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Viertes Kapitel

Die Weihe von Diakonen und Priestern in einer gemeinsamen Feier

Einführung

I. Die Feier
II. Zur Vorbereitung der Feier

I. Die Feier

1. Es ist angemessen, dass die Ortskirche, zu deren Dienst die Diakone und Priester geweiht werden, auf die Feier der Ordination vorbereitet wird.

Die Kandidaten sollen sich wenigstens fünf Tage hindurch zu Exerzitien zurückziehen und in stillem Gebet auf die Weihe vorbereiten.

2. Die Feier soll in der Kathedrale stattfinden oder in einer der Kirchen jener Gemeinden, aus denen einer oder einige der Weihekandidaten kommen, oder aber in einer anderen bedeutenden Kirche des Bistums oder in einer anderen Kirche, in der sie bereits Dienst versehen haben oder in der sie Dienst tun werden.

Gehören die Weihekandidaten einer Ordengemeinschaft an, dann kann die Ordinationsfeier in einer Kirche der Ordensgemeinschaft stattfinden oder in einer anderen Kirche, in der die Neupriester künftig ihren Dienst tun.

3. Die Weihe soll unter möglichst zahlreicher Beteiligung der Gläubigen an einem Sonntag oder Festtag gefeiert werden, wenn nicht pastorale Gründe einen anderen Tag nahe legen. Ausgeschlossen sind die drei Österlichen Tage, die übrigen Tage der Karwoche, der Aschermittwoch und Allerseelen.

4. Die Weihe findet innerhalb einer feierlichen Bischofsmesse statt, und zwar nach der Homilie.

Es kann das Messformular" Bei der Feier der Weihe" genommen werden, nicht jedoch an Hochfesten, an den Sonntagen der Adventszeit, der Fastenzeit oder der Osterzeit sowie an den Tagen der Osteroktav. An diesen Tagen nimmt man das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

Wenn an anderen Tagen das Messformular "Bei der Feier der Weihe" nicht genommen wird, so kann dennoch eine der Lesungen gewählt werden, die im Lektionar für dieses Messformular vorgesehen sind.

Die Fürbitten bilden den letzten Teil der Litanei.

5. Nach der Begrüßung der Gemeinde oder nach der Verkündigung des Evangeliums bittet die Ortskirche den Bischof, die Kandidaten zu weihen. Der dazu beauftragte Priester gibt auf die Frage des Bischofs vor der Gemeinde bekannt, dass gegen die Weihe der Kandidaten keine Bedenken bestehen. Nach der Homilie bekunden die Weihekandidaten vor dem Bischof und vor allen Gläubigen ihre Bereitschaft, unter der Leitung des Bischofs ihr Amt im Sinne Christi und der Kirche auszuüben. In der Litanei erbitten alle die Gnade Gottes für die Weihekandidaten.

6. Durch die Handauflegung des Bischofs und das Weihegebet wird den Weihekandidaten die Gabe des Heiligen Geistes für das Diakonenamt übertragen. Folgende Worte sind wesentlich und daher zur Gültigkeit unabdingbar: "Sende auf sie herab, o Herr, den heiligen Geist. Seine siebenfältige Gnade möge sie stärken, ihren Dienst getreu zu erfüllen."

Unmittelbar nach dem Weihegebet werden die neugeweihten Diakone mit der diakonalen Stola und mit der Dalmatik bekleidet; durch diese Gewänder kommt der Dienst zum Ausdruck, den sie von nun an in der Liturgie ausüben.

Durch die Überreichung des Evangeliars wird angezeigt, dass es Aufgabe der Diakone ist, bei den gottesdienstlichen Feiern das Evangelium zu verkünden und den Glauben der Kirche in Wort und Tat auszulegen.

7. Nach dem Gebet folgt die Priesterweihe.

Durch die Handauflegung des Bischofs und das Weihegebet wird den Weihekandidaten die Gabe des Heiligen Geistes für das Priesteramt übertragen. Folgende Worte sind wesentlich und daher zur Gültigkeit unabdingbar: "Allmächtiger Vater, wir bitten dich, gib diesen deinen Dienern die Würde des Priestertums. Erneuere in ihnen den Geist der Heiligkeit. Das Amt, das sie aus deiner Hand, o Gott, empfangen, die Teilhabe am Priesterdienst, sei ihr Anteil für immer. So sei ihr Leben für alle Vorbild und Richtschnur."

Zusammen mit dem Bischof legen die Priester den Kandidaten die Hände auf und machen so deren Aufnahme in das Presbyterium deutlich.

Unmittelbar nach dem Weihegebet werden die Neupriester mit der priesterlichen Stola und mit der Kasel bekleidet; durch diese Gewänder kommt der Dienst zum Ausdruck, den sie von nun an in der Liturgie ausüben.

Dieses Dienstamt wird noch durch andere Zeichen weiter entfaltet: Durch die Salbung der Hände wird die besondere Teilhabe der Presbyter am Priestertum Jesu Christi zeichenhaft ausgesagt; durch die Überreichung von Brot und Wein in ihre Hände wird angedeutet, dass es ihre Aufgabe ist, die Eucharistiefeier zu leiten und bereitwillig dem gekreuzigten Christus nachzufolgen. 8. Der Bischof umarmt jeden einzelnen der Neugeweihten und besiegelt damit, dass er sie in ihrem Dienst als neue Mitarbeiter annimmt; gegebenenfalls umarmen alle oder wenigstens einige Priester die Neupriester, mit denen sie im gemeinsamen Dienst stehen werden; ebenso umarmen alle oder wenigstens einige Diakone die neugeweihten Diakone.

9. In der Eucharistiefeier üben die Neugeweihten erstmals ihren Dienst aus, indem sie dem Bischof assistieren und mit anderen Mitgliedern des Presbyteriums die Eucharistie konzelebrieren. Den Neupriestern wird der erste Platz unter den Konzelebranten eingeräumt.

Die neugeweihten Diakone assistieren dem Bischof: Sie bereiten den Altar, sie geben den Gläubigen die üblichen Hinweise, sie reichen den Gläubigen die Kommunion; insbesondere ist ihnen der eucharistische Kelch anvertraut.

II. Zur Vorbereitung der Feier

10. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist, sind vorzubereiten:
a) Pontifikale
b) (Stolen und) Kasel für die Weihekandidaten zum Priesteramt; Stolen und Dalmatiken für die Weihekandidaten zum Diakonenamt;
c) gegebenenfalls ein Gremiale;
d) Gefäß mit Chrisam
e) Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung.

11. In der Regel findet die Weiheliturgie an der Kathedra statt. Isst es allerdings für die Mitfeier der Gläubigen erforderlich, dann soll der Sitz für den Bischofs vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz aufgestellt werden.

Die Sitze für die Weihekandidaten sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann.

12. Der Bischof und die konzelebrierenden Priester legen die Gewänder an, die sie zur Feier der Eucharistie tragen. Der Bischof trägt Mitra und Stab sowie das Pallium, wenn es ihm zusteht. Die Weihekandidaten für das Priesteramt tragen Schultertuch, Albe, Zingulum und die Stola der Diakone; die Weihekandidaten für das Diakonenamt tragen Schultertuch, Albe und Zingulum.

Die Priester, die den Weihekandidaten die Hände auflegen, jedoch nicht konzelebrieren, tragen über der Albe oder über Talar und Chorrock die Stola.

Die Farbe der liturgischen Gewänder soll dem Messformular entsprechen, das gewählt wird; anderenfalls nehme man weiße bzw. festliche, kostbare Gewänder.

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last modified: Thursday, 03-Nov-2011 08:22:17 CET