Salzburger Theologische Zeitschrift (SaThZ)

Institut für Dogmatik / Institut für Moraltheologie der Universität Salzburg


Editorial
Heft 1/2001
Alois Halbmayr

Schwerpunkt Rezensionen - Kontextualität des Christentums - Humangenetik

Den Schwerpunkt der vorliegenden Nummer bildet diesmal ein ausführlicher Rezensionsteil mit Besprechungen aus allen Fachbereichen der Theologie. Damit entsprechen wir dem oft geäußerten Wunsch, einen Leitfaden wichtiger und repräsentativer Bücher aus den unterschiedlichsten theologischen Disziplinen zu erstellen. Wir haben deshalb die ProfessorInnen und AssistentInnen unserer Fakultät eingeladen, ein oder mehrere für sie wichtige Bücher vorzustellen. Das konnte ein Werk zum Fach insgesamt oder zu einer aktuellen Debatte sein, eines, das sich als Standardwerk empfiehlt oder einfach als lesenswert erscheint. Bewusst wurde der Horizont sehr weit gesteckt, um ein großes Feld für die Präsentation unterschiedlichster theologischer Ansätze und Forschungsgebiete zu bieten. Das nun vorliegende Ergebnis gewährt nicht nur interessante Einblicke in die vielfältige Landschaft gegenwärtiger theologischer Fragestellungen, sondern lädt auch ein, hin und wieder das eigene Interessensgebiet zu verlassen und in benachbarten Gefilden herumzustöbern. Es lohnt sich.

Der Theologie unserer Zeit fehlt es wahrlich nicht an bedeutenden Herausforderungen. Aus aktuellem Anlass widmen wir uns zwei Fragekomplexen, die sich mehr und mehr an den Brennpunkten unserer modernen Kultur ansiedeln:
ULRICH WINKLER beschäftigt sich in seinem einleitenden Beitrag mit der wieder verstärkt an Bedeutung gewinnenden Frage nach der Kontextualität des Christentums. Die rasant voranschreitende politische, ökonomische und kulturelle Entgrenzung stellt an den christlichen Glauben verschärft die Frage nach seiner Identität. Diese wird zusätzlich herausgefordert durch die wachsende Anzahl an Begegnungen der Religionen und das sie begleitende interreligiöse Gespräch. Durch die Gründung eines „Instituts für Theologie Interkulturell und das Studium der Religionen“ sowie durch die Aufnahme dieses Themenbereichs in die Schwerpunktsetzung der Gesamtfakultät wird ein zukunftsweisender Schritt gesetzt, um diesen zentralen neuen Bereich in das theologische Curriculum integrieren und vorantreiben zu können. Der Artikel liefert einen systematischen Überblick der damit verbundenen Fragestellungen, nennt die Kompetenzen, die es diesbezüglich zu erwerben gilt, und gibt konkrete Hinweise auf ihre Umsetzung.

Der zweite Beitrag dieses Heftes greift eine in der Tagespolitik und in den Medien sehr präsente Debatte auf: die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen, Chancen und Gefahren der Humangenetik. ANDREAS MICHAEL WEISS gibt einen breiten Überblick über den gegenwärtigen Diskussionsstand, beschreibt die einzelnen Forschungs- und Anwendungsfelder, analysiert die wichtigsten Herausforderungen und bringt mögliche Argumentationslinien aus moraltheologischer Sicht zur Geltung. Die gesellschaftliche Erwartungshaltung steigt kontinuierlich, obwohl unser Wissen und unsere Möglichkeiten noch am Anfang stehen. In Vielem betreten wir Neuland, ohne die Folgen für unsere Lebenswelt abschätzen zu können. Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig, ja unabdingbar eine vorausschauende, abwägende und engagierte gesellschaftliche Debatte ist. Die Stimme der Theologie sollte hier nicht fehlen.
 


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last modified:  by A.-M. Weiß & U. Winkler