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III. STRUKTUREN DER RITEN

9. Die Taufe ist eine Feier der Gemeinde. Das wird deutlicher, wenn mehrere Kinder gemeinsam getauft werden. Deshalb hat die Taufe mehrerer Kinder den Vorrang. Für den Fall, dass ein Kind einzeln getauft werden muss, wird im Anschluss an den Text für die Feier der Taufe mehrerer Kinder der volle Text für die Feier der Taufe eines einzelnen Kindes geboten.

1. Eingangsriten
10. Der Ritus beginnt mit dem Empfang der Kinder, bei dem die Eltern und die Paten um die Taufe bitten und die Kirche sich zur Taufspendung bereit erklärt.

2. Wortgottesdienst
11. Der Wortgottesdienst hat den Sinn, vor der eigentlichen Taufreier den Glauben der Eltern und Paten sowie der übrigen Teilnehmer zu stärken und die Frucht des Sakramentes im gemeinsamen Gebet zu erflehen. Der Wortgottesdienst besteht aus einer oder mehreren Schriftlesungen, einer Homilie, auf die eine kurze Stille oder ein passender Gesang folgt. Danach bezeichnen die Eltern und der Taufspender die Kinder mit dem Kreuz auf der Stirn. Es folgen die Fürbitten. Die abschließende Oration hat den Charakter eines Exorzismus.

3. Feier des Sakramentes
12. Man kann durch Untertauchen oder durch Übergießen taufen. Die Taufe durch Untertauchen ist besser geeignet, die Teilnahme am Tod und an der Auferstehung Christi auszudrücken. In unseren Verhältnissen wird es im allgemeinen bei der Taufe durch Übergießen bleiben.

13. Die Worte, mit denen die Taufe in der abendländischen Kirche gespendet wird, lauten: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

14. Das sakramentale Geschehen wird durch die folgenden vorbereitenden Akte eingeleitet:
a) das feierliche Gebet des Zelebranten, der Gott anruft, seine Heilstaten preist und so das Taufwasser weiht oder die früher geschehene Weihe ins Gedächtnis ruft;
b) die Absage an Satan sowie das Glaubensbekenntnis der Eltern und Paten, das vom Zelebranten und von der Taufgemeinde bestätigt wird.

4. Abschließende Riten
15. Unter den Riten, die auf die eigentliche Taufe folgen, kommt der Chrisam-Salbung ein besonderer Rang zu. Sie weist hin auf das königliche Priestertum des Getauften und seine Zugehörigkeit zum Volke Gottes. Schließlich folgen die Riten der Überreichung des weißen Kleides und der brennenden Kerze und mach freiem Ermessen) der Effata-Ritus.
Vor dem Altar wird dann zum Zeichen der späteren Teilnahme des Täuflings an der Eucharistie das Herrengebet gesungen oder gesprochen, mit dem die Getauften den Vater im Himmel anrufen. Schließlich ruft der Zelebrant auf die Mütter, die Väter und alle Umstehenden Gottes Gnade herab.

5. Eintragung ins Taufbuch
16. Pflicht des Pfarrers ist es, die Namen der Getauften sorgfältig und möglichst bald ins Taufbuch einzutragen. Dabei sind auch Taufspender, Eltern und Paten sowie Ort und Tag der Taufe anzugeben.

6. Ritus bei Lebensgefahr
17. Wenn ein Kind in Lebensgefahr getauft wird und nach menschlichem Ermessen genügend Zeit bleibt, soll man sorgen, dass eine kleine Taufgemeinde zusammenkommt. Ist einer der Teilnehmer imstande, einen kurzen Gottesdienst zu leiten, kann das in folgender Weise geschehen: Nach einer Einleitung folgen die Fürbitten, das Glaubensbekenntnis der Eltern oder wenigstens eines Paten und die Spendung des Sakramentes. Wenn wegen akuter Lebensgefahr die Zeit drängt, soll der Spender alles andere weglassen und lediglich Weihwasser (gegebenenfalls ungesegnetes. gewöhnliches Wasser) über den Kopf des Kindes gießen und dabei die Taufworte sprechen.
In ähnlicher Weise soll man vorgehen, wenn zwar genügend Zeit ist, aber bei den Anwesenden für einen Taufgottesdienst die notwendigen Voraussetzungen fehlen. In diesem Fall soll der Taufspender das Glaubensbekenntnis laut vortragen und dann die Taufe spenden.

18. Auch Priester und Diakon können, wenn es notwendig ist, bei Lebensgefahr die Kurzform des Taufritus anwenden. Der Pfarrer oder ein anderer Priester, der die gleichen Vollmachten hat, vergesse nicht, wenn er Chrisam zur Hand und genügend Zeit hat, nach der Taufe die Firmung zu spenden; in diesem Fall entfällt die Salbung mit Chrisam unmittelbar nach dem Taufakt.

7. Ritus für Kinder, die die Nottaufe erhalten haben
19. Wenn ein Kind, das die Nottaufe empfangen hat, zur Kirche gebracht wird, werden außer dem Exorzismus-Gebet und dem Taufakt selbst alle sonst üblichen Riten vollzogen. Außerdem wird bei der Begrüßung, bei der Homilie und den Fürbitten berücksichtigt, dass das Kind durch die Nottaufe bereits in die Kirche auf genommen ist.

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last modified: Thursday, 03-Nov-2011 08:22:17 CET