SOPhiA 2013

Salzburgiense Concilium Omnibus Philosophis Analyticis

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Programm - Vortrag

Normative Wesen in einer natürlichen Welt
(Ethik & Politische Philosophie, Deutsch)

Der Naturalismus stellt ein Weltbild dar, das nicht nur charakteristisch für unsere Zeit ist, sondern sich in verschiedenen Epochen der Philosophiegeschichte immer wieder aufs Neue anbietet. Was man dabei auch immer wieder aufs Neue beobachten kann, ist, dass solche naturalistischen Weltbilder - welche dann gerne auch zum Szientismus oder sogar zum Physikalismus pervertiert werden - stets prominent sind, wenn die Naturwissenschaften Erfolge vorweisen können, die sich bis tief in unser gewohntes Denken auswirken. Was diese naturalistischen Ansätze ebenfalls preisgeben, ist das Fehlen eines einheitlichen naturalistischen Konzepts. Ob mit dem Term 'Naturalismus' eine ontologische oder eine methodologische These gemeint ist, bleibt bis heute strittig. Dabei herrscht ein immenser Unterschied zwischen der Ansicht, dass alles, was es gibt, durch die Naturwissenschaften erfassbar ist und der Ansicht, dass uns die Naturwissenschaften eine bewährte methodische Richtschnur für objektive Begründungsstrategien an die Hand legen.

Betrachten wir die Herausforderungen, die naturalistische Konzeptionen in der Ethik stellen, wird schnell klar, dass ein strikter Naturalismus auf eine Unvereinbarkeit mit dem personalen Standpunkt praktischer Akteure hinausläuft. Während deren Handlungen wesentlich Objekte der Zuschreibung moralischer Prädikate sind, schließen die ontologischen Rahmenbedingungen des strikten Naturalismus aus, dass solche Prädikate gehaltvoll sein können. Will man jedoch dem Naturalismus und dem stabilen moralischen Diskurs gleichermaßen Rechnung tragen, so bietet sich eine Verbindung zwischen einem gemäßigten methodischen Naturalismus und verschiedenen Spielarten des moralischen Konstruktivismus an. Der Konstruktivismus sichert Objektivität in der Ethik, ohne dabei die engen ontologischen Grenzen des Naturalismus zu überschreiten. Um dies darzustellen, werde ich verschiedene Kriterien eines methodischen Naturalismus entwickeln und ihre mögliche Kompatibilität mit konstruktivistischen Moraltheorien erwägen.

Chair: Marcel Warmt
Zeit: 16:00-16:30, 12. September 2013 (Donnerstag)
Ort: HS 104

Bastian Reichardt
(University of Bonn, Deutschland)

Bastian Reichardt (M.A.) studied Philosophy and German in Bonn. He is Lecturer at the University of Bonn and Researcher at the Institute of Ethics in the Neurosciences (Forschungszentrum Jülich). He is the editor of ''Juventas - Zeitschrift für junge Philosophie'' (Bonn: Bernstein since 2011) and ''Freges Philosophie nach Frege'' (Münster: mentis 2013 (together with A. Samans)).

Testability and Meaning deco