SOPhiA 2013

Salzburgiense Concilium Omnibus Philosophis Analyticis

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Programm - Vortrag

Konsequentialismus: Eine Drei-Ebenen-Theorie
(Ethik & Politische Philosophie, Deutsch)

Für welche Handlung soll sich ein moralischer Akteur entscheiden, wenn er nicht weiß, welche Handlung gemäß seiner Theorie moralisch richtig ist? In meinem Vortrag werde ich diese Frage aus einer konsequentialistischen Perspektive diskutieren.

Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Situationstypen unterscheiden, bei denen der moralische Akteur nicht erkennen kann, welche Handlung moralisch richtig ist:

(1) Dem moralische Akteur stehen nicht alle relevanten Informationen zur Bestimmung der moralisch richtigen Handlung zur Verfügung, er hat jedoch genügend Zeit, um seine Handlungsalternativen gründlich zu durchdenken.

(2) Dem moralischen Akteur stehen nicht alle relevanten Informationen zur Verfügung und zudem hat er nicht genügend Zeit, um seine Handlungsalternativen gründlich zu durchdenken.

Während beispielsweise Hare seine Zwei-Ebenen-Theorie am zweiten Situationstyp ausgerichtet hat, hat Feldman jüngst eine Zwei-Ebenen-Theorie am ersten Situationstyp ausgerichtet. In meinem Vortrag werde ich die These vertreten, dass eine angemessene Beantwortung der Eingangsfrage situationsspezifisch erfolgen muss. Das Ziel des Vortrags besteht in der Verteidigung, einer daraus resultierenden konsequentialistischen Drei-Ebenen-Theorie:

Ebene 1: Moralisch richtig1 ist eine Handlung genau dann und nur dann, wenn sie das tatsächliche Wohlergehen langfristig maximiert.

Ebene 2: Wenn du nicht bestimmen kannst, welche Handlung moralisch richtig1 ist, aber genügend Zeit hast, um zu bestimmen, welche Handlung aus der konsequentialistischen Entscheidungsprozedur folgt, dann ist diejenige Handlung, die aus der konsequentialistischen Entscheidungsprozedur folgt moralisch richtig2.

Ebene 3: Wenn du nicht bestimmen kannst, welche Handlung moralisch richtig1 ist und nicht genügend Zeit hast, um zu bestimmen, welche Handlung aus der konsequentialistischen Entscheidungsprozedur folgt, dann ist diejenige Handlung, die aus deinen Prima-Facie-Prinzipien folgen, moralisch richtig3.

Chair: Stefan Leber
Zeit: 15:30-16:00, 13. September 2013 (Freitag)
Ort: HS 104

Marcel Warmt
(Universität Kassel, Deutschland)

Doktorand/Promotionsstudent an der Universität Kassel im Fach Philosophie. Arbeitstitel der Dissertation: Nähe und Distanz als Kriterium moralischer Pflichten

Testability and Meaning deco