SOPhiA 2013

Salzburgiense Concilium Omnibus Philosophis Analyticis

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Programm - Vortrag

Die kausale Exklusion des Mentalen
(Philosophie des Geistes, Deutsch)

Das Argument der kausalen Exklusion des Mentalen (vgl. Kim (1993), Kim (1998)) nimmt eine zentrale Stellung in der gegenwärtigen Philosophie des Geistes ein. Es scheint zu zeigen, dass der nicht-reduktive Physikalismus letztlich kein gangbarer Weg zur Lösung des Problems der mentalen Verursachung ist.

Die wichtigsten Prämissen des Arguments sind eine Geschlossenheitsthese und ein Überdeterminationsverbot. Die Geschlossenheitsthese besagt, dass physikalische Ereignisse oder Eigenschaften hinreichende physikalische Ursachen haben. Das Überdeterminationsverbot schließt aus, dass sie darüber hinaus noch andere Ursachen haben. Gemeinsam implizieren die beiden Prämissen, dass physikalische Ereignisse oder Eigenschaften keine nicht-physikalischen Ursachen haben. Wer die beiden Prämissen also akzeptiert, muss entweder einen reduktiven Physikalismus oder einen Epiphänomenalismus akzeptieren. Entweder, mentale Ereignisse und Eigenschaften können physikalische Ereignisse und Eigenschaften verursachen. Dann müssen sie selbst physikalisch sein. Oder aber sie können keine physikalischen Ereignisse und Eigenschaften verursachen. Dann handelt es sich um bloße Epiphänomene.

Bei der genaueren Ausformulierung des Arguments stößt man auf einige Probleme. Man muss sehr auf das verwendete Vokabular achten, um die Reichweite des Arguments einschätzen zu können. Formuliert man es etwa in Bezug auf Ereignisse, so sind zahlreiche Positionen, die eindeutig als nicht-reduktionistisch einzuschätzen sind, nicht betroffen. Formuliert man es hingegen in Bezug auf Eigenschaften, so stellt sich die Frage, inwiefern diese überhaupt in Kausalrelationen auftreten können. Im Hintergrund steht hierbei die Frage nach den Relata der Kausalrelation, die von unterschiedlichen Philosophen in der Kausalitätsdebatte auf sehr unterschiedliche Weise beantwortet wird.

Eine weitere Unklarheit besteht in der genauen Deutung der Geschlossenheitsthese und der darin verwendeten Begriffe. Wie lässt sich etwa der Begriff des Physikalischen bestimmen? Auch aus der Beantwortung dieser Frage ergeben sich wichtige Konsequenzen für die Reichweite des Arguments. Hat man einen recht engen Begriff des Physikalischen, ist eine große Klasse von Eigenschaften (oder Ereignissen) betroffen. Biologische oder sogar makrophysikalische Eigenschaften können dann nicht als Ursachen von (mikro-)physikalischen Eigenschaften (oder Ereignissen) auftreten. Verwendet man hingegen einen sehr weiten Begriff des Physikalischen, ist es gegebenenfalls gar nicht mehr klar, warum mentale Eigenschaften zunächst nicht unter den Begriff des Physikalischen fallen.

In meinem Vortrag möchte ich verschiedene Versionen des Exklusionarguments formulieren und hinsichtlich ihrer Reichweite und Plausibilität bewerten.

Literatur.
Kim, Jaegwon (1993): Supervenience and Mind. Selected Philosophical Essays, Cambridge: Cambridge University Press.
Kim, Jaegwon (1998): Mind in a physical world. Cambridge, MA: MIT Press.

Chair: Sebastian Müller
Zeit: 14:00-14:30, 14. September 2013 (Samstag)
Ort: HS 107

Matthias Rolffs
(University of Bonn, Deutschland)

Matthias Rolffs (B.A.), Universität Bonn, 2010 Bachelor of Arts mit einer Arbeit zu Typen-Identitätstheorien und multipler Realisierung.

Testability and Meaning deco