- Geschichte -

 

 

Nach dem so überzeugenden Votum der Österreicher für den Beitritt zur Europäischen Union war es naheliegend, vermehrt europäische Forschungen zu betreiben.

In diesem Sinne wurden bereits am 14. Oktober 1994, noch vor der Gründung des Europainstitutes in Salzburg, mit den zuständigen Stellen bei der Europäischen Union in Brüssel und in Straßburg ausführliche Gespräche geführt.

Am 23. Jänner 1995 erfolgte der Beschluss zur Gründung des Europainstitutes in Salzburg. Entscheidend den Weg für das Europainstitut in Salzburg hat Senator Professor DDr. Herbert Batliner aus Vaduz bereitet.

Mit seiner Hilfe konnten in der Salzburger Altstadt im Haus Griesgasse 17 eigene Räumlichkeiten bezogen und damit eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, weshalb die Generalversammlung am 20. Dezember 1996 einstimmig die Namengebung auf DDr.-Herbert-Batliner-Europainstitut in Salzburg beschlossen hat.

Seit 2002 wird auf Wunsch von Senator Batliner auf die Titelbezeichnung im Institutsnamen verzichtet.

 

(v.l.n.r.) 2. Nationalratspräsident Dr. Neisser, LH Dr. Schausberger, Bundespräsident Dr. Klestil,
Präsident DDr. Batliner und Vizekanzler a.D. Dr. Busek
         
 

Das Herbert-Batliner-Europainstitut wurde feierlich am 21. Juli 1997 in Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil eröffnet.

Ideell hat die Gründung des Europainstitutes in Salzburg der frühere österreichische Außenminister Dr. Alois Mock, der heute als Ehrenpräsident fungiert, durch seine vielen Kontakte entscheidend gefördert.

Als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates fungiert der frühere Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft Dr. Erhard Busek.

Eröffnungsrede von Bundespräsident Klestil

 

 

- Aufgaben und Ziele -

 

Getragen wird diese außeruniversitäre Forschungseinrichtung von einem Verein. Die Statuten nennen als Vereinszweck

  1. Den Betrieb des Herbert-Batliner-Europainstitutes in Salzburg als Forschungsinstitut für europäische Politik und Geschichte
  2. Die Erforschung des Weges Österreichs in die Europäische Union.
  3. Die Erforschung der europäischen Integration.
  4. Die Erforschung der europäischen Politik und Geschichte.
  5. Die Erforschung der Stellung der Regionen.
  6. Den Aufbau und Betrieb einer entsprechenden Fachbibliothek.
  7. Die Publikation von Forschungsergebnissen.
  8. Die Durchführung wissenschaftlicher Fachtagungen.

Zur Koordinierung und Steuerung der Forschung des Herbert-Batliner-Europainstituts wurde ein eigener Beirat eingerichtet, der sich aus international renommierten Wissenschaftern zusammensetzt.

Organe

 

- Schwerpunkte -

 

Kleinstaaten - Kleinstaatenpreis

 

Das Herbert-Batliner-Europainstitut betrachtet es als seine Aufgabe, den Stellenwert vor allem europäischer Kleinstaaten in den Internationalen Beziehungen und im Völkerrecht der organisierten und nicht-organisierten Staatengemeinschaft zu analysieren und zu dokumentieren.

 

 

Mit der Schaffung des Kleinstaatenpreises hat Senator Batliner einen besonderen Akzent gesetzt.

Alle zwei Jahre wird eine hervorragende Persönlichkeit oder Institution geehrt, die sich um den Kleinstaat und seine Anerkennung in politischer, wissenschaftlicher, kultureller oder wirtschaftlicher Weise verdient gemacht hat.

Der Kleinstaatenpreis wurde bisher dreimal verliehen: Im Jahr 2000 an den früheren estnischen Staatspräsidenten Lennart Meri und 2002 an den Präsidenten der spanischen Provinz Katalonien, Jordi Pujol. 2004 wurde der Preis an den Präsidenten des EFTA-Gerichtshofs im EWR, den St. Gallener Professor Carl Baudenbacher vergeben.

 

Aufgabe des Europainstitutes in der Kleinstaatenforschung ist es jedoch nicht allein, einen Preis zu vergeben, es geht auch darum, wissenschaftlich eine Handreichung zu geben, dass in der Entwicklung der Staatengemeinschaft die Kleineren und Kleinen nicht als Objekte der Politik, sondern als Gestalter des Friedens und des Wohlstandes verstanden werden.

