Universitaet Salzburg  

Salzburger Theologische Zeitschrift (SaThZ)


Editorial
Heft 1/1997
Ulrich Winkler

Eschatologie

Voller Spannung heben wir mit diesen Zeilen eine neue Zeitschrift aus der Taufe. Gegen alle Argumente, die man gegen ein solches Projekt anführen kann, wagen wir die Gründung der „Salzburger Theologischen Zeitschrift“. Die Themen werden sich hauptsächlich an der Systematischen Theologie ausrichten. Salzburg steht neben der geographischen Angabe der weltbekannten Kulturstadt auch für eine alte theologische Tradition, die unsere Publikation zwar nicht repräsentieren kann, von der sie wohl aber geprägt wird. Da sich der zaudernde Rat Kohelets für ein solches Unternehmen nicht beherzigen läßt („ Besser der Ausgang einer Sache als ihr Anfang, besser der Vorsichtige als der Stürmische.“ Koh 7,8), hoffen wir auf das Gelingen und laden viele LeserInnen und (auch junge) AutorInnen ein, dazu beizutragen.
Die Artikel dieses Heftes geben die Vorträge beim Symposium „Traditionen der Hoffnung beleben“ wieder, das am 10. u. 11. April 1997 an der Theologischen Fakultät Salzburg zu Ehren von Univ.-Prof. Dr. GOTTFRIED BACHL anläßlich seines 65. Geburtstages abgehalten wurde. In der Eschatologie haben sich in der neueren Theologiegeschichte bedeutende Innovationen erreignet. Sie rückte wieder mehr ins Bewußtsein als strukturprägendes Element der gesamten Theologie und wurde zum anderen zurückhaltender gegenüber früherer Beredsamkeit in Jenseitsauskünften. Prof. Bachl hat mit sensibler Kreativität eine unverwechselbare Sprache für die christliche Hoffnung gefunden und so wesentlich dazu beigetragen, daß die Theologie dennoch nicht zu verstummen brauchte.
Die Dogmatikerkollegen Professor RAIMUND SCHWAGER aus Innbruck und Professor MEDARD KEHL aus Frankfurt/St. Georgen setzen sich mit theologischem Ursprung und heutiger Herausforderung der Eschatologie auseinander. Die Apokalyptik war ein wichtiger Motor urchristlicher Hoffnung, wurde aber immer mehr zum zeitgeschichtlich bedingten, ungeliebten Kind der Eschatologie. Neue Zugänge werden gesucht. - Das bekannteste neuere Lehrbuch der Eschatologie von M. Kehl ist sehr verschwiegen über die Hoffnung für die nicht-menschliche Schöpfung. Hier stellt der Autor neue Überlegungen an angesichts der ökologischen Herausforderung. - Der Philosoph Professor HEINRICH SCHMIDINGER und der bedeutende Professor für neuere deutsche Sprache und Literatur WALTER WEISS suchen nach heutigen Hoffungs- und Erlösungsansätzen in einer pessimistisch geprägten Zeit. Eine Publikationsliste von Prof. Bachl beschließt den Beitragsteil. - Die Besprechungen beziehen sich weniger auf Spezialuntersuchungen, sondern werden zentrale und aktuelle Themen bringen. Eine wichtige Trinitätslehre und zwei ökologische Publikationen wurden diesmal ausgewählt.


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