SOPhiA 2013

Salzburgiense Concilium Omnibus Philosophis Analyticis

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Programm - Vortrag

Das Quine'sche Ontologiekriterium
(Metaphysik & Ontologie, Deutsch)

Welche Entitäten bzw. welche Arten von Entitäten setzt eine Theorie als existierend voraus? Zur Beantwortung dieser Frage formuliert Quine ein sog. Ontologiekriterium. Mehrere Formulierungen dieses Kriteriums sind in seinen Schriften zu finden - sinngemäß besagen sie, dass die Ontologie einer Theorie genau diejenigen Objekte enthält, welche in den Bereichen der gebundenen Variablen enthalten sein müssen, damit die Sätze der Theorie wahr sind (vgl. Quine 1951, p. 11).

Quine veröffentlicht sein Kriterium nie in einer formalisierten Form, sondern gibt lediglich Hinweise, wie solch eine Formalisierung aussehen könnte. In einer Antwort an Hintikka gibt Quine den Hinweis, dass die Interpretation (der nicht-logischen Konstanten) einer Theorie fixiert und die Bereiche der gebundenen Variablen variiert werden müssen. Die Ontologie einer Theorie enthält dann genau diejenigen Objekte bzw. Arten von Objekten, welche in allen variierten Bereichen der gebundenen Variablen enthalten sind (vgl. Quine 1968, p. 287).

Es gibt zahlreiche Rekonstruktionsversuche des Quine'schen Kriteriums. Die von Hinst stammende Rekonstruktion ist die einzige, welche den obigen Hinweis Quines auf die Variation der Bereiche der gebundenen Variablen berücksichtigt (vgl. Hinst 1983, p. 199ff). Hinsts Rekonstruktion scheitert jedoch daran, dass die Existenzvoraussetzungen einer Theorie ''extensionalisiert'' werden, was jedoch nicht in Quines Sinne ist (vgl. Quine 1968, p. 287).

Ziel dieses Vortrages ist eine Rekonstruktion des Quine'schen Kriteriums, welche sich teilweise an Hinsts Rekonstruktion orientiert.

Literatur
P. Hinst: ''Quines Ontologiekriterium'', Erkenntnis 19, 1983, pp. 193-215.
W.V.O. Quine: ''Ontology and Ideology'', Philosophical Studies 2, 1951, pp. 11-15.
W.V.O. Quine: ''Reply to Hintikka'', Synthese 19, 1968, pp. 284-287.

Chair: Florian Fischer
Zeit: 10:45-11:15, 13. September 2013 (Freitag)
Ort: HS 101

Jonathan Lukic
(Universität Salzburg, Österreich)

Jonathan Lukic (MMag.phil.). Paris-Lodron-Universität Salzburg. 2009 Magister in Philosophie mit einer Arbeit über Systeme und Anwendungen der Default Logic; 2013 Magister in Mathematik, Philosophie und Psychologie (Lehramt).

Testability and Meaning deco