Aus diesem Grund veranstaltete das Europainstitut im Oktober 2003 ein Symposium zum Thema „Der Kleinstaat als Akteur in Internationalen Beziehungen“ an der Universität St. Gallen (CH).

Die Referate der renommierten Wissenschaftler, Diplomaten und Politiker befassten sich nicht nur mit einschlägigen Aspekten der Kleinstaatenproblematik sondern zeigten auch Chancen und Optionen von Kleinstaaten auf.

Dieses Symposium hat den „Kleinstaatenpreis“ wissenschaftlich untermauert und für eine entsprechende Publizität dieser Ehrung gesorgt.

 

Festakademie

Die Überreichung des „DDr.-Herbert-Batliner-Europapreises für Verdienste um den Kleinstaat“ findet jeweils am Tag der Eröffnung der Salzburger Festspiele im Rahmen der jährlichen Festakademie des Europainstitutes in der Salzburger Residenz statt.

Bisher stattgefundene Festakademien:

 

- 27. Juli 1998 - Festvortrag

Ministerpräsidentin a.D. der Republik Polen Univ.-Prof. Dr. Hanna Suchocka

"Polen und die europäische Integration: Herausforderung und Chancen"

 

- 23. Juli 2000 - Verleihung des Kleinstaatenpreises

an Staatspräsident Dr. Lennart Meri, Republik Estland

Festvortrag von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil

 

- 21. Juli 2001 - Festvortrag

EU-Kommissar DI Dr. Franz Fischler: "Von Nizza nach Laeken"

EU-Präsident und Ministerpräsident a.D. Dr. Jacques Santer

"Die Rolle der kleineren Mitgliedstaaten in der Europäischen Union – Perspektiven und Probleme aus der Sicht Luxemburgs"

 

- 26. Juli 2002 - Verleihung des Kleinstaatenpreises

an S.E. Jordi Pujol, Regierungspräsident von Katalonien,

Autonome Region in Spanien

Festvortrag von Außenministerin Dr. Benita Ferrero-Waldner

"Die Zukunft der Europäischen Union und die Regionen"

 

- 25. Juli 2003 - Festvortrag

Premierminister a.D. der Republik Türkei S.E. Mesut Yilmaz

"Die Türkei in der Europäischen Union: Belastung oder Chance?"

 

- 23. Juli 2004 - Verleihung des Kleinstaatenpreises

an den Präsidenten des EFTA-Gerichtshofes,

Univ.-Prof. Dr. Carl Baudenbacher

Laudatio von Präsident Univ.-Prof. Dr. Heinrich Neisser

 

Europapolitik

 

Die Durchführung von wissenschaftlichen Tagungen zu aktuelle Themen und Problemen der Europapolitik ist ein weiterer Schwerpunkt des Herbert-Batliner-Europainstitutes.

In Kooperation mit dem Europäischen Forum Alpbach, dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa sowie der Universität Innsbruck finden jedes Jahr mehrere Seminare und Symposien statt. Veranstaltungsorte sind neben Salzburg und Wien auch Innsbruck und Alpbach.

Besondere Erwähnung verdienen die seit Herbst 2000 im 2-Monats-Rhythmus stattfindenden Politikberatungsseminare in der Diplomatischen Akademie, welche vor allem von Rechtsanwälten, Praktikern und Studenten frequentiert werden. Veranstalter sind neben dem Europainstitut das Renner-Institut und die Gesellschaft für Europapolitik.

Publikationen

 

Globalisierung

 

Ziel des seit 1999 jedes Jahr im Mai stattfindenden und vom Herbert-Batliner-Europainstitut unterstützten Wiener Globalisierungs-Symposiums ist es, aktuelle Probleme der Globalisierung insbesondere im Verhältnis Europa – USA aus der Perspektive verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen auszuleuchten.

Im Vordergrund stehen die Wirtschaftsordnung und das Wirtschaftsrecht, doch werden auch gesellschaftliche, kulturelle und sicherheitspolitische Themen behandelt.

Veranstalter dieses bereits etablierten wissenschaftlichen Symposiums sind Dr. Erhard Busek und Präsident Prof. Dr. Carl Baudenbacher.