SOPhiA 2018

Salzburgiense Concilium Omnibus Philosophis Analyticis

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Programme - Talk

The Neutrality of Relations: Not Adirectional, but Bidirectional
(Metaphysics and Ontology, German)

Der Sachverhalt, dass Eloise Abelard liebt, ist ein anderer, als die Liebe von Abelard zu Eloise. Dies ist eine Besonderheit nicht-symmetrischer Relationen. Der Standardansatz der Relationen erklärt diesen Unterschied mit der Richtung, die eine Relation aufweist: Im einen Fall geht sie von Eloise zu Abelard und im anderen Fall von Abelard zu Eloise. Kit Fine attackierte diesen Ansatz zuletzt, da er eine Übergenerierung von Sachverhalten zur Folge hat: Wenn ein Block, a, sich über einem anderen, b, befindet, dann gibt es einen Sachverhalt, dessen Konstituenten a, b und die Relation ``über'' sind. Doch wenn Relationen in eine bestimmte Richtung verlaufen, dann gibt es immer auch eine andere, konverse Relation, die entgegengesetzt verläuft, in diesem Fall die Relation ``unter''. Doch was ist der Sachverhalt, der durch a, b und ``unter'' konstituiert wird? Ist er derselbe? Dann scheint es zu viele ihn konstituierende Relationen zu geben, wo wir nur eine erwarten. Oder gibt es zwei Sachverhalte? Auch dies scheint unplausibel, denn es gibt nur diese eine Konstellation der Blöcke mit ihren relativen Positionen. Fines Konsequenz ist, dass Reihenfolge und Direktionalität aus Relationen verschwinden müssen, damit diese seine Forderung nach ``Neutralität'' erfüllen. Wenn keine Richtung eine Bevorzugung gegenüber einer anderen erhält, dann gibt es auch keine Konflikte bei der Generierung von Sachverhalten.

Fines alternativer Ansatz, dies zu leisten, ist der so genannte Positionalismus, bei dem Relata unterschiedlichen Positionen zugewiesen werden. Dieser Unterschied erklärt die Nicht-Symmetrie von Relationen ohne Gerichtetheit. Der Ansatz hat jedoch Probleme, Symmetrie zu erklären.

Ich möchte Russells Standardansatz mit Richtungen retten, indem ich Neutralität durch Bidirektionalität erreiche. Relationen verlaufen nicht nur von einem Relat zu einem anderen, sondern einige von ihnen inkludieren auch die Umkehrrichtung, allerdings mit unterschiedenem relationalen materiellen Inhalt.

Chair: Alexander Gebharter
Time: 11:20-11:50, 13 September 2018 (Thursday)
Location: SR 1.006
Remark: CHANGE. The talk is cancelled!

Claudius Berger 
(Universität Tübingen, Germany)

Ich habe in Tübingen Alte Geschichte und Philosophie studiert. Seit 2016 bin ich Doktorand an der Uni Tübingen. Mein Doktorvater ist Prof. Thomas B. Sattig. Ich arbeite aktuell zur Natur von Relationen. Meine philosophischen Interessen liegen in der Metaphysik, neben Relationen besonders Personale Identität und Mereologie.

Testability and Meaning deco