SOPhiA 2018

Salzburgiense Concilium Omnibus Philosophis Analyticis

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Programme - Talk

Leibniz' Dream and its Limits in Interlinguistic Projects
(History of Philosophy, German)

Zeit seines Lebens beschäftigte Leibniz der Traum einer Sprache, die all derer Probleme mächtig wird, mit denen unsere natürlichen Sprachen zu kämpfen haben. Die Idee war ein Lebensprojekt, welches es nie bis zu einer handfesten Umsetzung geschafft hat. Wir finden jedoch unzählige Arbeitsproben hierzu, die bis heute noch nicht vollständig erschlossen und aufgearbeitet sind. Sie umreißen seinen Wunsch ein Zeichensystem einzuführen, welches in der Lage ist unsere Denkinhalte genau abzubilden und das dadurch leistungsstärker sein sollte als unsere natürliche Sprache. Darüber hinaus sollte es in der Lage sein, epistemische Leistungen zu erbringen, es sollte Wahrheiten belegen, aber auch neue finden können. Das menschliche Denken, so Leibniz, sei auf Zeichen angewiesen, logisches Denken ist nach ihm lediglich ein Operieren mit Zeichen, Denken ist Rechnen.
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Lingua Characteristica und der Frage, inwiefern wir diese als Vorgänger späterer Projekte künstlicher Sprachen betrachten können. Es wird an einigen Sprachprojekten sowohl aus dem Bereich der philosophischen Sprachen als auch der Plansprachen exemplarisch dargestellt, dass sich in den meisten Projekten künstlicher Sprachen deutliche Parallelen zu Leibniz' Ausführungen wiederfinden. Darauffolgend sollen die Kriterien, an denen sich sowohl Leibniz als auch Folgeprojekte orientieren, kritisch auf ihre Funktionalität überprüft werden. Die Schwierigkeiten dieser Kriterien werden unter anderem daran aufgezeigt, dass diejenigen Projekte, die sich an ihnen orientierten, nicht die erhofften Ziele erreicht haben und die Kriterien darüber hinaus teilweise schon in ihrer theoretischen Form zu Konflikten führen. Es wird sich zeigen, dass sich einige Problematiken ergeben, die den Nutzen dieser Kriterien -- zumindest für Sprachen zur zwischenmenschlichen Kommunikation -- gänzlich in Frage stellen.

Chair: Petter Sandstad
Time: 17:40-18:10, 12 September 2018 (Wednesday)
Location: SR 1.003

Mira Sarikaya 
(Universität Hamburg, Germany)

Mein Name ist Mira Sarikaya und ich bin zurzeit Promovierende an der Universität Hamburg in der Philosophie. Nachdem ich Ende 2017 mein Masterstudium in Hamburg abgeschlossen habe, freue ich mich, meine Forschungsarbeit zu Leibniz und künstlichen Sprachen nun intensiv vertiefen zu können. Bereits im Studium habe ich mich eingehend mit der Sprachphilosophie und philosophischen Logik sowie den historischen Entwicklungen beider Bereiche beschäftigt. Nachdem ich in meiner Masterarbeit die These aufgestellt habe, dass Leibniz' Arbeiten zur Lingua Characteristica als Vorgänger von Rudolf Carnaps Logischem Aufbau der Welt angesehen werden könnten, weite ich die Idee nun im Rahmen einer Promotion aus. Ich möchte Leibniz als Vorgänger von einigen späteren Sprachprojekten betrachten -- dies sowohl im Bereich formaler und philosophischer a priori Sprachen, als auch im Bereich von Welthilfssprachen wie bswp. Esperanto.
Neben dem Studium / der Promotion interessiere ich mich auch für alle anderen Bereiche der Sprache, ich liebe Literatur und das Erlernen von Fremdsprachen. Außerdem bin ich im künstlerischen Bereich tätig und schreibe selber Prosa und Lyrik und unterrichte kreatives Schreiben im Rahmen von Schulprojekten.

Testability and Meaning deco