonntag nach dem 6. Januar folgt. Werden das Fest der Erscheinung des Herrn am Sonntag nach dem 6. Januar und das Fest der Taufe des Herrn am darauffolgenden Montag gefeiert, dann beginnen die Lesungen der ersten Woche im Jahreskreis am Dienstag.
2) Der Sonntag nach dem Fest der Taufe des Herrn ist der Zweite Sonntag im Jahreskreis. Die übrigen Sonntage bis zum Sonntag vor der Fastenzeit werden fortlaufend gezählt. Die Lesungen der Woche, in die der Aschermittwoch fällt, werden mit dem Dienstag abgebrochen.
3) Für die Fortsetzung der Lesungen der Zeit im Jahreskreis nach dem Pfingstsonntag gilt folgendes:
In einem Jahr mit 34 Sonntagen wird mit jener Woche begonnen, die sich an die mit Beginn der Fastenzeit abgebrochene Woche anschließt115.

In einem Jahr mit nur 33 Sonntagen wird die erste Woche ausgelassen, die nach Pfingsten zu nehmen wäre. Dadurch können die eschatologischen Texte beibehalten werden, die für die letzten zwei Wochen am Ende des Jahres vorgesehen sind116.

b) Die Lesungen der Sonntage
1) Die Evangelien
105. Am Zweiten Sonntag im Jahreskreis bezieht sich das Evangelium noch auf die Offenbarung des Herrn, die am Hochfest der Erscheinung gefeiert wurde. Dafür sind die bisherige Perikope von der Hochzeit zu Kana und zwei andere Texte aus dem Johannesevangelium vorgesehen.

Mit dem Dritten Sonntag beginnt eine fortlaufende Lesung in Auswahl aus den drei synoptischen Evangelien. Die Texte entfalten Leben und Verkündigung des Herrn; sie sind so ausgewählt, daß dabei die jedem Evangelium eigene Theologie zum Ausdruck kommt.

Durch diese Verteilung wird zudem eine gewisse Abstimmung zwischen dem Inhalt der Evangelien und dem Verlauf des Kirchenjahres erreicht. So liest man nach Erscheinung des Herrn den Anfang der Verkündigung Christi, der eng mit der Taufe und den ersten Offenbarungen zusammenhängt. Für das Ende des Kirchenjahres ergibt sich von selbst das eschatologische Thema, das diesen Sonntagen eigen ist; denn die Abschnitte der Evangelien vor dem Passionsbericht handeln mehr oder weniger ausführlich davon.

Im Lesejahr B werden nach dem Sechzehnten Sonntag fünf Lesungen aus dem 6. Kapitel des Johannesevangeliums eingefügt ("Rede über das Himmelsbrot"); diese Einfügung ist insofern organisch, als damit der Bericht des Johannes über die Brotvermehrung den an sich fälligen Bericht des Markus ersetzt. In der fortlaufenden Lesung in Auswahl aus dem Lukasevangelium im Lesejahr C ist dem ersten Text (am Dritten Sonntag) der Prolog dieses Evangeliums vorangestellt; er bringt das Ziel des Verfassers treffend zum Ausdruck und konnte an keiner anderen Stelle eingefügt werden.

2) Die Lesungen aus dem Alten Testament
106. Die Lesungen aus dem Alten Testament sind im Hinblick auf die Evangelienperikopen ausgesucht. Damit wollte man zu große Unterschiede zwischen den Lesungen innerhalb einer Messe vermeiden und vor allem auch die Einheit von Altem und Neuem Testament unterstreichen. Die Beziehung zwischen den einzelnen Lesungen einer Meßfeier wird deutlich durch die sorgfältig ausgewählten Überschriften.

Bei der Auswahl war man darauf bedacht, möglichst kurze und leicht verständliche Lesungen zu nehmen. Doch hat man auch dafür gesorgt, daß an den Sonntagen möglichst viele der wichtigsten Texte des Alten Testaments vorkommen. Verteilt wurden sie je nach ihrer Eignung in bezug auf das Evangelium, also nicht in einer logischen Reihenfolge. Der Schatz des Gotteswortes wird jedoch so weit erschlossen, daß, wer an den Sonntagsmessen teilnimmt, nahezu alle Haupttexte des Alten Testaments kennenlernt.

