Gemeinsame Tagung der Gesellschaft für Kulturpsychologie
und der DGPs-Fachgruppe Geschichte der Psychologie

Salzburg, 10. bis 12. September 2015

Zur Zielsetzung dieser Tagung


Kulturelle Dynamik und Entwicklung der Psychologie

Die Entwicklung des Gegenstands- und Methodenverständnisses der Psychologie wird in entscheidendem Maß durch kulturelle Faktoren mitbestimmt. Welche Fragestellungen und Methoden in einer bestimmten Phase der geschichtlichen Entwicklung der Psychologie als „zeitgemäß”, „zukunftsweisend” oder „aktuell” gelten, hängt wesentlich von den Erwartungen ab, die die Gesellschaft an die Wissenschaft im Allgemeinen und die Psychologie im Besonderen richtet. Das Selbstverständnis der Psychologie und dessen historischer Wandel spiegeln daher Aspekte der Kulturentwicklung wider, die einerseits als Erklärungshintergrund für psychologiegeschichtliche Fragestellungen dienen können und andererseits ein psychologisches Verständnis kultureller Prozesse erfordern. Dieses Überschneidungsfeld zu erkunden und gemeinsame Forschungsinteressen zu finden, war ein zentraler Aspekt dieser gemeinsamen Tagung.
Vor diesem Hintergrund wurde versucht, Antworten auf grundlegende Fragen folgender Art zu finden: Warum hat sich die Psychologie zu bestimmten Zeiten für bestimmte Dinge interessiert und für bestimmte Dinge nicht interessiert? In welcher Weise hängt es von kulturellen Entwicklungen ab, wofür sich die Psychologie (nicht) interessiert (hat)? Was sind dabei die Moderatoren, d.h. wer oder was bewirkt, dass sich die Psychologie für bestimmte Gegenstandsbereiche und/oder Methoden interessiert oder nicht interessiert (hat)?
Fragen dieser Art sollten dabei sowohl historisch angegangen werden als auch durch Bezugnahme auf die aktuelle Wissenschaftskultur und ihre Auswirkungen auf die Psychologie.
Den bisherigen Gepflogenheiten in den beiden einladenden Gesellschaften folgend, wurde das Vortragsangebot grundsätzlich thematisch offen gehalten. Der Anlass der gemeinsamen Tagung sollte aber dahingehend genutzt werden, Forschungsfelder im Überschneidungsbereich der Interessen der beiden Gesellschaften anzusprechen und Überlegungen für gemeinsame Fragestellungen zu entwickeln. Beiträge, die explizit eine Verknüpfung von disziplin-geschichtlicher Forschung in der Psychologie mit kulturpsychologischen Überlegungen verbinden, waren daher besonders erwünscht.