3) Die Lesungen aus den Apostelbriefen
107. Für die Epistel ist eine fortlaufende Lesung in Auswahl aus den paulinischen Briefen und dem Jakobusbrief vorgesehen. (Die Petrus- und Johannesbriefe werden in der Oster- und Weihnachtszeit gelesen.)

Der erste Korintherbrief ist wegen seiner Länge und seiner verschiedenen Themen auf die drei Lesejahre verteilt worden, und zwar jeweils auf den Beginn der Zeit im Jahreskreis. Ferner erschien es ratsam. auch den Hebräerbrief auf die Lesejahre B und C aufzuteilen.

Mit Rücksicht auf das Verständnis der Gläubigen wählte man nur kürzere und nicht zu schwierige Texte.

Die Tabelle II117 gibt Aufschluß über die Verteilung der Briefe auf die Sonntage im Jahreskreis in den drei Lesejahren.

c) Die Lesungen der Herrenfeste im Jahreskreis
108. Für die Hochfeste Dreifaltigkeitssonntag, Fronleichnam und Heiligstes Herz Jesu wurden Texte gewählt, die der besonderen Eigenart dieser Feiern entsprechen.

Die Lesungen des Vierunddreißigsten und letzten Sonntags verherrlichen Christus, den König der Welt, der in David vorgebildet ist, in der Erniedrigung des Leidens und des Kreuzes als König ausgerufen wurde, in der Kirche herrscht und am Ende der Zeit wiederkommen wird.

d) Die Lesungen der Wochentage
109. 1) Die Evangelien sind so aufgeteilt, daß zuerst Markus (1. bis 9. Woche), dann Matthäus (10. bis 21. Woche) und schließlich Lukas (22. bis 34. Woche) gelesen werden. Aus Markus werden die Kapitel 1-12 ganz gelesen mit Ausnahme von zwei Perikopen aus dem 6. Kapitel, die für Wochentage einer anderen Zeit vorgesehen sind. Aus Matthäus und Lukas wird alles gelesen, was bei Markus nicht vorkommt. Stücke. die in den verschiedenen Evangelien einen je eigenen Akzent haben oder zum Verständnis des Zusammenhangs notwendig sind, werden zweimal oder sogar dreimal gelesen. Die Rede über die Endzeit ist im Lukasevangelium vollständig und wird daher gegen Ende des Kirchenjahres gelesen.

110. 2) Die Erste Lesung ist so ausgewählt, daß je nach dem Umfang der Bücher einige Wochen lang aus dem einen Testament, danach aus dem anderen gelesen wird.

Aus den Büchern des Neuen Testaments werden größere Teile gelesen, um den Hauptinhalt der einzelnen Briefe wiederzugeben.

Beim Alten Testament mußte man sich auf ausgewählte Abschnitte beschränken, die soweit wie möglich die Eigenart der einzelnen Bücher zum Ausdruck bringen. Historische Texte sind so ausgewählt, daß sie einen Überblick über die Heilsgeschichte bis zur Menschwerdung des Herrn bieten. Längere Erzählungen konnten kaum angeboten werden : in einigen Fällen wurden Verse ausgewählt, die eine nicht zu lange Lesung ergeben. Außerdem wird manchmal die religiöse Bedeutung historischer Geschehnisse durch einzelne Texte aus den Weisheitsbüchern erläutert, die eine Folge historischer Texte einleiten oder abschließen.

In die Leseordnung für die Zeit im Jahreskreis konnten fast alle Bücher des Alten Testaments aufgenommen werden. Nicht verwendet wurden lediglich einige sehr kurze prophetische Bücher (Obadja, Zefanja) und das poetische Buch (das Hohelied). Von den erbaulichen Schriften, die zum Verständnis lange Lesungsabschnitte erfordern, sind Tobit und Rut verwendet, nicht jedoch die übrigen (Esten Judit). Aus ihnen finden sich jedoch Texte an Sonntagen oder Wochentagen anderer Zeiten des Kirchenjahres.

Die Tabelle III118 zeigt die Verteilung der Bücher der beiden Testamente auf die Wochentage im Jahreskreis in den zwei Lesejahren.

Gegen Ende des Kirchenjahres werden die Bücher gelesen, die dem eschatologischen Charakter dieser Zeit entsprechen, nämlich Daniel und Offenbarung.

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Bearbeitet: Barbara Scheibner
last modified:
Friday, 23-Jan-2015 11:53:09 CET